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Gelebte Digitalisierung im Pflegemanagement

Digitalisierung der Pflege

Gelebte Digitalisierung im Pflegemanagement

Digitalisierung

3 MIN

Ein Blick ins Universitätsklinikum Augsburg

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen darf sich nicht nur auf den Bereich der Patientenversorgung beschränken. Am Universitätsklinikum Augsburg (UKA) zeigt die Pflegedirektion, wie umfassende Digitalisierung alle Bereiche verbessern kann.

Die Rolle des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG)

Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) fördert Investitionen in Patientenportale, Notfallversorgung, Pflege- und Behandlungsdokumentation sowie das digitale Medikationsmanagement. Während der Fokus oft auf Patientenversorgung und Datensicherheit liegt, fehlt es an Unterstützung für die Digitalisierung im Personalmanagement. Dabei können digitale Steuerungsinstrumente auch hier Ressourcen effizient einsetzen.

Eigene Stabstelle für Digitalisierung im Pflegedienst

2019 initiierte die Pflegedirektorin Susanne Arnold die Einrichtung einer Stabsstelle für Digitalisierung in der Pflege am Universitätsklinikum Augsburg (UKA). Seit 2020 ist diese aktiv und wurde 2023 zur Stabsstelle für Digitalisierung und Pflegewissenschaft (DuP) erweitert. Die drei Kernbereiche Applications, Science und Funding arbeiten bereichsübergreifend mit anderen Direktionen zusammen.

Smart Working

Unter dem Begriff Smart-Working ist am UKA ein Co-Working-Space der Pflegedirektion mit 25 modern ausgestatteten Arbeitsplätzen entstanden, welcher derzeit von rund 50 Mitarbeitenden genutzt wird. Durch dieses innovative Konzept kann Vernetzung und das Arbeiten in cross-funktionalen Teams gelebt werden und stellt eine optimale Ergänzung zur virtuellen Zusammenarbeit dar. Für diese Art der teamübergreifenden Zusammenarbeit sind digitale Austauschplattformen unerlässlich, da auch der Remote-Arbeitsplatz im Rahmen der COVID-19-Pandemie zu einer festen Größe geworden ist.

Interaktive Boards zur Projektsteuerung

In der Pflegedirektion des UKAs nutzt die Stabsstelle für DuP die agile Methodik Scrumban, um Flexibilität und Effizienz der Teams zu maximieren. In wöchentlichen Teamleiterbesprechungen werden neue Aufgaben und Projekte dahingehend bewertet, inwieweit sie in den Kompetenzbereich der Stabsstelle passen. Infolgedessen werden die angenommenen Aufgaben vom jeweiligen Teamleiter in das eigene Board übernommen und in sogenannten Sprint- Meetings im Team abgearbeitet. Dabei werden die Aufgaben kleinteilig zerlegt, um sie in einem Intervall von jeweils 14 Tagen abschließen zu können. Im Rahmen der zweiwöchigen Intervalle findet ein Review statt. Die virtuellen und hybrid nutzbaren Scrumban-Boards ermöglichen eine orts- und zeitunabhängige Zusammenarbeit, was insbesondere bei sich schnell ändernden Anforderungen von Vorteil ist.

Einbindung der Anwender und Anwenderinnen im Digitalisierungsprozess

Ohne die Beteiligung der Anwender und Anwenderinnen können Digitalisierungsmaßnahmen im Pflegemanagement nicht erfolgreich und nachhaltig umgesetzt werden. Am Universitätsklinikum Augsburg wird daher großer Wert auf Change-Management gelegt. Sehr gute Ergebnisse werden hier durch die Anwendung der Persona- Methode erzielt. Sie dient dazu, typische Vertreterinnen und Vertreter der Zielgruppe mit Erwartungen, Werte, Wünsche sowie Zielen herauszuarbeiten und zu visualisieren.

Dadurch kann eine gute Change Story entwickelt werden, die die Emotionen der Nutzerinnen und Nutzer beeinflussen kann. Die aktuelle Implementierung des Entlass- und Überleitungsportals am UKA kann dies verdeutlichen. Zu Beginn des Projekts nahmen 90% der Beschäftigten des Sozialdienstes, die zuvor über Funktionen und Möglichkeiten einer Überleitungsplattform informiert wurden, an einer Befragung teil. Es wurden Fragen zur Person, zur Qualifikation und zur Dauer der Betriebszugehörigkeit gestellt. Auch die Veränderungsbereitschaft und bevorzugte Weiterbildungskonzepte wurden abgefragt. Anschließend wurden daraus eine Persona entwickelt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden derzeit in der Umsetzungsphase berücksichtigt.

Optimierung bestehender Systeme

Auch bestehende Softwarelösungen müssen kontinuierlich verbessert werden. Eine interne Umfrage am UKA zur Dienstplanung zeigte, dass viele Funktionen unbekannt oder ungenutzt sind. Eine App zur Kompensation von Ausfällen in der Anästhesieabteilung zeigt, wie digitale Lösungen Arbeitsprozesse erleichtern und effizienter gestalten können.

Angepasster Artikel aus KU Gesundheitsmanagement Ausgabe 06-2024
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Autor: Andreas Mahler

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