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Geburtshilfe immer aufwändiger und wenig kostendeckend

Geburtshilfe

Geburtshilfe immer aufwändiger und wenig kostendeckend

Patientenversorgung

3 MIN

Aktuelle Studie des Deutschen Krankenhausinstituts

Düsseldorf. In immer weniger Krankenhäusern sind Geburten möglich. In den verbleibenden Geburtshilfen ist die Versorgung der werdenden Mütter zunehmend aufwändiger. Dabei sind die Erlöse vielfach nicht mehr kostendeckend. Eine neuere Entwicklung stellt die Einrichtung von Hebammenkreißsälen (HKS) dar. Das sind wesentliche Ergebnisse der DKI-Studie „Kompendium Geburtshilfe“ für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Ziel des Kompendiums ist es, aktuelle Entwicklungen und künftige Perspektiven in der Geburtshilfe aufzuzeigen. Die Ergebnisse basieren auf einer Repräsentativbefragung von 218 Krankenhäusern mit Geburtshilfe sowie Analysen amtlicher Statistiken.

Weitere Ergebnisse der Studie

  • Innerhalb von 25 Jahren reduzierte sich der Anteil der Krankenhäuser mit Geburtshilfen von 52 % auf 39 %.
  • Die durchschnittliche Anzahl von Geburten je Geburtshilfe stieg in dieser Zeit um 60 % von 712 auf 1.133.
  • In 75 % der Krankenhäuser übersteigen die Kosten der Geburtshilfe die Erlöse.
  • Mehr als die Hälfte der Kliniken gaben an, dass die Mütter älter geworden sind (76 %), sie einen hohen Body-Mass-Index (70 %) und mehr psychosozialen Unterstützungsbedarf haben (59 %)
  • Im Jahr 2000 lag der Anteil der normalen (Spontan-)Geburten an allen Entbindungen bei 72 %. Bis zum Jahr 2024 reduziert sich dieser Anteil auf rund 60 %. Der Anteil der Kaiserschnitte nahm von im Jahr 2000 um 11 % bis zum Jahr 2010 zu und hat sich seitdem kaum noch erhöht.

Der überwiegende Teil der Geburten in Deutschland findet im Krankenhaus statt. Im Jahr 2024 wurden 98 % aller Kinder im Krankenhaus geboren. Infolge des allgemeinen Geburtenrückgangs ist dort die Anzahl der Geburten zwischen 2000 und 2024 von 746.625 Geburten auf 654.615 gesunken (-14 %). Im Jahr 2000 wurden noch in mehr als der Hälfte der Krankenhäuser (52 %) Frauen entbunden. Bis zum Jahr 2023 reduzierte sich der Anteil der Kliniken mit Entbindungen auf 39 %. Dadurch ist die durchschnittliche Anzahl von Entbindungen je Krankenhaus im Zeitraum von 2000 bis 2024 von 712 auf 1.133 gestiegen. Das entspricht einer Steigerung um fast 60 %. Die Geburten konzentrieren sich zunehmend auf größere Krankenhäuser.

Verschiebung bei Art der Geburten

Auch bei der Art der Geburt hat es Verschiebungen gegeben. Im Jahr 2000 lag der Anteil der normalen (Spontan-)Geburten an allen Entbindungen bei 72 %. Bis zum Jahr 2024 reduziert sich dieser Anteil auf rund 60 %. Der Anteil der Kaiserschnitte nahm bis zum Jahr 2010 auf 32% aller Geburten zu und hat sich seitdem kaum noch erhöht. Drei Viertel der befragten Geburtshilfen erwarteten für das Jahr 2025, dass die Kosten ihrer Abteilung die Erlöse übersteigen würden. Der negative Trend aus früheren DKI-Befragungen zur wirtschaftlichen Lage in der Geburtshilfe setzt sich damit fort.

Nahezu alle Krankenhäuser haben in den letzten Jahren Veränderungen bei ihrer Patientenklientel wahrgenommen. Mehr als die Hälfte der Kliniken gab an, dass die Mütter älter geworden sind (76 %), sie einen hohen Body-Mass-Index (70 %) und mehr psychosozialen Unterstützungsbedarf haben (59 %). Dahingegen hat das Wissen über die Geburt (17 %) oder über die Säuglingspflege (5 %) aus Sicht der Kliniken kaum zugenommen. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Versorgung der (werdenden) Mütter in den letzten Jahren für die Krankenhäuser aufwändiger geworden ist.

Eine relative neue Entwicklung stellt die Einrichtung von Hebammenkreißsälen (HKS) dar. Knapp die Hälfte der befragten Häuser hat zum Befragungszeitpunkt einen Hebammenkreißsaal eingerichtet (33 %) oder plante dies (11 %). Als Gründe für die Einführung wurden insbesondere der Wunsch der werdenden Mütter genannt sowie die Möglichkeiten der Mitarbeiterbindung und Personalgewinnung.

Das vollständige „Kompendium Geburtshilfe“ mit allen Ergebnissen steht unter ww.dki.de zum kostenlosen Download zur Verfügung. Auf einem ebenfalls kostenlos verfügbaren Factsheet zur Geburtshilfe sind die wichtigsten Ergebnisse auf einer Seite zusammengefasst.

Quelle: Deutsches Krankenhausinstitut GmbH

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