Bundesforschungsministerium bewilligt Forschungsgelder für Minden
Minden. Die Mühlenkreiskliniken bauen ihre wissenschaftliche und strategische Bedeutung in der universitätsmedizinischen Forschung weiter aus: Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat die Förderung des standortübergreifenden KI-Forschungsprojekts RACOON Precision Abdominal Imaging Network (PAIN) bewilligt. Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung leistungsfähiger künstlicher Intelligenz zur besseren Erkennung von Ursachen akuter Bauchschmerzen im klinischen Alltag.
Für die Mühlenkreiskliniken ist die Förderentscheidung ein bedeutender Erfolg. Das Projekt knüpft an bereits in Minden entwickelte und veröffentlichte KI-Algorithmen an. Diese wurden auf Daten aus dem Universitätsklinikum Minden trainiert. Nun sollen Daten aus allen teilnehmenden Universitätskliniken zusammengeführt werden. Damit will man die Forschung auf eine neue Ebene heben und zugleich konkrete Anwendungen für die Patientenversorgung entwickeln. Die Mindener Wissenschaftler übernehmen dabei eine zentrale Rolle im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM). Für das Forschungsprojekt erhält das Netzwerk insgesamt 1,08 Millionen Euro. Diese verteilt man anteilig an 38 beteiligte Universitätskliniken. Auf die Mühlenkreiskliniken selbst entfällt die mit Abstand größte Einzelförderung aller bewilligten Anträge.
Projekt NUM RACOON PAIN an den Mühlenkreiskliniken
Das Projekt NUM RACOON PAIN zielt darauf ab, auf Basis großer, standortübergreifender Bild- und Gesundheitsdatensätze robuste KI-Modelle für die Radiologie zu entwickeln. Gerade bei akutem Bauchschmerz, einem der häufigsten Vorstellungsgründe in der Notfallmedizin, kann dies perspektivisch zu schnelleren, präziseren und wissenschaftlich besser abgesicherten Diagnosen beitragen.
„Diese Bewilligung ist für die Mühlenkreiskliniken ein starkes Signal und ein großer Erfolg. Sie zeigt, dass wir nicht nur in der regionalen Gesundheitsversorgung, sondern auch in der universitätsmedizinischen Forschung und in der Entwicklung zukunftsweisender Technologien eine wichtige Rolle spielen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Olaf Bornemeier. „Gerade für einen kommunalen Krankenhausverbund ist es von großer Bedeutung, in solchen nationalen Forschungsstrukturen sichtbar und gestaltend vertreten zu sein. Die Förderung stärkt unseren Anspruch, Spitzenmedizin, Wissenschaft und Innovation eng miteinander zu verbinden.“
Neben der federführenden Beteiligung an RACOON PAIN werden die Mühlenkreiskliniken zudem als Partner in weiteren bewilligten Projekten mitwirken. Dazu zählt das Projekt RACOON Compare zu Imaging Biomarkern in der Radiologie unter Leitung der Universitäten Essen und Frankfurt mit welchem die Mindener Forscher eng zusammenarbeiten. Darüber ist das Universitätsklinikum Minden formell auch leitender Kooperationspartner im Projekt RACOON Included von Univ.-Prof. Dr. Diane Renz (MHH) welches sich mit der besseren Diagnostik der Akuten Lymphatischen Leukämie bei Kindern beschäftigt. Auch aus diesen beiden Forschungsprojekten erhält der kommunale Klinikverbund nun Gelder aus dem Bundesforschungsministerium.
Rolle der Mindener Forscher
Eine besondere Rolle kommt dabei dem wissenschaftlichen Engagement der Mindener Forscher zu. Die Projektanträge für RACOON PAIN wurden federführend von Univ.-Prof. Dr. Jan Borggrefe und Univ.-Prof. Dr. Alexey Surov aus dem Universitätsklinikum Minden gestellt. Der Erfolg unterstreicht die hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Radiologie innerhalb der Mühlenkreiskliniken und ihre wachsende nationale Vernetzung.
„Die Bewilligung bestätigt, dass wir qualitativ hochwertige Forschung auf universitätsmedizinischem Niveau stattfindet“, sagt Prof. Dr. Hans-Jürgen Piechota, Ärztlicher Direktor am Johannes Wesling Klinikum. „Dass aus einem kommunalen Klinikverbund heraus überhaupt die Führungsrolle in bundesweiten KI-Projekten übernommen wird, ist außergewöhnlich. Für die weitere Profilbildung der Mühlenkreiskliniken als starker Partner in Forschung, Lehre und datengetriebener Medizin ist das ein Meilenstein.“
Auch mit Blick auf die Weiterentwicklung des Netzwerkes Universitätsmedizin (NUM) ist die Förderentscheidung von hoher Relevanz. Da das NUM derzeit verstetigt wird und bereits im kommenden Jahr neue Förderanträge erwartet werden, verbessert die jetzige Bewilligung die Ausgangsposition der Mühlenkreiskliniken erheblich. Zugleich werden Investitionen in Datenwissenschaft, wissenschaftlichen Nachwuchs und technische Infrastruktur weiter abgesichert.
Quelle: Mühlenkreiskliniken (AöR)
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