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Nordrhein-Westfalen weitet Landarztquote aus

Nordrhein-Westfalen Landarztquote

Nordrhein-Westfalen weitet Landarztquote aus

Patientenversorgung

3 MIN

227 Studienplätze für die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen verstärkt seine Bemühungen gegen den Hausärztemangel auf dem Land. Ab dem Wintersemester 2026/27 stehen im Rahmen der Landarztquote (LAQ) 227 Medizinstudienplätze zur Verfügung – 25 mehr als bisher. Das entspricht einem Anstieg von rund 12 Prozent. Es setzt die kontinuierliche Ausweitung des Programms seit seiner Einführung im Jahr 2019 fort. Ziel ist es, die hausärztliche Versorgung in unterversorgten und von Unterversorgung bedrohten Regionen dauerhaft zu sichern.

Bundesweit größtes Medizinstudienangebot mit wachsendem Landarztanteil

Mit insgesamt rund 2.750 Studienplätzen in der Humanmedizin bietet Nordrhein-Westfalen bundesweit die meisten Anfängerplätze in diesem Fach. Ein wachsender Anteil davon ist an eine konkrete Verpflichtung geknüpft: Wer einen LAQ-Studienplatz erhält, erklärt sich bereit, nach Abschluss der einschlägigen Weiterbildung zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt in einer strukturschwachen Region tätig zu sein.

Der Anteil der LAQ-Plätze an den staatlichen Universitäten steigt nun von 7,8 auf 8,8 Prozent. Seit dem Start im Wintersemester 2019/20 wurde die Gesamtzahl der LAQ-Studienplätze damit um insgesamt rund 32 Prozent erhöht.

Nordrhein-Westfalen leistet bundesweit den größten Beitrag zur Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten. Damit die Medizinerinnen und Mediziner auch dort arbeiten, wo sie am dringendsten gebraucht werden, haben wir die Landarztquote erhöht. Das erleichtert all jenen den Einstieg ins Studium, die dafür brennen, als Hausarzt die medizinische Versorgung auch in ländlichen Regionen zu sichern.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes

Mehr als 1.100 künftige Hausärzte bereits im Programm

Seit der Einführung der LAQ hat sich das Modell nach Angaben des Ministeriums fest etabliert. Aktuell sind mehr als 1.100 Studierende im Rahmen der Landarztquote verpflichtet. Die ersten Absolventinnen und Absolventen haben ihr Studium bereits erfolgreich abgeschlossen und befinden sich derzeit in der Weiterbildung zur Fachärztin beziehungsweise zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Nordrhein-Westfalen hat 2019 als erstes Land eine Landarztquote bei der Vergabe von Studienplätzen der Humanmedizin eingeführt – und hat mittlerweile zahlreiche Nachahmer gefunden. Das Modell ist bei uns fest etabliert und hat sich bewährt. Mehr als 1.100 künftige Hausärztinnen und Hausärzte sind aktuell in der Landarztquote verpflichtet, die ersten haben bereits ihr Studium erfolgreich abgeschlossen und befinden sich in ihrer Weiterbildung zum Facharzt beziehungsweise zur Fachärztin. Ich freue mich, dass es gelungen ist, die Zahl der Studienplätze für die Landarztquote zu erhöhen, denn die Absolventinnen und Absolventen werden künftig vor allem in einigen ländlichen Regionen und kleineren Kommunen dringend für die hausärztliche Versorgung gebraucht.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

Bewerbung über das LfGA NRW – Auswahlkriterien gehen über Noten hinaus

Die Bewerbung für einen LAQ-Studienplatz läuft über das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA NRW). Im Auswahlverfahren fließen neben der Abiturnote und dem Ergebnis des Tests für Medizinische Studiengänge (TMS) auch einschlägige Berufserfahrungen im Gesundheitswesen sowie die Ergebnisse eines Auswahlgesprächs ein. Dabei stehen insbesondere soziale und empathische Kompetenzen im Vordergrund. Die Zulassungsbescheide werden anschließend über die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) erteilt.

Die Aufstockung der Landarztquote ist ein weiterer Baustein der nordrhein-westfälischen Strategie zur Sicherung der wohnortnahen Primärversorgung. Angesichts des demografischen Wandels in der Ärzteschaft und des wachsenden Bedarfs in ländlichen Kommunen soll das Programm langfristig dazu beitragen, Versorgungslücken strukturell zu schließen – nicht durch kurzfristige Anreize, sondern durch eine gezielte Steuerung bereits im Studium.

Quelle: Land Nordrhein-Westfalen

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