Mobile Telemedizin für Krisensituationen live demonstriert
Aachen. Mit einer öffentlichen Abschlussdemonstration auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks in Aachen ist das Forschungsprojekt KABINE der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik RWTH Aachen erfolgreich zu Ende gegangen. Es wurde gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Bevölkerungsschutz, Gesundheitswesen und Politik nutzten die Gelegenheit, sich über die Projektergebnisse zu informieren. Ebenso auch über das Potenzial der entwickelten telemedizinischen Versorgungseinheit für den Einsatz in Krisen- und Katastrophensituationen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung der in den vergangenen zwei Jahren entwickelten KABINE. Dies ist eine mobile, telemedizinischen Versorgungseinheit, die auf Basis einer umgebauten Toilettenkabine entstanden ist. Das System wurde entwickelt, um die hausärztliche Versorgung jederzeit sicherzustellen. Auch dann, wenn Arztpraxen, Krankenhäuser oder Verkehrswege infolge einer Katastrophe beschädigt, zerstört oder überlastet sind. In einer Live-Demonstration zeigten die Projektbeteiligten, wie Patientinnen und Patienten mithilfe der KABINE medizinisch versorgt werden können. Dabei führten die Patientinnen und Patienten unter telemedizinischer Anleitung selbstständig verschiedene Untersuchungen durch. Die Besucherinnen und Besucher erhielten dabei einen praxisnahen Einblick in die Funktionsweise der integrierten Medizingeräte sowie in den telemedizinischen Behandlungsablauf.
Live-Demonstration der KABINE zeigt Einsatz in der Praxis
Vor der Demonstration präsentierte das Projektkonsortium die zentralen Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Im Fokus standen insbesondere die technische Umsetzung der mobilen Versorgungseinheit. Ebenso aber auch die Erprobung des Systems unter realitätsnahen Bedingungen sowie mögliche zukünftige Einsatzszenarien im Bevölkerungsschutz. Die KABINE soll dazu beitragen, Versorgungslücken in außergewöhnlichen Schadenslagen zu überbrücken. Ebenso soll sie die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung auch unter erschwerten Bedingungen aufrechterhalten.
Mobile Versorgungseinheit für den Krisenfall
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekts wurde ein innovativer Ansatz für die medizinische Versorgung in Krisensituationen entwickelt und erprobt. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung telemedizinischer Lösungen im Bevölkerungsschutz und können Impulse für zukünftige Konzepte einer resilienten Gesundheitsversorgung liefern. Bereits jetzt zeigt sich eine hohe Akzeptanz der KABINE bei den Besucherinnen und Besuchern der Abschlussveranstaltung sowie bei den Teilnehmenden der Studien.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt KABINE sind unter projekt-kabine.org verfügbar.
Quelle: Uniklinik RWTH Aachen




