Würzburg. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hat am 15. Juli 2026 der 2. Teilbaumaßnahme zur Erschließung des Erweiterungsgeländes Nord am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) zugestimmt. Im Mittelpunkt stehen der Bau einer hocheffizienten, vollständig auf regenerativen Energien basierenden Energiezentrale. Ebenso im Mittelpunkt stehen die technische Infrastruktur und logistische Erschließung des Neubaugeländes. Zusammen mit der bereits zuvor genehmigten ersten Teilbaumaßnahme stehen nun insgesamt rund 714,9 Millionen Euro für die Erschließung bereit. Das Großprojekt gilt als eine der bedeutendsten Baumaßnahmen in Bayern.
Zwei Teilbaumaßnahmen, ein klares Bekenntnis
Schon im April hatte der Haushaltsausschuss die 1. Teilbaumaßnahme freigegeben, die umfangreiche Vorbereitungsarbeiten auf dem Baufeld umfasst. Darunter sind die Einrichtung eines Ersatzparkplatzes für die Dauer der Bauphase, die Errichtung eines Interims-Hubschrauberlandeplatzes, Oberbodenabtrag und Teilaushub, die Installation von Trafostationen zur Baustromversorgung, die Herstellung von Baustraßen außerhalb des Baufeldes sowie die Verlegung von Leitungen. Die Verlagerung von Parkplätzen und Hubschrauberlandeplatz ist erforderlich, weil der künftige Neubau genau auf den Flächen entsteht, die derzeit für diese Zwecke genutzt werden. Sobald die Ersatzflächen in Betrieb gehen, beginnen die Vorab-Aushubarbeiten auf dem eigentlichen Baufeld.
Mit der nun beschlossenen 2. Teilbaumaßnahme rückt die Errichtung der neuen Energiezentrale in den Fokus – ein zentrales Element der technischen Infrastruktur für den gesamten Neubaukomplex.
Regenerative Energieversorgung mit Vorbildcharakter
Das Energiekonzept für die neue Zentrale setzt konsequent auf erneuerbare Energiequellen. Vorgesehen sind unter anderem Wärmepumpen, Geothermie, Eisspeicher sowie Wärme- und Kältespeicher. Daneben werden alle Anforderungen an eine gesicherte Notstromversorgung erfüllt.
Mit dem Energiekonzept übernimmt das UKW auch eine Vorbildfunktion für andere Klinikneubauten, wenn es um den Einsatz regenerativer Energien geht.
Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor der Würzburger Uniklinik.
Das Konzept richtet sich damit nicht nur an den Bedürfnissen des UKW aus, sondern setzt einen Maßstab für künftige Krankenhausprojekte in Deutschland.
Neubau schafft moderne Versorgungsstrukturen für drei Klinikbereiche
Der erste Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord ist auf eine Nutzungsfläche von rund 30.000 Quadratmetern ausgelegt und wird 276 Betten umfassen. Dort werden künftig die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die Augenklinik – beide bislang in der Kopfklinik untergebracht – sowie die Frauenheilkunde mit Operationssälen, Intensivpflegeplätzen und Zentraleinrichtungen zusammengeführt. Die neuen Räumlichkeiten ersetzen Gebäude aus den 1970er Jahren (Kopfklinik) beziehungsweise aus den 1930er Jahren (Frauenklinik).
Das ist ein weiteres starkes Bekenntnis für Spitzenmedizin in Bayern am Standort Würzburg. Diese Entscheidung unterstreicht erneut das enorme Engagement und die kontinuierliche Unterstützung des Freistaates Bayern und zahlreicher Landtagsabgeordneter für die Universitätsmedizin Würzburg und den Neubau auf dem Erweiterungsgelände Nord.
Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW
Mit der Freigabe der zweiten Teilbaumaßnahme nimmt das Großprojekt am Erweiterungsgelände Nord des UKW weiter Gestalt an. Die Kombination aus nachhaltiger Energieversorgung, moderner Infrastruktur und der geplanten Zusammenführung mehrerer Klinikbereiche unterstreicht den Anspruch des UKW, Spitzenmedizin und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen dauerhaft am Standort Würzburg zu verankern.
Quelle: Universitätsklinikum Würzburg




