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Universitätsmedizin Mainz führt Clinical Data Repository für Patientenversorgung und Forschung ein

Clinical Data Repository Universitätsmedizin Mainz UM.Core

Universitätsmedizin Mainz führt Clinical Data Repository für Patientenversorgung und Forschung ein

Aus der Praxis

3 MIN

Die Universitätsmedizin Mainz (UM) führt im Rahmen ihres Zukunftsprogramms UM.Digital ein Clinical Data Repository (CDR) ein, das nicht nur der Forschung, sondern ausdrücklich auch der Patientenversorgung dient. Über die herstellerunabhängige Datenplattform „UM.Core“ sollen Patientendaten aus verschiedenen klinischen IT-Systemen systemübergreifend zusammengeführt und verfügbar gemacht werden. Das Projekt wird mit einem europäischen Partnerkonsortium aus x-tention, Better und Tieto Caretech umgesetzt. Die UM zählt nach eigenen Angaben zu den ersten Universitätskliniken in Deutschland, die ein CDR explizit für die Versorgung nutzen.

Ausgangslage: Gewachsene IT-Landschaft

An der Universitätsmedizin Mainz arbeiten mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen in 11 Departments zusammen. Jährlich werden rund 395.000 Menschen stationär und ambulant behandelt. Die klinische IT-Landschaft ist hochspezialisiert und über viele Jahre gewachsen; relevante Patientendaten entstehen je nach Fachklinik in unterschiedlichen Systemen. Mit fortschreitender Digitalisierung wurde es zunehmend aufwendig, diese Daten zu vernetzen und bereitzustellen.

UM.Core: Zusammenführung statt Suche

Mit einem CDR sollen klinische Daten strukturiert zusammengeführt und konsolidiert werden. Die an der Behandlung beteiligten Personen können über UM.Core relevante patientenbezogene Informationen auf einen Blick abrufen. Nach Angaben der UM reduziert das den Suchaufwand, verbessert Entscheidungsgrundlagen und stärkt die Patientensicherheit. Auch für die Forschung ergeben sich laut Universitätsmedizin wesentliche Synergien.

„UM.Core zielt darauf ab, klinische Daten künftig in einem CDR in höchstem Grad strukturiert verfügbar zu machen, um eine einheitlichere Sicht auf Patient:innen und deren Behandlungsverlauf zu ermöglichen. Gleichzeitig bietet die offene Architektur der Plattform das Potential für eine verbesserte Vernetzung und für mehr Kooperationen in Patientenversorgung und Forschung“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. „Ich freue mich, dass wir das CDR explizit auch für die klinische Patientenversorgung einführen. Wir sind damit Pionier in Deutschland und gestalten die Medizin der Zukunft aktiv mit.“.

Technische Umsetzung: Nahezu Echtzeit und Herstellerunabhängigkeit

Daten aus verschiedenen Quellsystemen, etwa dem Krankenhausinformationssystem COPRA, werden in nahezu Echtzeit zusammengeführt, strukturiert aufbereitet und zentral in einer Oberfläche visualisiert. Die Daten verbleiben zugleich in den Quellsystemen und liegen damit redundant vor. Die offene, standardisierte Plattform bildet nach Darstellung der UM eine wichtige Säule für ein zukunftsfähiges Ausfallkonzept und sichert langfristig die herstellerunabhängige Datenhoheit über sensible klinische Daten.

Digitale Souveränität und IT-Fachkräfte

Das CDR soll zugleich die Grundlage für eine datenzentrierte, plattformorientierte IT-Landschaft am Standort bilden. Der IT-Bereich will damit ein zukunftsfähiges Betriebsmodell schaffen, das im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen soll.

Mit UM.Core setzt die Universitätsmedizin Mainz auf eine offene, herstellerunabhängige Datenplattform, die Versorgung und Forschung gleichermaßen unterstützen soll. Ob sich das CDR im klinischen Alltag bewährt und wie die Zusammenarbeit mit dem Partnerkonsortium umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Die Universitätsmedizin versteht das Projekt als Grundlage für eine datenzentrierte IT-Landschaft der Zukunft.

Quelle: Universitätsmedizin Mainz

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