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Drohne verbindet Kasseler Kliniken: Klinikum Kassel und Diakonie Kliniken Kassel starten Testbetrieb für Schnellschnitte

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Die Drohne beim Abflug von der Pathologie des Klinikum Kassel.

Drohne verbindet Kasseler Kliniken: Klinikum Kassel und Diakonie Kliniken Kassel starten Testbetrieb für Schnellschnitte

Aus der Praxis

3 MIN

Kassel. Das Klinikum Kassel und die Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel erproben gemeinsam mit dem Schweizer Drohnenunternehmen Jedsy den Transport medizinischer Proben per Drohne. Ziel ist, zeitkritische Gewebeproben schneller und verlässlicher zwischen den Klinikstandorten zu transportieren. In der kommenden Woche soll der erste Flug stattfinden, bei dem Schnellschnitte zwischen den Diakonie Kliniken und dem Institut für Pathologie des Klinikums befördert werden. Die Kalibrierungs- und Testflüge laufen bereits.

Schnellschnitte: Warum schnelle Transportwege zählen

Bei Schnellschnitten handelt es sich um Gewebeproben, die während einer laufenden Operation entnommen und möglichst rasch im spezialisierten Labor untersucht werden, etwa Tumorgewebe. Das OP-Team wartet auf das Ergebnis und passt den weiteren Verlauf der Operation daran an. Schnelle und verlässliche Transportwege sind daher nach Angaben der Projektpartner vor allem für Patientinnen und Patienten sowie für die Behandlungsteams ein Gewinn.

Erste Phase: Diakonie Kliniken und Pathologie des Klinikums

In der ersten Phase wird die Verbindung zwischen den Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel und dem Institut für Pathologie des Klinikum Kassel erprobt. Das geplante Streckennetz sieht außerdem die Einbindung des Marienkrankenhauses Kassel vor. Die weiße Drohne soll dann tagsüber regelmäßig über dem Kasseler Stadtgebiet zu sehen sein.

Testbetrieb: Abläufe vor dem Regelbetrieb prüfen

Ab sofort finden Kalibrierungs- und Testflüge statt, in denen Flugrouten sowie technische und organisatorische Abläufe unter den Bedingungen vor Ort geprüft werden. Dazu gehören die Übergabe der Proben, die Zusammenarbeit zwischen den Klinikteams und dem Flugbetrieb von Jedsy sowie die Abläufe an Start- und Zielstandorten. Die Erfahrungen sollen die Grundlage für einen späteren regulären Transportbetrieb bilden.

Andockstation am Gebäude reduziert Wege

Eine Besonderheit des Jedsy-Systems ist die sogenannte Mailbox: Die Drohne kann direkt an einer Andockstation an einem Fenster oder einer Gebäudewand landen. Von dort aus lassen sich Proben vom Gebäude aus be- und entladen; die Station dient zugleich als Ladestation. Dadurch sollen zusätzliche Wege bei der Übergabe reduziert werden.

Sicherheit und Datenschutz

Flugplanung und Betrieb richten sich nach den behördlichen Genehmigungen und Auflagen. Technische Sicherheitsfunktionen, die Überwachung wichtiger Flugsysteme und festgelegte Verfahren für außergewöhnliche Situationen sollen den sicheren Betrieb unterstützen. Zur Erkennung anderer Luftverkehrsteilnehmer werden nach Angaben von Jedsy ADS-B- und FLARM-Signale genutzt, soweit verfügbar. Die Flüge werden aus Sicherheitsgründen aufgezeichnet. Im regulären Betrieb werden die Aufnahmen weder angesehen noch ausgewertet; eine Auswertung erfolgt nur bei Zwischenfällen oder technischen Auffälligkeiten. Ohne solchen Anlass werden die Aufnahmen beim nächsten Flug automatisch überschrieben. Eine systematische Beobachtung von Personen, Gebäuden oder Grundstücken findet nach den Angaben nicht statt.

Der Testbetrieb in Kassel zeigt, wie Drohnen die Logistik zwischen Klinikstandorten ergänzen können, wenn es um zeitkritische Proben geht. Ob sich die Technik im Alltag bewährt und in einen regulären Transportbetrieb überführt wird, entscheidet sich nach Abschluss der Testphase. Die Projektpartner wollen die Bevölkerung dabei frühzeitig einbeziehen und Fragen zu Nutzen, Sicherheit, Fluggeräuschen und Datenschutz beantworten.

Quelle: Gesundheit Nordhessen Holding AG

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