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VDE DGBMT-Preis für Patientensicherheit 2026: EMR Guard von Dr. Julian Friedrich erkennt Allergien im Freitext

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VDE DGBMT-Preis für Patientensicherheit 2026: EMR Guard von Dr. Julian Friedrich erkennt Allergien im Freitext

Patientenversorgung

3 MIN

Frankfurt a. M. Der Preis für Patientensicherheit der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (VDE DGBMT) geht in diesem Jahr an Dr. Dr. med. Julian Friedrich vom Universitätsklinikum Essen. Ausgezeichnet wird sein KI-gestütztes Assistenzsystem „Electronic Medical Records (EMR) Guard“, das Freitextdokumentationen in Patientenakten automatisch auf Hinweise zu Allergien und Medikamentenunverträglichkeiten analysiert und mit strukturiert hinterlegten Allergiedaten abgleicht. Das Preisgeld beträgt 6.500 Euro.

Das Problem: Allergiedaten im Freitext bleiben für Warnsysteme unsichtbar

In der klinischen Praxis werden Informationen zu Allergien und Medikamentenunverträglichkeiten häufig lediglich im Freitext von Arztbriefen, Aufnahmedokumentationen oder Verlaufsnotizen festgehalten. Für digitale Warnsysteme in Krankenhausinformationssystemen bleiben diese Einträge damit unsichtbar – mit potenziell gefährlichen Folgen: Kritische Medikamente können verordnet werden, ohne dass eine entsprechende Warnung ausgelöst wird, weil die relevante Allergieinformation nicht strukturiert erfasst ist.

EMR Guard: KI liest Freitext und schließt Dokumentationslücken

Der EMR Guard analysiert neu erstellte Aktennotizen und Verlaufsdokumentationen automatisch auf Hinweise zu Allergien und gleicht diese mit den bereits strukturiert hinterlegten Allergiedaten ab. Erkennt das System, dass eine im Freitext dokumentierte Allergie nicht in der offiziellen Allergieliste erfasst ist, informiert es die zuständigen Behandlerinnen und Behandler. Entwickelt wurde das System von Dr. Friedrich gemeinsam mit einem interdisziplinären Ärzteteam am Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin am Universitätsklinikum Essen – unter Beteiligung von Prof. Felix Nensa, Prof. Jens Kleesiek, Prof. Joachim Dissemond und Dr. Ruth Hecker.

Erste Ergebnisse aus dem klinischen Einsatz

Erste Erfahrungen aus dem Einsatz auf zwei Stationen am Universitätsklinikum Essen zeigen, dass der EMR Guard die Qualität der Allergiedokumentation verbessern kann. Durch die bessere Verfügbarkeit sicherheitsrelevanter Informationen unterstützt das System bestehende klinische Warnmechanismen und trägt dazu bei, Risiken in der Arzneimitteltherapie frühzeitig zu erkennen. Langfristig kann eine vollständigere und konsistentere Dokumentation helfen, allergiebedingte Medikationsfehler zu reduzieren.

Hintergrund: Preis für wissenschaftlich-technischen Nachwuchs

Der Preis für Patientensicherheit der VDE DGBMT wird von Dr. med. Hans Haindl gestiftet, der als öffentlich bestellter Sachverständiger für Medizinprodukte über 25 Jahre lang Schäden an Medizinprodukten untersucht hat. Die Auszeichnung richtet sich an den wissenschaftlich-technischen Nachwuchs in Forschungseinrichtungen, Kliniken und der Industrie. Auch Krankenhausbetreiber sollen von der Förderung profitieren, da sie dafür Sorge tragen müssen, dass Medizinprodukte in verlässliche Prozesse eingebunden werden.

„Informationen über Allergien und Medikamentenunverträglichkeiten gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine sichere Patientenversorgung. Moderne Krankenhausinformationssysteme können zwar automatisch vor potenziell gefährlichen Medikamenten warnen – allerdings nur dann, wenn die entsprechenden Allergien strukturiert dokumentiert sind“.

Dr. Julian Friedrich

Der EMR Guard adressiert eine in der klinischen Praxis weit verbreitete, aber bislang kaum systematisch gelöste Dokumentationslücke. Die Auszeichnung durch die VDE DGBMT unterstreicht das Potenzial KI-gestützter Assistenzsysteme, die Patientensicherheit nicht durch neue Prozesse, sondern durch die intelligente Auswertung bereits vorhandener Dokumentation zu verbessern.

Quelle: VDE DGBMT

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