»

GKV-Spitzenverband warnt: Das Kostenproblem ist gewaltig

GKV

Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes

GKV-Spitzenverband warnt: Das Kostenproblem ist gewaltig

Gesundheitspolitik

2 MIN

Berlin. „Nur wenn alle bereits beschlossenen Sparmaßnahmen voll durchgezogen werden, kann die im nächsten Jahr bei der gesetzlichen Krankenversicherung klaffende 18-Milliarden-Finanzlücke geschlossen werden. Es ist kein Millimeter Spielraum“, so Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

„Das grundlegende Kostenproblem ist immer noch gewaltig, denn die Ausgaben steigen fast doppelt so schnell wie die Einnahmenbasis, sprich die Löhne, Gehälter und Renten“, wie Blatt erläutert. Im ersten Halbjahr 2026 seien die Leistungsausgaben um 7,4 Prozent gestiegen, die beitragspflichtigen Einnahmen jedoch nur um 4,1 Prozent. Blatt weiter: „Diese Dynamik muss durchbrochen werden, denn solche Steigerungsraten hält kein Gesundheitssystem der Welt auf Dauer aus. Deshalb ist es so wichtig, dass die Maßnahmen aus dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz konsequent umgesetzt werden.“

Solide Rücklagen sind eine Grundvoraussetzung für stabile Beiträge. Deshalb muss der Überschuss aus dem ersten Halbjahr dafür eingesetzt werden, dass die Krankenkassen ihre gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen wieder auffüllen können.“

Gute Versorgung bleibt das Ziel

„Aber einfach nur stabile Beiträge, das würde uns natürlich nicht reichen“, wie Blatt betont. „Unser Ziel ist ein Gesundheitswesen, das für die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, auch richtig gut ist. Deshalb müssen wir nun schnell nach vorne schauen: Nach den Einsparmaßnahmen in diesem Jahr brauchen wir im kommenden Jahr grundlegende strukturelle Reformen, um unser Gesundheitswesen finanziell und qualitativ für die Zukunft besser aufzustellen. Von der Prävention über die Digitalisierung bis zur Einführung einer Primärversorgung und der Umsetzung der bereits beschlossenen Krankenhausreform reicht die Palette an Aufgaben.“

Eckdaten zu der Finanzsituation der GKV:

  • Anstieg der beitragspflichtigen Einnahmen im ersten Halbjahr 2026: 4,1 Prozent
  • Anstieg der Leistungsausgaben im ersten Halbjahr 2026: 7,4 Prozent
  • Anstieg der Verwaltungskosten im ersten Halbjahr: 0,62 Prozent
  • Einnahmeüberschuss der Krankenkassen im ersten Halbjahr 2026: 2,6 Mrd. Euro
  • Tatsächlicher durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz aktuell: 3,13 Prozent
  • Ausgaben erstes Halbjahr 2026 gesamt: 186,3 Mrd. Euro

Eine Tabelle zu den Veränderungsraten der Ausgaben je Leistungsbereich finden Sie hier.

Quelle: GKV-Spitzenverband

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Leistungsgruppen Hessen Krankenhäuser

Hessen vergibt Leistungsgruppen an Kliniken: Planungssicherheit trifft auf anhaltende Finanzierungskrise

Das Land Hessen hat hessischen Krankenhäusern vorläufige Bescheide zur Leistungsgruppenzuteilung übermittelt. Der Klinikverbund Hessen sieht Planungssicherheit, warnt aber vor ungelösten Finanzierungsproblemen und demografischen Herausforderungen.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Bürokratierückbaugesetz Krankenhaus Philippi NKG

NKG und Niedersachsens Gesundheitsminister Philippi fordern zügiges Bürokratierückbaugesetz

Hannover. Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) und Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi erhöhen den Druck auf den Bund: In einem gemeinsamen Appell fordern sie Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann auf, das angekündigte Bürokratierückbaugesetz ohne weiteren Aufschub auf den Weg zu bringen.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Laumann Förderung

Minister Laumann übergibt Förderbescheide über rund 293 Millionen Euro

Düsseldorf. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am Freitag, 25. September 2026, in Düsseldorf Förderbescheide im Gesamtvolumen von rund 293 Millionen Euro an vier nordrhein-westfälische Krankenhäuser vergeben.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen