»

Zwischen Beitragsstabilität und Versorgungsrealität

Beitragsstabilität

Zwischen Beitragsstabilität und Versorgungsrealität

Aus der Praxis

2 MIN

Bis zu 47.000 Stellen im Krankenhausbereich gefährdet

Münster. Mit dem geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz drohen den Krankenhäusern schon ab 2027 erhebliche Mindereinnahmen. Die Ausgabenkürzung der gesetzlichen Krankenversicherung summieren sich allein für somatische Krankenhäuser im Jahr 2027 auf rund 4,1 Milliarden Euro. Das entspricht rechnerisch etwa 200 Euro je Case-Mix-Punkt. Für viele Kliniken würde dies die ohnehin sehr geringe Marge vollständig aufzehren.

Auf Basis der aktuell verfügbaren Krankenhausdaten ist davon auszugehen, dass mindestens 80 Prozent der Krankenhäuser in die Defizitzone rutschen werden. Zum Vergleich: Bereits für das Jahr 2025 hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft einen Defizitanteil von 66 Prozent in ihrer Herbstumfrage erhoben.

Vor diesem Hintergrund sind vielerorts wirtschaftliche Krisensituationen vorprogrammiert und Krankenhäuser wieder einmal gefordert, Einsparpotenziale zu finden und zu realisieren. Bei einer angenommenen unveränderten Leistungserbringung sind signifikante Einspar-möglichkeiten auf Ebene der Krankenhäuser allerdings nicht im Sachkostenbereich zu finden. Der Fokus wird sich nach Einschätzungen von Curacon insbesondere aufs Personal richten.

Bei durchschnittlichen Bruttopersonalkosten von rd. 88 T€ je Vollkraft (Basis: Curacon-Datenpool 2024) wäre rechnerisch und bundesweit eine Einsparung von bis zu 47.000 Vollkräften erforderlich, um die Ergebnisverschlechterungen unter sonst gleichen Bedingungen zu kompensieren und die Häuser überlebensfähig zu halten.

Die Dringlichkeit des Themas ergibt sich auch aus dem engen Zeitplan: Der Gesetzesentwurf liegt seit dem 29. April 2026 vor, das Inkrafttreten ist zum 1. Januar 2027 vorgesehen. Die geplanten Einschnitte werden damit massive Auswirkungen auf die Wirtschaftspläne 2027 ff. und damit bereits auf den Planungszeitraum zur Beurteilung der Fortführungsannahme für die Jahresabschlüsse 2025 haben.

Quelle: Curacon

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Behandlungsfehler Krankenhaus MD-Jahresbericht 2025

MD-Jahresbericht 2025: DKG sieht Behandlungsqualität in Krankenhäusern auf hohem Niveau – und widerspricht Milliarden-Schadensrechnung

Berlin. Der Jahresbericht des Medizinischen Dienstes (MD) für das Jahr 2025 weist erneut rückläufige Behandlungsfehlerzahlen aus: Mit 11.735 gemeldeten Verdachtsfällen im gesamten Gesundheitswesen sank die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 569 Fälle.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
Klinikum Idar-Oberstein Trägerpartner Partnersuche

Klinikum Idar-Oberstein sucht neuen Trägerpartner – offenes Verfahren gestartet, Beschäftigtenrechte gesichert

Idar-Oberstein. Die kommunalen Gesellschafter des Klinikums Idar-Oberstein haben den offiziellen Startschuss für die Suche nach einem neuen Trägerpartner gegeben. Das Verfahren wurde am 19. August 2026 im Rahmen einer vollbesetzten Mitarbeiterversammlung eingeleitet. Gesucht wird ein etablierter Krankenhausträger, der die Gesellschafteranteile der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG) in Höhe von 50,05 Prozent übernimmt.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
Crew Resource Management Klinikum Lüneburg

Crew Resource Management am Klinikum Lüneburg: Aus der Luftfahrt in den Klinikalltag

Lüneburg. Das Klinikum Lüneburg führt Crew Resource Management (CRM) ein – ein Trainings- und Arbeitskonzept, das ursprünglich für Cockpit-Besatzungen entwickelt wurde und heute weltweit in Hochrisikobereichen eingesetzt wird.

Aus der Praxis

Beitrag lesen