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Krankenhäuser zwischen Reformdruck und Zukunftschance

Krankenhausreform NRW VKD

Der Vorstand der VKD-Landesgruppe NRW (v.l.):Hans-Jürgen Winkelmann, Frank Dünnwald (stv. Vors.), Dr. Mark Lönnies (Vors.), Maud Beste, Wolfgang Mueller, Thorsten Kopp. Es fehlt Jessica Llerandi Pulido.

Krankenhäuser zwischen Reformdruck und Zukunftschance

Gesundheitspolitik

3 MIN

Iserlohn. Mehr als 110 Führungskräfte aus der nordrhein-westfälischen Krankenhauslandschaft kamen vergangene Woche in Iserlohn zusammen. Auf Einladung der Landesgruppe NRW des Verbands des Klinikmanagements Deutschland (VKD) diskutierten sie zwei Tage lang über die Herausforderungen und Chancen des Transformationsprozesses durch Reformen und die aktuellen GKV-Sparmaßnahmen. Im Mittelpunkt standen Strukturwandel, Finanzierung und Ambulantisierung.

Den Auftakt machte VKD-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Winkelmann mit einem Blick auf die neue Krankenhausplanung in NRW. Das Land habe beim Strukturwandel einen Vorsprung, eine Erfolgsgarantie gebe es jedoch noch nicht. „Die neue Krankenhausplanung schafft Orientierung und ist eine gute Ausgangsposition. Zum Erfolg wird sie erst, wenn aus Planungsentscheidungen finanzierbare und praktisch umsetzbare Versorgungsstrukturen entstehen.“ Entscheidend sei deshalb auch, wie die Landesreform mit den Vorgaben und Sparmaßnahmen des Bundes zusammenpasse.

Dirk Ruiss, Vorsitzender der vdek-Landesvertretung NRW, erläuterte das Zielbild der Ersatzkassen und die Notwendigkeit von Einsparungen. Zugleich verwies er auf die erheblichen Herausforderungen, vor denen die Kliniken bei der Umsetzung der Veränderungen stehen.

Ingo Morell, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, stellte die Finanzierung der Transformation infrage. Diese erfordere erhebliche Investitionen, gleichzeitig müssten Krankenhäuser beim Transformationsfonds einen Eigenanteil von zehn Prozent aufbringen. „Ich weiß nicht, wie das finanzierbar ist“, sagte Morell. Wer Veränderungen verlange, müsse die Handlungsfähigkeit der Häuser in der Übergangsphase sichern: „Transformation braucht eine Brücke.“

Geordneter Strukturwandel statt kalter Marktbereinigung

Für einen geordneten Strukturwandel statt einer „kalten Marktbereinigung“ sprach sich VKD-NRW-Vorsitzender Dr. Mark Lönnies aus. Veränderungen bei Standorten und Leistungen seien notwendig, dürften aber nicht durch Zahlungsunfähigkeit oder zufällige Insolvenzen erzwungen werden. Er forderte verlässliche Finanzierung, einfachere Regeln und realistische Zeitpläne.

Helmut Watzlawik, Abteilungsleiter Krankenhausversorgung im MAGS, betonte die Bedeutung von Planungssicherheit für Kliniken. Die Krankenhausplanung NRW sei ein lernendes System und werde fortlaufend weiterentwickelt. Gleichzeitig stünden die Kliniken vor zusätzlichen Aufgaben wie Hitzeschutz und Krisenvorsorge.

Am zweiten Tag stand die Ambulantisierung im Mittelpunkt. Frank Dünnwald, stellvertretender Vorsitzender des VKD-NRW, beschrieb das Spannungsfeld zwischen neuen Vorgaben und den Erwartungen der Patienten an stationäre Versorgung: „Die Rolle der Krankenhäuser verändert sich in diesem Kontext, wir müssen für uns neue Strukturen schaffen.“

Wie dies gelingen kann, zeigten Referenten aus Praxis und Recht. Themen waren die passende Zuordnung ambulanter Leistungen, die rechtlichen und wirtschaftlichen Fallstricke der Hybrid-DRG sowie als Beispiele aus der Praxis der erfolgreiche Aufbau von kleinen und großen MVZ-Strukturen.

Quelle: VKD Landesgruppe Nordrhein-Westfalen

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