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Zum Jahresbeginn: Berliner Krankenhausgesellschaft macht auf multiple Belastungen der Notaufnahmen aufmerksam

Person in blauer medizinischer Kleidung

Zum Jahresbeginn: Berliner Krankenhausgesellschaft macht auf multiple Belastungen der Notaufnahmen aufmerksam

Gesundheitspolitik

3 MIN

Die Berliner Krankenhausgesellschaft besorgt perspektivisch eine anhaltende Überbeanspruchung der Krankenhaus-Notaufnahmen.

Berlin. Grund sind verschiedene, von der Kassenärztlichen Vereinigung entschiedene Reduktionen der ärztlichen Leistungen. Seit Anfang Januar ist zu erwarten, dass niedergelassene Ärzte aufgrund des veränderten Honorarverteilungsmaßstabs die in den Praxen angebotenen Behandlungstermine einschränken. Zudem kann es in den, den Rettungsstellen der Krankenhäuser angegliederten, elf KV-Notdienstpraxen weniger Personal und damit einhergehend eingeschränkte Öffnungszeiten geben. Auch die Behandlungskapazität beim ärztlichen Bereitschaftsdienst ist seit Dezember 2023 reduziert. Die BKG sieht auch hier mit Besorgnis, dass die Notfallversorgung auf die ohnehin stark beanspruchten Rettungsstellen ausgelagert werden kann.

Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft: „Die ambulante Versorgung durch die niedergelassenen und Bereitschaftsärzte muss sichergestellt sein. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser sollen nicht Lückenbüßer für verbandspolitische Forderungen spielen müssen. Schon jetzt stoßen die Rettungsstellen an ihre Kapazitätsgrenzen. Denn die Notaufnahmen sind für die Menschen in Berlin oft der erste Anlaufpunkt nicht nur, wenn es um Hilfe im Notfall, sondern auch um medizinische Hilfe außerhalb der Sprechzeiten der Praxen geht. So berichteten unsere Mitgliedskrankenhäuser von besonderen Spitzen in den Rettungsstellen während der Schließzeiten der Praxen zwischen den Jahren. Mit den diversen Reduktionen der ärztlichen Leistungen zu Jahresbeginn befürchten wir eine zunehmende Mehrbelastung der Notaufnahmen.

Wir sehen zudem mit Besorgnis die mangelnde Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden der Rettungsstellen. Gemeinsam mit der dünnen Personaldecke und der Unterfinanzierung der Notfallversorgung führt das zunehmend zu belastenden Situationen bis hin zu verbalen oder körperlichen Übergriffen. Ärzte und Pflegekräfte müssen sich bei ihrer Arbeit für die Berlinerinnen und Berliner sicher fühlen können.

Zur bestmöglichen Versorgung müssen Patientinnen und Patienten in die richtigen Versorgungskapazitäten gesteuert werden und muss Versorgung dort stattfinden, wo sie medizinisch am sinnvollsten ist. Die Rettungsstellen der Krankenhäuser bieten das gesamte Leistungsspektrum der Notfallmedizin. Ihre Aufgabe ist die Behandlung medizinischer Notfälle. Für alle anderen gesundheitlichen Beschwerden sind Hausarzt, Facharzt oder die Bereitschaftspraxen da. Hier muss das Engagement ausgebaut und nicht beschnitten werden. Wir besorgen ein weiterhin erhöhtes Aufkommen in den Rettungsstellen bedingt durch die Engpässe beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst, die angekündigten Einschränkungen in den KV-Notdienstpraxen und die mögliche Reduktion der ärztlichen Leistungen in den Arztpraxen. Das Engagement muss größer und nicht geringer werden.

Die Krankenhaus-Notaufnahmen arbeiten zurzeit schon am Limit und sind trotzdem 24 Stunden an 365 Tagen für die Bevölkerung da. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten muss fair auf die verschiedenen Schultern verteilt werden und vertragsärztliche Versorgung ihrem Sicherstellungsauftrag nachkommen. Wir sehen hier auch das Land in der Verantwortung, genau hinzuschauen und zu handeln. “

Quelle: Berliner Krankenhausgesellschaft

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