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Wie UWB Präzision und Leistungsfähigkeit im Gesundheitswesen neu definiert

Medizinische Fachkraft tippt auf digitale Symbole zur Zugangskontrolle und Identifikation im Krankenhaus

Wie UWB Präzision und Leistungsfähigkeit im Gesundheitswesen neu definiert

4 MIN

Wie UWB-Technologie klinische Workflows, Patientensicherheit und Zutrittskontrolle im Krankenhaus transformiert

Ultrabreitband (UWB) etabliert sich als präzise Ortungs- und Sensortechnologie im Gesundheitswesen. Von der Echtzeit-Lokalisierung medizinischer Geräte über kontaktloses Vitalparameter-Monitoring bis hin zur sicheren Zutrittskontrolle in sensiblen Bereichen – UWB ermöglicht zuverlässige, schnelle und datenschutzkonforme Lösungen, die klinische Prozesse effizienter und sicherer gestalten.

Ultrabreitband (UWB) hat sich zu einer Schlüsseltechnologie im Gesundheitswesen entwickelt. Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen können damit präzise nachvollziehen, wo sich relevante Personen aufhalten und sich medizinische Geräte befinden. Darüber hinaus eröffnet UWB zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten, etwa beim Monitoring von Vitalparametern.

Die UWB-Technologie basiert auf dem Senden extrem kurzer, mit Zeitstempel versehener Funksignale und der präzisen Messung ihrer Laufzeit zwischen den beteiligten Systemen. So lassen sich Entfernungen präzise bestimmen und darauf aufbauend Positionen exakt berechnen. Auf diese Weise können etwa Zutrittsrechte zu Gebäuden oder sensiblen Bereichen präzise gesteuert und Authentifizierungsprozesse an IT-Systemen zuverlässig umgesetzt werden. In klinischen Umgebungen, in denen Zeit ein kritischer Faktor ist, schafft UWB damit eine belastbare technische Grundlage für präzise, schnelle und sichere Abläufe.

Mit UWB unkompliziert klinische Workflows optimieren

Viele klinische Prozesse erfordern Klarheit darüber, wer oder was sich tatsächlich an welchem Ort befindet. UWB ermöglicht hierfür eine direkte Peer-to-Peer-Distanzmessung zwischen zwei UWB-fähigen Geräten. So lässt sich beispielsweise zuverlässig sicherstellen, dass ein tragbarer Herzmonitor mit der richtigen Patientin oder dem richtigen Patienten verbunden ist.

Ebenso lässt sich nachvollziehen, ob ein gewartetes Beatmungsgerät bereits wieder der vorgesehenen Intensivstation zugeordnet wurde. Oder ob sich ein EKG-Leitungssatz vor Beginn eines Eingriffs tatsächlich im sterilen Bereich befindet. Solche automatisierten, ortsbasierten Abgleiche reduzieren Verwechslungen, ohne zusätzliche Workflows zu erzeugen.

Da diese Peer-to-Peer-Distanzmessung kein gebäudeweites Netzwerk mit fest installierter Infrastruktur erfordert, lassen sich Implementierungsaufwand, Systemkomplexität und Kosten reduzieren. Gleichzeitig stehen schnelle und zuverlässige Messergebnisse zur Verfügung. Hinzu kommt, dass UWB inzwischen in vielen modernen Smartphones und Wearables integriert ist. Dadurch lassen sich Gerät-zu-Gerät-Anwendungen ohne spezielle Hardware auf Klinik-Badges und Smartphones ausweiten.

Wenn eine Einrichtung einen noch umfassenderen Überblick über Geräte, Betten oder Notfallausrüstung benötigt, ermöglicht UWB auch gebäudeweite Implementierungen. Fest installierte Basestationen dienen dabei als Anker für Echtzeit-Ortungssysteme. So lassen sich Bewegungen dokumentieren und besonders wertvolle medizinische Geräte sofort lokalisieren und verfolgen.

Überwachung von Vitalparametern, Sturzerkennung und Schlafanalyse

Über die Ortung hinaus wird UWB zunehmend auch zum direkten Gesundheitsmonitoring von Patienten eingesetzt. Impulsbasierte Radartechniken auf UWB-Basis erfassen selbst kleinste Körperbewegungen wie Atmung oder Herzschlag. Damit werden kontaktloses Vitalparameter-Monitoring, Sturzerkennung und Schlafqualitätsanalysen möglich.

Da diese Systeme ausschließlich Bewegungs- und Distanzinformationen erfassen und keine Bilddaten generieren, beschränkt sich die Datenerhebung auf Positions- und Bewegungsmuster. Das reduziert die Sensibilität der verarbeiteten Informationen im Vergleich zu bildbasierten Verfahren.

Intelligente Zutrittskontrolle

UWB kann nicht nur zur präzisen Ortung eingesetzt werden. Die sichere, genaue Distanzbestimmung kann auch für einen freihändigen Zugang zu sensiblen Bereichen wie sterilen Operationssälen, Radiologieräumen oder Medikamentenlagern eingesetzt werden. Türen öffnen sich nur dann, wenn sich ein autorisiertes Badge oder Smartphone physisch innerhalb eines definierten Schwellenbereichs befindet. Der Schutz vor unbefugtem Zutritt von jemandem, der einer autorisierten Person unmittelbar folgt, lässt sich zusätzlich erhöhen, indem die UWB-Entfernungsmessung mit Kurzstreckenradar zur Präsenzerkennung kombiniert wird.

Dieselben technologischen Bausteine ermöglichen die Definition präziser Sicherheitsperimeter rund um lokal abgegrenzte Gefahrenbereiche, beispielsweise bei bildgebenden Großgeräten oder robotergestützten Assistenzsystemen. Nähert sich eine dort nicht vorgesehene Person einem solchen Bereich, können Systeme automatisch verlangsamt oder gestoppt werden, um Risiken zu minimieren.

Lösungen, die sofort einsatzbereit sind

Mit seiner hohen Präzision, kurzen Reaktionszeiten und integrierten Sicherheitsmechanismen trägt UWB bereits heute dazu bei, Abläufe im Gesundheitswesen sicherer und effizienter zu gestalten. Von der Ortung medizinischer Geräte über die Überwachung von Vitalparametern bis hin zu Zutritts- und Sicherheitskonzepten entsteht eine technologische Grundlage, die sowohl klinische Prozesse als auch Behandlungsergebnisse nachhaltig verbessern kann.

Mit fortschreitender Standardisierung, wachsender Geräteverfügbarkeit und kontinuierlichen Verbesserungen bei Genauigkeit und Integration wird UWB künftig sowohl die Präzision als auch die Leistungsfähigkeit im Gesundheitswesen weiter stärken.

Autor:

Jerome Juvin, Director, UWB Mobile and IIoT, NXP Semiconductors