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Interoperabilität unter der Lupe – So notwendig wie offen

Foto von Kim Becker

Kim Becker: „Würden wir bei der elektronischen Patientenakte den Fokus mehr auf die organisatorischen statt auf die technische Ebene richten, hätten wir die Chance, übergreifende Prozesse neu zu denken und echte Mehrwerte für die Versorgung zu schaffen.“

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Interoperabilität unter der Lupe – So notwendig wie offen

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3 MIN

Interview mit Kim Becker, Dedalus HealthCare

Was genau macht Interoperabilität aus und was braucht es dafür? Diese und weitere Fragen beantwortet Kim Becker, Produktmanagerin bei Dedalus HealthCare, im Interview.

Frau Becker, was ist genau Interoperabilität?
Kim Becker: Wir unterscheiden drei Interoperabilitätsebenen. Die syntaktische Interoperabilität stellt den Datenaustausch zwischen Systemen auf Basis etablierter Standards wie DICOM, FHIR oder HL7 sicher. Die semantische Interoperabilität gewährleistet, dass die ausgetauschten Inhalte gegenseitig verstanden werden, wofür Nomenklaturen wie SNOMED CT und LOINC sorgen. Die eigentliche Herausforderung aber ist die organisatorische oder prozessuale Interoperabilität, da sie weit über den reinen Datenaustausch hinausgeht. Sie bildet anhand gemeinsamer Prozesse und Prozessverantwortlichkeiten die anderen beiden Ebenen ab und sorgt dafür, dass eine übergreifende Zusammenarbeit zwischen den Akteuren überhaupt erst gelingen kann. Diese Ebene wird aber zu selten mitgedacht.
 
Wo beispielsweise?
K. Becker: In Deutschland etwa bei der elektronischen Patientenakte. Läge hier der Fokus mehr auf der organisatorischen Ebene, hätten wir die Chance, übergreifende Prozesse neu zu denken und echte Mehrwerte für die Versorgung zu schaffen. Beim digital gestützten Medikationsprozess beispielsweise gilt aktuell für alle Systeme die gleiche Spezifikation, aber der Prozess wurde nie mitgedacht. Eigentlich müsste man fragen: Wer hat welche Verantwortlichkeiten im Prozess und wie können die dann technisch umgesetzt werden? Dann hätten wir die Chance, die Patientenversorgung nachhaltig zu optimieren.
 
Sind die Kliniken denn zu mehr Vereinheitlichung bereit?
K. Becker: Noch gibt es tatsächlich häufig den Widerstreit der Interessen. Auf der einen Seite das Management, das nach möglichst einheitlichen, konsistenten Systemen strebt, auf der anderen die Anwender, die jeweils das für ihre Arbeit beste System wollen. Auch wir sind in einem Zwiespalt, weil wir ja sowohl ein KIS als auch Subsysteme entwickeln. Klar ist, dass Anbieter noch offener werden müssen. Gleichzeitig brauchen wir auf allen Seiten die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, um echte Interoperabilität zu ermöglichen. Grundsätzlich sollten wir uns stärker an europaweit etablierten Standards und Implementation Guides orientieren.
 
Welche Schwerpunkte setzen Sie bei der Weiterentwicklung der Interoperabilität?
K. Becker: Wir stellen uns gerade nachhaltig auf, beispielsweise durch starke Partnerschaften in den Bereichen CDA, FHIR, SNOMED CT und LOINC. Zudem arbeiten wir an FHIR-Profilen über unser komplettes Produktportfolio hinweg, damit wir zum einen unsere eigenen Lösungen besser integrieren können, aber unseren Partnern auch standardisierte eigene Schnittstellen zur Verfügung stellen können.
 
Abschließende Frage: Wo sehen Sie Dedalus HealthCare bei der Interoperabilität in fünf Jahren?
K. Becker: Auf jeden Fall als einen noch deutlich offeneren und interoperableren Partner im Gesundheitswesen, mit einer klaren Strategie und verlässlichen Antworten auf die Herausforderungen der digitalen Vernetzung, basierend auf einer starken technologischen Grundlage. Zentrale Bausteine dieser Entwicklung werden der ORBIS Semantic Layer als konfigurierbares Datenmodell sowie unsere FHIR-basierten Interoperabilitätslösungen sein.
 
Vielen Dank für den spannenden Austausch, Frau Becker.

Quelle: Dedalus HealthCare

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