Statement der Geschäftsführung der Sternbach-Klinik Schleiz
Schleiz. Die Geschäftsführung der Sternbach-Klinik Schleiz wehrt sich gegen Vorwürfe, die Politik in die Irre geführt zu haben. Unterdessen wurde am Montag der letzte Patient entlassen. Ärztinnen und Ärzte sowie die Verwaltung kümmern sich derzeit um den ordnungsgemäßen Abschluss aller Behandlungsfälle.
Die Geschäftsführung der Sternbach-Klinik Schleiz äußert sich dazu mit folgendem Statement:
„Jeder Zeitungsleser weiß, dass wir in Deutschland eine massive strukturelle Unterfinanzierung im Krankenhaussektor haben. Landauf, landab sterben reihenweise vor allem kleine Kliniken im ländlichen Raum. Einzelne Vertreter der Politik suchen jetzt in der Endphase des Wahlkampfes einen Schuldigen und behaupten, sie seien getäuscht worden und hätten das alles nicht kommen sehen. Das ist nicht nur hochgradig unglaubwürdig, sondern auch unredlich gegenüber den Menschen vor Ort, die einen wichtigen Baustein ihrer Gesundheitsversorgung verlieren.
Die Politik war über die Krise der Sternbach-Klinik im Bilde. Wir haben bereits Ende 2023 kommuniziert, dass die Klinik Verluste in einer Höhe macht, die durch die Gesellschafter allein nicht mehr ausgeglichen werden können, und dass Hilfen von externen privaten oder öffentlichen Geldgebern nötig sein werden. Dass die 2 Mio. Euro Landeshilfe ein Überbrückungskredit bis Mitte des Jahres ist, und dass darüber hinaus erhebliche zusätzliche Mittel nötig sind, wurde im Zuge der Antragstellung ebenfalls klar kommuniziert und mit den uns vorliegenden Zahlen unterlegt. Dass nach der sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium jetzt von einigen Stimmen aus der Politik derart schwerwiegende Vorwürfe erhoben werden, ist nicht nachvollziehbar.
Dieses Verhalten überrascht umso mehr, als wir auch auf Stadt- und Kreisebene bisher gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Stadt und Landkreis waren froh, dass die Sternbach-Klinik ihnen den Betrieb des Krankenhauses 2021 abgenommen und damit die drohende Schließung verhindert haben. Wir haben das Haus von einem Schließungskandidaten zu einem bedarfsnotwendigen Krankenhaus im Sinne des Landeskrankenhausplans ausgebaut und damit die Versorgung im Landkreis gesichert und erheblich verbessert. Bei Übernahme hatte das Krankenhaus nur 33 Betten in Betrieb und behandelte 143 Patienten im Monat. Die Belegung konnte auf zuletzt 74 Betten in Betrieb und 364 Patienten im Monat ausgebaut werden. Zudem wurde die Zahl der Mitarbeiter um 30 Prozent auf knapp 200 gesteigert.“
Unterdessen wurde am Montag der letzte Patient entlassen und damit die Patientenbehandlung eingestellt. Zum Zeitpunkt der Schließungsankündigung vorige Woche befanden sich rund 50 Patientinnen und Patienten zur stationären Behandlung in der Sternbach-Klinik. Ein Intensiv-Patient wurde letzte Woche in eine nahegelegene Klinik verlegt. Die übrigen Patientinnen und Patienten sind innerhalb der normalen Liegezeiten regulär nach Hause oder in die Anschlussbehandlung entlassen worden.
Derzeit sendet die Sternbach-Klinik den weiterbehandelnden Ärzten alle notwendigen Befunde und Arztbriefe zu. Jeder einzelne Behandlungsfall wird wie sonst auch vollständig und ordnungsgemäß abgeschlossen und dokumentiert. Auch die Patientenakten werden weiterhin ordnungsgemäß aufbewahrt und bleiben auch über die Schließung hinaus langfristig zugänglich.
Parallel zur Abarbeitung der Behandlungsfälle ist ein kleiner Teil der Beschäftigten mit Dokumentations- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Der überwiegende Teil des Personals befindet sich im Rahmen des Freizeitausgleichs zu Hause. Für den 22. August hat die Geschäftsführung einen Recruiting-Tag organisiert. Dabei werden Vertreter einer Reihe von Kliniken und Pflege-Einrichtungen aus der Region sowie der Agentur für Arbeit in die Sternbach-Klinik kommen und Stellenangebote und Möglichkeiten zur Anschlussbeschäftigung vorstellen.
Quelle: möller pr GmbH
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