»

Bayerischer Landtag bewilligt Energiezentrale und Erschließung für UKW-Neubau

UKW Neubau

Das Modell zeigt den geplanten ersten Bauabschnitt für das Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten.

Bayerischer Landtag bewilligt Energiezentrale und Erschließung für UKW-Neubau

Aus der Praxis

3 MIN

Würzburg. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hat am 15. Juli 2026 der 2. Teilbaumaßnahme zur Erschließung des Erweiterungsgeländes Nord am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) zugestimmt. Im Mittelpunkt stehen der Bau einer hocheffizienten, vollständig auf regenerativen Energien basierenden Energiezentrale. Ebenso im Mittelpunkt stehen die technische Infrastruktur und logistische Erschließung des Neubaugeländes. Zusammen mit der bereits zuvor genehmigten ersten Teilbaumaßnahme stehen nun insgesamt rund 714,9 Millionen Euro für die Erschließung bereit. Das Großprojekt gilt als eine der bedeutendsten Baumaßnahmen in Bayern.

Zwei Teilbaumaßnahmen, ein klares Bekenntnis

Schon im April hatte der Haushaltsausschuss die 1. Teilbaumaßnahme freigegeben, die umfangreiche Vorbereitungsarbeiten auf dem Baufeld umfasst. Darunter sind die Einrichtung eines Ersatzparkplatzes für die Dauer der Bauphase, die Errichtung eines Interims-Hubschrauberlandeplatzes, Oberbodenabtrag und Teilaushub, die Installation von Trafostationen zur Baustromversorgung, die Herstellung von Baustraßen außerhalb des Baufeldes sowie die Verlegung von Leitungen. Die Verlagerung von Parkplätzen und Hubschrauberlandeplatz ist erforderlich, weil der künftige Neubau genau auf den Flächen entsteht, die derzeit für diese Zwecke genutzt werden. Sobald die Ersatzflächen in Betrieb gehen, beginnen die Vorab-Aushubarbeiten auf dem eigentlichen Baufeld.

Mit der nun beschlossenen 2. Teilbaumaßnahme rückt die Errichtung der neuen Energiezentrale in den Fokus – ein zentrales Element der technischen Infrastruktur für den gesamten Neubaukomplex.

Regenerative Energieversorgung mit Vorbildcharakter

Das Energiekonzept für die neue Zentrale setzt konsequent auf erneuerbare Energiequellen. Vorgesehen sind unter anderem Wärmepumpen, Geothermie, Eisspeicher sowie Wärme- und Kältespeicher. Daneben werden alle Anforderungen an eine gesicherte Notstromversorgung erfüllt.

Mit dem Energiekonzept übernimmt das UKW auch eine Vorbildfunktion für andere Klinikneubauten, wenn es um den Einsatz regenerativer Energien geht.

Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor der Würzburger Uniklinik.

Das Konzept richtet sich damit nicht nur an den Bedürfnissen des UKW aus, sondern setzt einen Maßstab für künftige Krankenhausprojekte in Deutschland.

Neubau schafft moderne Versorgungsstrukturen für drei Klinikbereiche

Der erste Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord ist auf eine Nutzungsfläche von rund 30.000 Quadratmetern ausgelegt und wird 276 Betten umfassen. Dort werden künftig die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die Augenklinik – beide bislang in der Kopfklinik untergebracht – sowie die Frauenheilkunde mit Operationssälen, Intensivpflegeplätzen und Zentraleinrichtungen zusammengeführt. Die neuen Räumlichkeiten ersetzen Gebäude aus den 1970er Jahren (Kopfklinik) beziehungsweise aus den 1930er Jahren (Frauenklinik).

Das ist ein weiteres starkes Bekenntnis für Spitzenmedizin in Bayern am Standort Würzburg. Diese Entscheidung unterstreicht erneut das enorme Engagement und die kontinuierliche Unterstützung des Freistaates Bayern und zahlreicher Landtagsabgeordneter für die Universitätsmedizin Würzburg und den Neubau auf dem Erweiterungsgelände Nord.

Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW

Mit der Freigabe der zweiten Teilbaumaßnahme nimmt das Großprojekt am Erweiterungsgelände Nord des UKW weiter Gestalt an. Die Kombination aus nachhaltiger Energieversorgung, moderner Infrastruktur und der geplanten Zusammenführung mehrerer Klinikbereiche unterstreicht den Anspruch des UKW, Spitzenmedizin und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen dauerhaft am Standort Würzburg zu verankern.

Quelle: Universitätsklinikum Würzburg

Weitere Aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt Anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Gesundheitsausgaben

Gesundheitsausgaben 2024 preisbereinigt um 3,9 % gestiegen

Wiesbaden. Seit Anfang der 2020er Jahre ist das Gesundheitswesen durch einschneidende Ereignisse geprägt. Während sich die Corona-Pandemie auf die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen im Gesundheitswesen auswirkte, führte die durch den Ukrainekrieg ausgelöste Energiekrise zu deutlichen Preissteigerungen.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
Klinikum Waldeck-Frankenberg Fusion

Klinikum Waldeck-Frankenberg: Fusion rechtskräftig vollzogen

Frankenberg. Der Zusammenschluss des Kreiskrankenhauses Frankenberg und des Stadtkrankenhauses Korbach zum Klinikum Waldeck-Frankenberg (KWF) ist mit der Eintragung in das Handelsregister nun auch juristisch besiegelt.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
Hüttenhospital

Hüttenhospital schließt Pilotprojekt zur CO₂-Bilanzierung erfolgreich ab

Dortmund. Das Hüttenhospital zeigt einmal mehr, dass moderne Medizin, verantwortungsvolles Handeln und die Sorge für kommende Generationen zusammengehören. Als eines der wenigen Krankenhäuser in Deutschland hat das Hüttenhospital ein umfangreiches Pilotprojekt zur Erfassung und Reduzierung seiner CO₂-Emissionen erfolgreich abgeschlossen.

Aus der Praxis

Beitrag lesen