»

Deutschlands erste telemedizinische Narkoseambulanz an der Uniklinik RWTH Aachen gestartet

Telemedizinische Narkoseambulanz

Deutschlands erste telemedizinische Narkoseambulanz an der Uniklinik RWTH Aachen gestartet

Digitalisierung

2 MIN

Innovatives Konzept ermöglicht umfassende Aufklärung von zu Hause

Aachen. Seit April 2024 bietet die Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik RWTH Aachen eine wegweisende Neuerung im Gesundheitswesen: die deutschlandweit erste telemedizinische Narkoseambulanz. Patientinnen und Patienten haben nun die Möglichkeit, sich von zu Hause aus umfassend über ihre bevorstehende Narkose aufklären zu lassen. Hierfür wird ein digitaler Anamnesebogen ausgefüllt und relevante medizinische Unterlagen können hochgeladen werden. Das neue Konzept ist rechtskonform und erfüllt alle Datenschutzvorgaben.

Ein internetfähiges Endgerät mit Webcam, Volljährigkeit, keine schweren Vorerkrankungen und ein operativer Eingriff, der mindestens sieben Tage in der Zukunft liegt – mehr Voraussetzungen braucht es nicht, um die telemedizinische Narkoseambulanz in privater Umgebung in Anspruch zu nehmen. Insbesondere Patientinnen und Patienten ohne schwere Vorerkrankungen profitieren von diesem neuen Ansatz, der zunächst in den Bereichen Gynäkologie/Geburtshilfe, Unfallchirurgie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eingeführt wird.

Vorteile für alle Beteiligten

Die Vorteile für Patientinnen und Patienten sind vielfältig: Sie ersparen sich lange Wartezeiten und lange Anfahrtswege, was nicht nur Zeit, sondern auch ökologische Ressourcen schont. Durch die Vorbereitung mittels Textinformationen und Video zur Narkose sind die Patientinnen und Patienten bereits vor einem persönlichen Videochat mit einer Anästhesistin oder einem Anästhesisten umfassend informiert. Auch das Krankenhaus profitiert von dieser Lösung: Die Arztbindungszeit reduziert sich, da die Anästhesistinnen und Anästhesisten effizienter eingesetzt werden können. Dies führt zu einer optimierten Nutzung ärztlicher Ressourcen und einer insgesamt verbesserten Patientenversorgung.

Ausweitung des Angebots in Planung

Univ.-Prof. Dr. med. Rolf Rossaint, Direktor der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik RWTH Aachen, zeigt sich optimistisch über die Zukunft dieses Ansatzes: „Unser Ziel ist es, die telemedizinische Narkoseambulanz baldmöglichst auf alle Fachgebiete auszuweiten, um noch mehr Patientinnen und Patienten von den Vorteilen dieser innovativen Versorgungsform profitieren zu lassen.“

Die Einführung der telemedizinischen Narkoseambulanz markiert einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung moderner Gesundheitsdienstleistungen und setzt Maßstäbe für zukünftige Standards in der Digitalisierung sowie der Patientenbetreuung vor operativen Eingriffen.

Quelle: RWTH Aachen

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Telemedizinrucksack NäPa ambulante Versorgung

Telemedizinrucksack und Delegation: vdek-Projekt zeigt, wie ambulante Versorgung im ländlichen Raum funktionieren kann

Berlin. Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) fordert im Zuge des geplanten Gesetzentwurfs für ein Primärversorgungssystem, Delegation ärztlicher Leistungen und digitale Instrumente konsequenter zu fördern. Wie das in der Praxis aussehen kann, erprobt der vdek gemeinsam mit dem Regionalen Versorgungszentrum (RVZ) Wurster Nordseeküste in Niedersachsen.

Digitalisierung

Beitrag lesen
LOGEX

LOGEX Healthcare Analytics AG erwirbt Tiplu GmbH

Köln/Hamburg. LOGEX, Anbieter für Healthcare Analytics, wird alleiniger Gesellschafter von Tiplu, einem deutschen Softwareunternehmen für KI-gestützte Lösungen im Krankenhausbereich. Gemeinsam mit Tiplu wird LOGEX erstmals eine vollständige Grundlage für datenbasierte Entscheidungen auf allen Ebenen in Krankenhäusern und Kliniken schaffen.

Digitalisierung

Beitrag lesen
Wenn die KI die Patientin spielt

Wenn die KI die Patientin spielt

Am Universitätsklinikum Würzburg üben Medizinstudierende Patientengespräche mit virtuellen Patientinnen – gesteuert durch ein Sprachmodell, das sich an jede Entscheidung aus dem Vorgespräch erinnert.

Digitalisierung

Beitrag lesen