Der erste Nachhaltigkeitsbericht der Evang. Kliniken Essen-Mitte
Essen. Die Evang. Kliniken Essen-Mitte (KEM) haben ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht präsentiert. Darin fasst das Unternehmen mit drei Standorten in Essen seine Erfolge und Bemühungen im Bereich Nachhaltigkeit zusammen. Im Interview erläutert Katrin Mayer aus dem Nachhaltigkeitsteam der KEM, wie dieser erste Bericht zustande kam, welche Herausforderungen gemeistert werden mussten und blickt zudem auf einige Highlights. Wie setzen die KEM ihre Nachhaltigkeitsstrategie um? Welche Ziele hat das Unternehmen ins Visier genommen?
Frau Mayer, welche Beweggründe standen hinter der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts?
„Anfangs stand für Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten eine Pflicht zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten im Raum. Dies ist jedoch durch die EU verschoben und gelockert worden. Warum haben wir uns nicht darauf ausgeruht? Weil wir im Team Nachhaltigkeit an den Evang. Kliniken Essen-Mitte, das sind meine Kollegin Andrea Hassing und ich, festgestellt haben, wie viel Bewegung in Bezug auf Umweltschutz, Umgang mit Ressourcen, im Bereich Soziales und vielem mehr bereits bei uns an den KEM existiert. Das hat uns so beeindruckt, dass wir die Nachhaltigkeit an den KEM sichtbar machen und den Schwung mitnehmen wollten, um weitere Projekte in Gang zu bringen. Wir haben nur diese eine Erde und Krankenhäuser tragen durch ihren 24-Stunden-Betrieb dazu bei, dass der Klimawandel voranschreitet. Für einen ersten großen Schritt in Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist dieser Bericht wichtig – dass er so gut ankommt, haben wir nicht geahnt.“
Wie sind Sie bei Ihrer Arbeit vorgegangen?
„Nachhaltigkeit umfasst nicht ‚nur‘ den Umweltpart, sondern auch Soziales und Unternehmensführung. Daher haben wir am Anfang viel organisatorische Arbeit erledigt – angefangen bei Kick-Off-Terminen mit allen Abteilungen, die eine Schnittstelle zur Nachhaltigkeit bilden, bis hin zu Regelterminen und dem Aufbau einer Struktur der Environmental-, Social- und Governance-Kriterien für nachhaltige Unternehmensführung zwecks Datensammlung sowie vieles mehr. Die reine Datenaufnahme inklusive Auswertung hat uns fast ein Jahr Zeit gekostet. Erwähnenswert ist, dass wir kaum auf Widerstände getroffen sind, vielmehr war jede Abteilung bereit, die Fragen ausführlich zu beantworten und uns Daten zur Verfügung zu stellen. Unser Marketingleiter Thorsten Schabelon kommentierte passend: ‚Nachhaltigkeit ist halt sexy‘. Das können wir bestätigen: Es ist ein Thema, mit dem viele privat konfrontiert sind und dem sie offen gegenüberstehen. Unterstützung fanden wir in einem externen Dienstleister, der uns beriet und Software bereitstellte – ohne diese Hilfe wäre das Ganze nicht einfach umsetzbar gewesen.“
Was sind die Highlights des Nachhaltigkeitsberichts?
„Auf den knapp 30-seitigen Bericht bezogen ist mein Highlight, dass wir hier als Vorreiter und positives Beispiel wahrgenommen werden. Eine renommierte Plattform für ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagement schrieb mir: „Ihr Bericht ist sehr gut umgesetzt, inhaltlich und optisch. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass er auch andere Häuser inspirieren würde.“ Der Bericht soll jetzt als Referenz und in einem Webinar genutzt werden.
Aber es ist nicht nur der greifbare Bericht: Durch die interne Ankündigung des Arbeitskreises Nachhaltigkeit erlebten wir eine Welle von Ideen und Engagement, beziehungsweise erleben es immer noch. Nachhaltigkeit ist Teamarbeit. Das zeigt auch der Bericht: Fotos, Grafik, Layout, Gestaltung, Texte, Design, alles wurde inhouse im Team Nachhaltigkeit und der Abteilung Marketing und Kommunikation erstellt. Darauf sind wir stolz. Ansonsten sind Highlights konkrete Maßnahmen wie die Senkung unseres Energieverbrauchs durch installierte Photovoltaikanlagen oder LED-Beleuchtung. Außerdem setzen wir auf regionale Lieferketten und das Cook & Chill Verfahren, um Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Die Patientensicherheit erhöhen wir über ein umfassendes Risikomanagementsystem. Darüber hinaus liegt uns die Weiterbildung und Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden am Herzen und wir kümmern wir uns um Kinderbetreuungsangebote, fördern umweltfreundliche Wege zur Arbeit – sei es durch die Bezuschussung des Deutschlandtickets oder ein Rad-Leasing. Auch im Bereich des Fuhrparks denken wir um, indem wir auf Elektromobilität setzen.“
Wie geht es weiter?
„Wir werden natürlich weiterhin berichten. Das bedeutet: Jedes Jahr erstellen wir von nun an einen Nachhaltigkeitsbericht, sodass die Entwicklung der Nachhaltigkeit an den Evang. Kliniken Essen-Mitte auch nachvollzogen werden kann. Wir werden unseren Fokus verstärkt auch auf nachhaltige Projekte legen und deren Umsetzung begleiten und unterstützen, um unsere Prozesse nachhaltiger zu gestalten. Dabei spielt u.a. neben zunehmender Digitalisierung die Prüfung von Einwegartikeln zugunsten eines Wechsels auf Mehrwegalternativen eine Rolle, darüber hinaus die Weiterentwicklung unsere Compliance- und Datenschutz-Management-Systems. Transparenz ist uns wichtig an den KEM, wir möchten unsere Stakeholder einbeziehen und wir sind uns unserer Verantwortung für die Umwelt und Gemeinschaft bewusst.“
Quelle: Evang. Kliniken Essen-Mitte – KEM
Mehr zum Thema Nachhaltigkeit lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der KU Gesundheitsmanagement.
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