Leverkusen. Das Klinikum Leverkusen zieht nach 100 Tagen eine erste Bilanz seines spezialisierten Kindernotarzt-Teams – und das Ergebnis ist eindeutig: Das Team wurde in diesem Zeitraum zu insgesamt 45 Einsätzen gerufen, darunter Fälle mit schwersten Verletzungen und Wiederbelebungsmaßnahmen. Die Zahlen belegen, dass die pädiatrische Notfallversorgung in Leverkusen und der umliegenden Region einen erheblichen Bedarf an spezialisierter Expertise hat.
42 Notfalleinsätze und drei Intensivverlegungen
Von den 45 Einsätzen entfielen 42 auf direkte Notfallorte, an denen das Team den regulären Rettungsdienst mit pädiatrischem Fachwissen unterstützte. Drei weitere Einsätze betrafen intensivmedizinisch begleitete Verlegungen zwischen Kliniken. Das Team rückte damit nahezu jeden zweiten Tag aus – ein klares Signal für die Relevanz des Angebots.
Wir stehen den Einsatzteams vor Ort zur Seite mit Erfahrung in der Kindermedizin sowie praktischem Know-how und der technischen Ausstattung für entsprechende Notfallsituationen.
Dr. Dejan Vlajnic, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche
Das Kindernotarzt-Team besteht aus einer Oberärztin oder einem Oberarzt der Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatzweiterbildung Notfallmedizin sowie einer speziell qualifizierten Pflegefachkraft. Insgesamt gehören zehn Mitarbeitende des Klinikums dem Personalpool an. Die Leitstelle der Feuerwehr Leverkusen alarmiert das Team im Bedarfsfall. Seit Ende April ist das Angebot im Einsatz.
Spezialisierte Versorgung als entscheidender Faktor
Die Notwendigkeit eines eigenen Kindernotarzt-Teams begründet sich in den besonderen medizinischen Anforderungen, die Kinder im Notfall stellen. „Kinder benötigen eine medizinische Versorgung, die speziell auf ihre körperlichen und entwicklungsbedingten Besonderheiten abgestimmt ist“, betont Dr. Dejan Vlajnic, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche. Auch bei der Erstversorgung im Notfall sei die spezialisierte Behandlung oft entscheidend, so Vlajnic, der ebenfalls zur Crew des Kindernotarzt-Teams gehört.
14 Einsätze außerhalb Leverkusens
Die Nachfrage beschränkt sich nicht auf das Stadtgebiet: 14 der 45 Einsätze fanden außerhalb Leverkusens statt. Dreimal wurde das Team in den Rheinisch-Bergischen Kreis gerufen, viermal in den Kreis Mettmann und siebenmal in das Kölner Stadtgebiet. Die geografische Reichweite unterstreicht, dass das Angebot eine Versorgungslücke in der gesamten Region schließt.
Wir gehen davon aus, dass die Einsatzzahlen weiter steigen werden, sobald sich das Angebot noch stärker etabliert hat.
Dr. Christoph Adler, Direktor der Klinik für Akut- und Notfallmedizin.
Erweiterung der Einsatzzeiten als nächstes Ziel
Derzeit steht das Kindernotarzt-Team montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr bereit. Dass der Bedarf auch außerhalb dieser Zeiten besteht, zeigen 26 Alarmierungsanfragen, die in diesem Zeitraum eingingen und nicht bedient werden konnten. „Unser Ziel ist es, das Angebot schrittweise auszubauen und künftig noch mehr Kinder mit spezialisierter Notfallmedizin zu erreichen“, sagen Dr. Dejan Vlajnic und Dr. Christoph Adler. „Die ersten 100 Tage haben deutlich gezeigt, wie groß der Bedarf daran ist.“
Finanzierung über Spenden und Fördermittel
Das Kindernotarzt-Team ist keine von den Krankenkassen refinanzierte Leistung. Das Einsatzfahrzeug wird von der Björn Steiger Stiftung bereitgestellt, die während der zunächst zweijährigen Projektlaufzeit auch die Betriebskosten übernimmt. Die Personalkosten trägt das Klinikum Leverkusen selbst. Um das Angebot dauerhaft zu sichern und schrittweise auszubauen, sind die Verantwortlichen auf Spenden und Fördermittel angewiesen.
Die ersten 100 Tage haben gezeigt, dass das Kindernotarzt-Team am Klinikum Leverkusen eine wichtige Lücke in der präklinischen Notfallversorgung von Kindern schließt – regional und überregional. Die Herausforderung besteht nun darin, das Angebot finanziell auf eine tragfähige Basis zu stellen und die Einsatzzeiten perspektivisch auszuweiten.
Quelle: Klinikum Leverkusen gGmbH





