KV Berlin macht Ausmaß der drohenden Folgen durch GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz deutlich
Berlin. Eine Mitgliederumfrage der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin macht das Ausmaß der drohenden Folgen durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz deutlich: Über 90 Prozent der befragten niedergelassenen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen erwarten deutlich negative Auswirkungen für die ambulante Versorgung in Berlin. So rechnen 80 Prozent der Umfrageteilnehmenden mit Leistungseinschränkungen für gesetzlich Versicherte – drei Viertel mit längeren Wartezeiten für Patient:innen.
Die Ergebnisse der Mitgliederumfrage unterstreichen die existenziellen Folgen der Sparvorschläge durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Über die Hälfte der Befragten sieht sich durch die möglichen Reformen mit Existenzängsten konfrontiert: Knapp ein Drittel hält Personalabbau in der eigenen Praxis oder gar eine Praxisaufgabe für realistisch.
Bald über 1.000 Praxen weniger in Berlin?
Über 1.000 der teilnehmenden Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen der Mitgliederumfrage geben an, eine vorzeitige Praxisaufgabe in Erwägung zu ziehen oder sogar konkrete Pläne für einen frühzeitigen Ruhestand zu haben. Damit zeichnet sich ein dramatisches Bild für die ambulante Versorgung in Berlin ab: Fast jede zweite Praxis denkt über eine Schließung nach. Gleichzeitig geben über 70 Prozent an, dass sie unter den aktuellen Rahmenbedingungen keine Niederlassung mehr empfehlen können. „Das ist ein Armutszeugnis für unser Gesundheitssystem! Die Politik muss sich im Klaren sein, welche gravierenden Folgen sich durch diese Sparmaßnahmen für die Patient:innen in Berlin ergeben“, betont der Vorstand der KV Berlin.
Im Rahmen der Umfrage vom 21.04. bis 26.04.2026 kamen 2.465 teilnehmende niedergelassene Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen zusammen, um ein Stimmungsbild der ambulanten Versorgung in Berlin herzustellen. Die Umfrage wurde an 10.493 Mitglieder der KV Berlin versendet.
Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Berlin
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