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RKI-Surveillance 2025: Antibiotikaverbrauch stagniert – E.-coli-Resistenzen nehmen zu

Antibiotikaresistenz RKI 2025

RKI-Surveillance 2025: Antibiotikaverbrauch stagniert – E.-coli-Resistenzen nehmen zu

Patientenversorgung

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Berlin. Das Robert Koch-Institut hat aktuelle Daten zur Antibiotikaresistenz und zum Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern veröffentlicht. Die Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen: Der Verbrauch im stationären Bereich bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres – ohne erkennbare Annäherung an das nationale Reduktionsziel. Gleichzeitig deuten erste Auswertungen auf eine wachsende Resistenzproblematik bei E. coli hin.

Datenbasis: 126 Labore und 593 Krankenhäuser beteiligt

Die Grundlage der aktuellen Veröffentlichung bilden zwei bundesweite Surveillance-Systeme, die vom RKI koordiniert werden: die Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) und die Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS). Für das Berichtsjahr 2025 haben 126 Labore über ARS sowie 593 Krankenhäuser über AVS Daten aus ganz Deutschland gemeldet. Die Ergebnisse sind auf der gemeinsamen ARS/AVS-Internetseite des RKI abrufbar.

Verbrauch im Krankenhaus: Kein Fortschritt beim DART-2030-Ziel

Der Antibiotikaverbrauch im stationären Sektor hat sich 2025 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Damit bleibt Deutschland hinter den Erwartungen der nationalen Strategie zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen (DART 2030) zurück. Diese sieht vor, den Gesamteinsatz von Antibiotika – ambulant und stationär zusammengerechnet – bis 2030 um neun Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2019 zu senken. Eine abschließende Einordnung, wie weit Deutschland diesem Ziel tatsächlich nähergekommen ist, wird erst im November möglich sein: Dann werden die ambulanten Verbrauchsdaten gemeinsam mit den stationären Zahlen über das Europäische Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance-Netzwerk ESAC-Net zur World Antimicrobial Awareness Week (17.–23. November 2026) veröffentlicht.

Antibiotic Stewardship als zentrales Handlungsfeld

Um das DART-2030-Ziel noch zu erreichen, sind nach Einschätzung des RKI verstärkte Anstrengungen erforderlich – insbesondere im Bereich Antibiotic Stewardship. Dieses Konzept zielt darauf ab, den Einsatz von Antibiotika gezielter und verantwortungsvoller zu gestalten und damit sowohl die Therapiequalität zu verbessern als auch der Resistenzentwicklung entgegenzuwirken.

Resistenzdaten: Zunehmende Probleme bei E. coli

Erste Auswertungen der Resistenzdaten aus ARS zeigen, dass Resistenzen bei Escherichia coli gegen Cephalosporine der dritten Generation weiter zunehmen. Diese Antibiotikaklasse gehört zu den am häufigsten eingesetzten Mitteln – fällt sie als Therapieoption aus, werden die Behandlungsmöglichkeiten bei bakteriellen Infektionen erheblich eingeschränkt. Die vollständigen Auswertungen zu den nationalen Resistenzzielen werden ebenfalls im Rahmen der Weltantibiotikawoche im November 2026 veröffentlicht. Die aktuellen Rohdaten aus ARS sind bereits jetzt über die RKI-Website zugänglich.

Antibiotikaresistenz: Eine der größten Bedrohungen der modernen Medizin

Antibiotika zählen zu den wirksamsten und zugleich gefährdetsten Arzneimitteln der Gegenwart. Ihr übermäßiger oder unsachgemäßer Einsatz fördert die Entstehung resistenter Bakterienstämme und erschwert die Behandlung von Infektionskrankheiten erheblich. In Europa sterben schätzungsweise 35.000 Menschen jährlich an den Folgen von Antibiotikaresistenzen – mehr als im europäischen Straßenverkehr.

Die aktuellen RKI-Daten verdeutlichen, dass Deutschland beim Erreichen der DART-2030-Ziele noch erheblichen Handlungsbedarf hat. Ob und in welchem Ausmaß der ambulante Bereich zur Gesamtbilanz beiträgt, wird sich mit der Veröffentlichung der vollständigen Verbrauchs- und Resistenzdaten im November 2026 zeigen.

Quelle: Robert Koch-Institut

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