Heidelberg. Professor Dr. Jakob Nikolas Kather übernimmt zum 1. Oktober 2026 die Hopp-Stiftungsprofessur für „Künstliche Intelligenz in der Medizin“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. Gleichzeitig gründet er das neue Institute for Medical AI (IMAI) am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD). Er leitet es als Gründungsdirektor. Die Dietmar Hopp Stiftung fördert Professur und Institut in den kommenden fünf Jahren mit bis zu acht Millionen Euro. Ziel ist es, Heidelberg als internationalen Spitzenstandort für KI-gestützte Medizin zu etablieren.
Neues Institut für KI-Medizin in den Marsilius-Arkaden
Das IMAI hat seinen Sitz in den Marsilius-Arkaden im Neuenheimer Feld und nimmt zum 1. Oktober 2026 seinen Betrieb auf. Als zentrale Struktureinheit für KI-Themen im Klinikverbund Heidelberg-Mannheim soll es Forschungsgruppen und klinische Teams bei der Umsetzung von KI-Projekten beraten. Ebenso soll es die IT-Infrastruktur ausbauen sowie die Zusammenarbeit mit Industriepartnern und die Gründung von Start-ups fördern. Für diese Aufgaben baut Professor Kather ein interdisziplinäres Team auf. Dieses vereint Fachleute aus Medizin, Informatik, Physik, Biologie, Ingenieurwissenschaften und Jura.
Ich freue mich, dass wir mit Professor Dr. Jakob Nikolas Kather einen der international führenden Experten zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin gewinnen konnten. KI-Anwendungen werden das Gesundheitswesen in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Unser Anspruch ist es, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten: Wir werden den Klinikverbund Heidelberg-Mannheim zu einem Spitzenstandort für modernste, KI-gestützte Medizin entwickeln – in Krankenversorgung, Forschung und Lehre wie auch durch Kooperationen mit Start-ups und Industriepartnern. In diesem Prozess nimmt das von Professor Kather aufgebaute und geleitete Institute for Medical AI, kurz IMAI, eine zentrale Rolle ein.
Professor Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstand Medizin und Vorstandsvorsitzender des Verbunds der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim.
Kather: Erfahrener KI-Forscher und Kliniker aus Dresden
Professor Kather wechselt von der Technischen Universität Dresden nach Heidelberg. Dort hatte er seit 2022 die Professur für „Clinical Artificial Intelligence“ an der Medizinischen Fakultät und der Fakultät für Informatik inne. Parallel war er als Oberarzt in der Onkologie am Universitätsklinikum Dresden sowie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden tätig. Seit 2020 leitete er zudem eine Arbeitsgruppe in der Klinik für Medizinische Onkologie am UKHD. Der 37-Jährige ist Facharzt für Innere Medizin. Ebenso besitzt er einen Master in „Medical Physics“ und entwickelt seit 15 Jahren KI-Anwendungen für die Medizin.
Mit der Berufung von Professor Kather stärken wir unsere Fakultät in einem zentralen Zukunftsfeld der Medizin. Künstliche Intelligenz wird eine Schlüsselrolle dabei spielen, Forschung schneller in die klinische Anwendung zu überführen und innovative Ansätze für Diagnostik und Therapie zu entwickeln. Im Rahmen der Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim wird das Institute for Medical AI dazu beitragen, medizinische Expertise und technologische Innovation zu verbinden, die Translation zu beschleunigen und die internationale Sichtbarkeit unserer Region weiter zu stärken.
Professor Dr. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg
KI-Agenten als Forschungsschwerpunkt
Ein zentrales Thema am IMAI sind sogenannte KI-Agenten: Softwaresysteme auf Basis großer Sprachmodelle. Diese können komplexe Aufgaben eigenständig und in mehreren Schritten bearbeiten. In der Medizin könnten sie künftig bei der Diagnose, der individuellen Therapieplanung und im Patientenmanagement eingesetzt werden.
Am IMAI werde ich gemeinsam mit meinem Team solche modernen KI-Agenten für verschiedene medizinische Fragestellungen entwickeln und in Studien überprüfen. Agentische KI birgt enorme Potenziale: Sie kann Medizinerinnen und Mediziner unterstützen und entlasten, Entscheidungen vorbereiten, Prozesse beschleunigen und dadurch die Versorgungsqualität weiter erhöhen. Die Entscheidung über Diagnosen und Therapien werden am Ende aber immer Ärztinnen und Ärzte treffen.
Professor Kather
Ausbildung der nächsten KI-Generation in der Medizin
Neben Forschung und klinischer Anwendung legt Professor Kather einen besonderen Schwerpunkt auf die Qualifizierung des medizinischen Nachwuchses. Daten- und KI-Kompetenz soll bereits im humanmedizinischen Grundstudium verankert werden. Darüber hinaus plant er den Ausbau weiterführender Ausbildungsangebote für Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Dietmar Hopp Stiftung fördert mit bis zu acht Millionen Euro
Die Finanzierung des IMAI übernimmt die Dietmar Hopp Stiftung, die das Institut über fünf Jahre mit bis zu acht Millionen Euro unterstützt. „Mit dem IMAI entsteht ein Institut, an dem technologischer Fortschritt konsequent für die Gesundheitsversorgung nutzbar gemacht wird“, sagt Daniel Hopp, Geschäftsführer der Dietmar Hopp Stiftung. „Entscheidend ist dabei der Brückenschlag von der Forschung und Entwicklung in die sichere Anwendung: Mit der Förderung möchten wir dazu beitragen, dass die Potenziale Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll zum Nutzen der Patientinnen und Patienten erschlossen werden.“
Mit dem IMAI und der Hopp-Stiftungsprofessur setzt das Universitätsklinikum Heidelberg ein klares Signal. KI in der Medizin soll nicht nur erforscht, sondern systematisch in die Versorgungsrealität überführt werden. Natürlich soll dies unter Wahrung von Datenschutz, ethischen Standards und ärztlicher Verantwortung geschehen.
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg





