Gesundheitseinrichtungen stehen vor wachsenden Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz. Lokale Speichersysteme müssen revisionssicher, NIS2-konform und datensouverän sein. Außerdem sollten sie zuverlässig, skalierbar und wirtschaftlich bleiben.
Krankenhäuser, medizinische Versorgungszentren und andere Gesundheitseinrichtungen stehen vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits wachsen die Datenmengen aus Bildgebung, Klinikinformationssystemen und digitaler Dokumentation stetig. Andererseits verschärft die NIS2-Richtlinie der EU die Anforderungen an Cybersicherheit massiv. Darüber hinaus haften Geschäftsführer jetzt persönlich. Ziel ist es, sicherzustellen, dass medizinische Einrichtungen angemessene technische und organisatorische Maßnahmen umsetzen.
Auch abseits von NIS2 gelten im Gesundheitswesen strenge Datenschutzanforderungen und umfangreiche Dokumentationspflichten. Patientendaten müssen revisionssicher archiviert und gleichzeitig schnell verfügbar sein. Hinzu kommen Backup-Lösungen, die im Notfall eine rasche Wiederherstellung ermöglichen.
Revisionssichere Speichersysteme: Langlebigkeit, Flexibilität und Datensouveränität
Auf Langlebigkeit ausgelegte lokale Speichersysteme bieten eine stabile und planbare Investition. Im Gegensatz zu Cloud- oder As-a-Service-Modellen, deren Kosten tendenziell schnell steigen. Moderne, modular aufgebaute Lösungen mit eigenständigen Speichermodulen sind flexibel erweiterbar und wachsen mit dem Datenvolumen einer Klinik mit, ohne dass gleich neue Systeme angeschafft werden müssen.
Ein Aspekt, der in den letzten Monaten enorm an Bedeutung gewinnt, ist Datensouveränität. Mittlerweile gibt es Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und möglicher staatlicher Zugriffe bei Lösungen aus Übersee. Zudem ist aufgrund möglicher weiterer Zollstreitigkeiten die Kostenentwicklung unvorhersehbar. IT-Entscheider im Gesundheitswesen sollten daher prüfen, ob ein in der EU oder sogar in Deutschland entwickeltes und gefertigtes Speichersystem in Frage kommt. Solche sind auf dem Markt bereits verfügbar.
WORM-Langzeitspeicher: Revisionssichere Archivierung nach DSGVO und NIS2
In Klinikumgebungen kommen verschiedene Archiv-, DMS- oder HSM-Lösungen zum Einsatz. Medizinische Daten aus der Bildgebung (PACS), E-Mails oder andere Dokumente müssen archiviert werden. Zur revisionssicheren sowie DSGVO- und NIS2-konformen Archivierung bietet sich ein zertifizierter festplattenbasierter WORM-Langzeitspeicher (Write Once Read Many) an.
Dieser lässt sich nahtlos an Healthcare-Lösungen (PACS/KIS/RIS), DMS/ECM und Archivierungssoftware anbinden. Revisionssicherheit und WORM-Versiegelung sind entscheidend, da Patientendaten über lange Zeiträume sicher und unveränderbar gespeichert werden müssen. Archivspeicher dieser Art entlasten zudem wertvollen Online-Speicher (SAN). Gesicherte Daten müssen nicht mehr zusätzlich per Backup abgesichert werden, was Backup- und Restore-Zeiten durch geringeres Datenaufkommen deutlich reduziert.
Zu achten ist auf niedrige Energie- und Betriebskosten sowie Flexibilität durch modularen Aufbau, der das bedarfsgerechte Hinzufügen von Speichermodulen erlaubt. Eine Skalierbarkeit bis in den Petabyte-Bereich deckt auch die Anforderungen größerer Klinikumgebungen ab. Ein mögliches Einsatzbeispiel: Integration mit einem Klinikinformationssystem wie CGM Medico, einem Radiologie-Archiv wie Infinitt PACS und einem rechtssicheren E-Mail-Archiv wie Reddoxx.
NVMe-basiertes Backup-System als Alternative zu Tape und Cloud
Eine Alternative zu Tape- und Cloud-Backup bieten lokale Systeme mit austauschbaren HDD- oder NVMe-SSD-Speichermedien, kombiniert mit einer speziellen Systemarchitektur, in der Controller und Speichermedien voneinander getrennt sind. Solche Speichersysteme für Backups und VTL-Archive (Virtual Tape Library) bieten die notwendige Leistung und Kapazität auf kleinem Raum. Sie lassen sich flexibel skalieren – mit kurzen Backup-Fenstern und schnellen Wiederherstellungen.
In der Konfiguration mit NVMe (Non-Volatile Memory Express), einem Protokoll für die hochparallele Übertragung von Speicher zu Verarbeitung, kommt eine besonders leistungsfähige Flash-Technologie zum Einsatz. Tape-Emulation erzeugt das Verhalten einer Bandbibliothek, nutzt aber die zeitgemäße Leistung von NVMe-Flash oder parallel betriebenen Festplatten-Arrays, ohne die Verschleiß- und Wartungsprobleme von Bandspeichern. Eine hohe Ausfallüberleistung lässt sich erreichen mittels einer Konfiguration mit zwölf Datenträgern pro Speichermodul. Von diesen können bis zu vier ausfallen , ohne dass Daten verloren gehen. Eine sorgfältige Selbstüberwachung trägt zusätzlich zur Ausfallüberleistung bei.
Datensicherheit wird durch Unveränderlichkeit (Immutability) und Air-Gap-Konfiguration auf allen Ebenen gewährleistet, unabhängig von der Backup-Software. Als Praxisbeispiel ließe sich eine Tape-basierte Lösung ersetzen und die neue Lösung in Kombination mit der Backup-Software Veeam für VMware-Umgebungen nutzen.
Fazit: Revisionssichere Speichersysteme im Gesundheitswesen als Investition in die Zukunft
Das Gesundheitswesen sieht sich mit wachsenden Datenmengen und steigenden Anforderungen an IT-Sicherheit und Datensouveränität konfrontiert. Im Sinne einer vorausschauenden Investition sind lokale Speicheirlösungen gefragt, die zuverlässig, revisionssicher, flexibel skalierbar und wirtschaftlich sind – und zugleich der Forderung nach mehr Datensouveränität gerecht werden.
Autor
Roland Stritt, Chief Revenue Officer (CRO), FAST LTA
