Erfahrene Klinikmanagerin übernimmt die kaufmännische Leitung und will das Reha-Zentrum gemeinsam mit den Mitarbeitenden weiterentwickeln
Gernsbach. Doris Kölbl übernimmt zum 1. September 2026 die kaufmännische Leitung des MEDICLIN Reha-Zentrums Gernsbach. Die erfahrene Klinikmanagerin kommt vom MEDICLIN Herzzentrum Lahr, wo sie zuletzt als stellvertretende Kaufmännische Direktorin tätig war. Mit einem akademischen Hintergrund in Gesundheitsmanagement und Healthcare Management sowie einem breiten Erfahrungsschatz aus Akutmedizin, Rehabilitation und Digitalisierungsprojekten bringt sie vielfältige Kompetenzen in die neue Rolle ein. Es ist ihr erster Einsatz als kaufmännische Leiterin einer Rehabilitationsklinik.
Beruflicher Werdegang: Von Amberg über Ostbayern nach Gernsbach
Doris Kölbl stammt aus der Region Regensburg und hat einen Master in Gesundheitsmanagement sowie einen MBA in Healthcare Management der Universität Bayreuth. Ihre Karriere im Gesundheitswesen startete am Klinikum St. Marien in Amberg, wo sie zunächst im Belegungs- und Entlassmanagement arbeitete und später am Aufbau der Abteilung Integrative Onkologie im dortigen Onkologischen Zentrum mitwirkte.
Anschließend verantwortete sie als Clusterleitung das Entlassmanagement von vier Asklepios-Kliniken in Ostbayern. In dieser Funktion optimierte sie Patientenwege und Prozesse, trieb Digitalisierungsprojekte voran und qualifizierte Mitarbeitende sowie Führungskräfte. 2024 wechselte sie als Verwaltungsleitung und Referentin des kaufmännischen Klinikleiters in die Waldburg-Zeil Klinik nach Bad Saulgau. Seit Januar 2026 war sie im MEDICLIN Herzzentrum Lahr als Klinikmanagerin und stellvertretende Kaufmännische Direktorin tätig.
Das MEDICLIN Reha-Zentrum Gernsbach ist seit 1998 als Rehabilitationsklinik für Neurologie und Geriatrie etabliert. Die Einrichtung verfügt über 224 Betten und beschäftigt rund 255 Mitarbeitende. Neben der stationären Versorgung bietet sie eine ambulante neurologische Rehabilitation sowie eine interdisziplinäre Post-Covid-Rehabilitation an. Über den Vorgänger in der kaufmännischen Leitung, Wolfgang Vogt, hatte KU Gesundheitsmanagement bereits berichtet.
Rehabilitation als medizinische und gesellschaftliche Aufgabe
Kölbl betont die systemische Bedeutung der Rehabilitation im Versorgungsgefüge. „Reha beginnt dort, wo die Akutmedizin endet, und ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesundheitsversorgung“, betont Kölbl. „Sie trägt entscheidend dazu bei, dass Menschen ihre Selbstständigkeit zurückgewinnen, wieder am Berufs- und Familienleben teilnehmen und möglichst lange ohne Pflege auskommen. Damit ist Rehabilitation nicht nur medizinisch, sondern auch gesundheitsökonomisch von großer Bedeutung.“
Dabei sieht sie die Schnittstelle zwischen Akutmedizin und Reha als zentrales Thema: „Gerade bei schweren Erkrankungen dürfen die einzelnen Versorgungsbereiche nicht isoliert voneinander betrachtet werden“, sagt Kölbl. „Wir brauchen gute Übergänge – von der Akutmedizin in die Rehabilitation und von dort zurück in die ambulante Versorgung.“
Mit Blick auf den demografischen Wandel hält Kölbl insbesondere die neurologische und geriatrische Rehabilitation für bedeutende Zukunftsfelder – beide Bereiche sind im Reha-Zentrum Gernsbach bereits verankert. Gleichzeitig stellen kürzere Akutaufenthalte und eine zunehmend ältere sowie multimorbide Patientenschaft Reha-Einrichtungen vor wachsende Herausforderungen.
Mitarbeitende, Digitalisierung und partizipative Führung
Einen hohen Stellenwert räumt Kölbl der Personalentwicklung ein. „Reha lebt von multidisziplinärer Teamarbeit. Medizin, Pflege, Therapie und Sozialmedizin greifen unmittelbar ineinander. Deshalb ist es entscheidend, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen, gut einzuarbeiten und langfristig zu binden.“ Attraktive Arbeitsbedingungen, moderne Arbeitszeitmodelle, solide Ausbildungsstrukturen und die Integration internationaler Fachkräfte zählt sie dabei zu den wesentlichen Stellschrauben. Generationenübergreifende Erwartungen im Arbeitsleben begreift sie als Chance für neue Impulse.
Auch die Digitalisierung sieht Kölbl als Entwicklungsfeld – etwa bei der digitalen Patientenakte, der Therapieplanung sowie der digitalen Therapiebegleitung und Nachsorge. Dabei gilt für sie ein klares Kriterium: „Digitalisierung darf keine zusätzlichen bürokratischen Hürden schaffen. Sie muss für Mitarbeitende und Patienten handhabbar sein und einen konkreten Mehrwert bieten.“
Ihren Führungsansatz beschreibt Kölbl als präsenz- und dialogorientiert. In den ersten Monaten will sie vor allem zuhören, die Strukturen kennenlernen und gemeinsam mit dem Team Entwicklungspotenziale identifizieren. „Mir geht es nicht darum, fertige Lösungen mitzubringen. Ich möchte gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen entscheiden, was für den Standort sinnvoll ist und wie wir das MEDICLIN Reha-Zentrum Gernsbach weiter stärken können.“
Mit dem Wechsel nach Gernsbach verbindet Kölbl auch einen privaten Neustart: Gemeinsam mit ihrem Mann zieht sie zum 1. September in die Stadt. Die Nähe zur Natur – ob rund um den Bodensee oder in den österreichischen Bergen – schätzt sie als Ausgleich zum Berufsalltag. „Ich freue mich darauf, in Gernsbach anzukommen, beruflich wie privat“, sagt Kölbl. Damit übernimmt sie die kaufmännische Leitung des Reha-Zentrums in einer Phase, in der Rehabilitation als Versorgungsbereich sowohl medizinisch als auch strukturell an Bedeutung gewinnt.
Quelle: Mediclin





