Berlin. Eine aktuelle Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) legt ein alarmierendes Bild offen: 59 Prozent der deutschen Krankenhäuser können kein einziges Patientenzimmer kühlen; in den übrigen Häusern sind es im Schnitt lediglich elf Prozent der Zimmer. Insgesamt sind damit bundesweit nur rund fünf Prozent aller Patientenzimmer klimatisiert. Als Hauptursache nennen fast alle befragten Kliniken fehlende Finanzmittel. DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß fordert entschiedenes politisches Handeln – bis zum Sommer 2027 müsse sich die Situation spürbar verbessert haben.
Erschreckende Datenlage: Kühlung in Patientenzimmern kaum vorhanden
Die Ergebnisse der DKI-Blitzumfrage verdeutlichen das strukturelle Ausmaß des Problems: Mehr als die Hälfte aller deutschen Krankenhäuser verfügt über keinerlei Kühltechnik in Patientenzimmern. Selbst in den Häusern, die zumindest teilweise kühlen können, liegt der Anteil klimatisierter Zimmer im Mittel bei nur elf Prozent. Für Patientinnen und Patienten – viele von ihnen älter, chronisch krank oder in ihrer Mobilität eingeschränkt – kann Hitze lebensgefährlich werden. Gleiches gilt für Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen, in denen besonders vulnerable Gruppen versorgt werden.
Ursache: Jahrzehntelange Unterfinanzierung der Investitionskosten
Der Mangel an Kühltechnik ist nach Einschätzung der DKG kein Versagen der Kliniken, sondern Folge einer seit Jahrzehnten unzureichenden Investitionskostenfinanzierung durch die Länder. Obwohl diese gesetzlich verpflichtet sind, die tatsächlich anfallenden Kosten für Bauten und technische Infrastruktur zu tragen, werden derzeit lediglich rund 60 Prozent davon gedeckt. Solange diese Finanzierungslücke besteht, fehlt den Krankenhäusern der Spielraum für notwendige Nachrüstungen.
DKG fordert Nachrüstung bis Sommer 2027
Die DKG verlangt, dass die Krankenhäuser umgehend die Mittel erhalten, um Kühltechnik nachzurüsten. Ziel ist es, die Situation bis zum Sommer 2027 spürbar zu verbessern. Hitzeschutz dürfe sich nicht länger auf das Schließen von Vorhängen und den Hinweis auf ausreichendes Trinken beschränken – Maßnahmen, die die Raumtemperatur um keinen einzigen Grad senken.
„Wenn es heiß wird, herrschen fast überall in deutschen Krankenhäusern inakzeptable Zustände. Nur rund fünf Prozent der Patientenzimmer können aktiv gekühlt werden. Die Räume heizen sich auf, Menschen haben keine andere Wahl als in ihren Betten zu schwitzen. Und nicht zuletzt müssen auch die Beschäftigten bei Höchsttemperaturen volle Leistung bringen. Sie können ihre Arbeitszeit nicht in kühlere Stunden verlegen oder ins Hitzefrei gehen. Diese Zustände müssen sich so schnell wie möglich ändern. Fast alle Krankenhäuser begründen den Mangel an Klimaanlagen und anderer Kühltechnik mit fehlendem Geld. Ursache dafür ist die seit Jahrzehnten unzureichende Investitionskostenfinanzierung der Länder. Obwohl sie gesetzlich verpflichtet sind, die tatsächlich anfallenden Kosten für zum Beispiel Bauten und technische Infrastruktur zu tragen, sind derzeit gerade 60 Prozent davon gedeckt. Die Krankenhäuser müssen jetzt die Mittel erhalten, um so schnell wie möglich nachrüsten zu können. Bis zum kommenden Sommer muss sich die Situation spürbar verbessert haben. Niemand würde ein Krankenhaus ohne Heizung bauen und im Winter stattdessen heißen Tee und Wärmflaschen verteilen. Hitzeschutz beschränkt sich aber noch immer hauptsächlich auf geschlossene Vorhänge und den Hinweis, viel zu trinken. Dadurch kühlt ein Patientenzimmer aber um keinen einzigen Grad ab. Es ist traurig, dass es erst mehr als zehntausend Hitzetote brauchte, bis die Politik das Problem überhaupt auf die Tagesordnung genommen hat. Jetzt heißt es, möglichst schnell aus der Diskussion heraus und ins Handeln zu kommen und umgehend Kühltechnik nachzurüsten“, erklärt Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG.
Die DKI-Blitzumfrage liefert erstmals belastbare Zahlen zu einem Problem, das in der politischen Debatte lange unterschätzt wurde. Die DKG macht deutlich: Hitzeschutz in Krankenhäusern ist keine Komfortfrage, sondern eine Frage der Patientensicherheit – und erfordert jetzt konkrete Investitionen statt weiterer Diskussionen.
Quelle: DKG/DKI





