»

Marburger Bund beginnt Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen

Wahlurne

Marburger Bund beginnt Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen

Gesundheitspolitik

3 MIN

Tausende Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Kliniken aufgerufen, ihr Votum über Erzwingungsstreiks abzugeben

Berlin. Nach nunmehr fünf ergebnislos zu Ende gegangenen Verhandlungsrunden des Marburger Bundes mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sollen die Mitglieder in den kommunalen Kliniken bis zum 16. Dezember in einer Urabstimmung darüber befinden, ob im neuen Jahr umfangreiche Arbeitskampfmaßnahmen der Ärztinnen und Ärzte im Sinne eines Vollstreiks stattfinden werden. Das beschloss die Große Tarifkommission des Marburger Bundes Mitte November, nachdem die Arbeitgeberseite ein inakzeptables Tarifangebot vorgelegt hatte.

Zur Urabstimmung aufgerufen sind alle Mitglieder des Marburger Bundes im Geltungsbereich des TV-Ärzte/VKA. Ausgenommen von der Abstimmung sind derzeit die Mitglieder in Hamburg. Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und den Asklepios-Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA derzeit in der Fassung des bestehenden landesverbandlichen Überleitungstarifvertrags.

Stimmen mindestens 75 Prozent der an der Urabstimmung teilnehmenden Mitglieder dafür, beschließt die Große Tarifkommission die Aufnahme des Arbeitskampfes und legt die Modalitäten fest. Damit könnte es ab Mitte Januar zu Streiks in kommunalen Krankenhäusern kommen. „Natürlich sind wir jederzeit bereit, während der Urabstimmung und auch danach, mit der VKA zu verhandeln“, betonte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes. „Das macht aber nur dann Sinn, wenn die VKA ihre Verweigerungshaltung aufgibt und sich endlich auf die Ärztinnen und Ärzte zubewegt.“ Das Ergebnis der Urabstimmung wird der Marburger Bund noch vor Weihnachten verkünden. Nach Maßgabe der Landesverbände des Marburger Bundes sind in den nächsten Wochen auch Warnstreiks der Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern möglich.

Streik als Antwort an die Arbeitgeber

„Die VKA hat mit ihrem Verhalten die Eskalation des Tarifkonflikts herbeigeführt. Die Arbeitgeber haben keine Bereitschaft gezeigt, die Arbeitsbedingungen im Schichtdienst neu zu regeln, obwohl sie in der vorangegangenen Verhandlungsrunde noch Veränderungen in Aussicht gestellt hatten. Die VKA bietet zuallererst eine neunmonatige Nullrunde an. Die angepriesene Gehaltssteigerung von 5,5 Prozent wird erst im letzten Monat von 30 Monaten Gesamtlaufzeit realisiert. Dadurch würde wohl nicht einmal die zu erwartende Inflation ausgeglichen. Die Arbeitgeber nehmen die Ärztinnen und Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern offensichtlich nicht ernst. Darauf müssen und werden wir die entsprechende Antwort geben“, sagte Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes.

Der mit der VKA verhandelte Tarifvertrag findet bundesweit Anwendung auf rund 60.000 Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern mit Ausnahme der Vivantes-Kliniken in Berlin und anderen Kliniken, für die Haustarifverträge gelten.

Quelle: Marburger Bund

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Krankenhaustransformationsfonds NRW Förderaufruf

NRW startet Förderaufruf: 2,6 Milliarden Euro Landesmittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds – ein Drittel für Klimaanpassung

Düsseldorf. Nordrhein-westfälische Plankrankenhäuser können ab sofort Fördermittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds (KHTF) beantragen. Das Gesundheitsministerium NRW hat am 18. August 2026 den entsprechenden Förderaufruf an die Kliniken versandt. Für Vorhaben in NRW stehen insgesamt 7,2 Milliarden Euro zur Verfügung, davon rund 2,6 Milliarden Euro Landesmittel.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Kabinett

Kabinett in Schleswig-Holstein stimmt Reform des Landeskrankenhausgesetzes zu

Kiel. Das Kabinett hat am 18. August in zweiter Befassung dem Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Krankenhausversorgung zugestimmt. Mit dem Gesetzesentwurf wird das Landeskrankenhausgesetz (LKHG) neu ge­fasst.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Judith Gerlach Entbürokratisierung Krankenhäuser

Bayerns Gesundheitsministerin Gerlach fordert raschen Bürokratieabbau für Krankenhäuser

München. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat sich direkt an Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann gewandt und eine zügige Umsetzung des angekündigten Entbürokratisierungsgesetzes für Kliniken gefordert.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen