»

AOK Bayern: GKV-Finanzen stabilisieren

Geschäftsmann wählt digitale Items aus

AOK Bayern: GKV-Finanzen stabilisieren

Gesundheitspolitik

3 MIN

Verwaltungsrat fordert Rückkehr zu einer einnahmenorientierten Ausgabenpolitik

München. Nachhaltige Maßnahmen für stabile Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) fordert der Verwaltungsrat der AOK Bayern bei seiner Sitzung am 1. April in Nürnberg. Das Gremium macht sich dafür stark, den weiteren Anstieg der Ausgaben in der GKV abzubremsen und wieder an die Entwicklung der Einnahmen anzupassen.

Finanzen stabilisieren und Strukturreformen umsetzen

„Dafür braucht es vielfältige Maßnahmen, die es jetzt anzustoßen gilt, damit sie im Laufe der Legislaturperiode noch spürbar Wirkung entfalten können“, sagt Ivor Parvanov, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates der AOK Bayern. „Die notwendige Stabilisierung der Finanzen der GKV muss zwingend mit Strukturwandel für mehr Effizienz einhergehen und darf nicht länger nur Beitragszahlende und Arbeitgeber belasten.“ Die GKV müsse auch von gesamtgesellschaftlichen Aufgaben wie etwa den Krankheitskosten von Bürgergeldempfängern entlastet werden.

„Handlungsleitend muss eine einnahmenorientierte Ausgabenpolitik sein. Die AOK Bayern fordert deshalb die strikte Beachtung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit, um auch damit den ständig zunehmenden Beitragserhöhungen entgegenzuwirken und um Leistungsrationierungen zu verhindern“, bekräftigt Frank Firsching, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates. „Zum Schutz der Beitragszahlenden brauchen wir jetzt ein Ausgabenmoratorium in Form einer Grundlohnsummenanbindung der Leistungsausgaben, bis die notwendigen Strukturreformen greifen.“

AOK-interne Anpassung von Verwaltungsabläufen und -strukturen

Als Organisation hat sich die AOK Bayern bereits in den letzten Jahren auf die Herausforderungen im Gesundheitswesen vorbereitet. So setzt die Gesundheitskasse verstärkt auf Digitalisierung, um anstehende personelle Veränderungen insbesondere durch altersbedingte Fluktuation und Fachkräftemangel gezielt entgegenzuwirken: „Mit unserer Zukunftsaufstellung haben wir verwaltungsintern Strukturen geschaffen, die unser lokal-digitales Geschäftsmodell nachhaltig für die Zukunft sichern. Durch den Einsatz von Digitalisierung schaffen wir für unsere Mitarbeitenden moderne und attraktive Arbeitsbedingungen und entlasten sie dadurch gezielt“, so Parvanov weiter. Bereits 2020 habe der Verwaltungsrat dieses große Projekt beschlossen und eingeläutet. „Diese Transformation wurde in einem breiten Beteiligungsprozess in der AOK Bayern erarbeitet, umgesetzt und nun erfolgreich abgeschlossen. Das Ergebnis sind sehr gute Rahmenbedingungen für die 11.000 Mitarbeitenden, sowie für die rund 4,6 Millionen Versicherten und die 270.000 Arbeitgeber.“

Die Zukunftsaufstellung habe die Mitarbeitenden der AOK Bayern aber auch gefordert – vor allem während der Corona-Pandemie, ergänzt Frank Firsching. „Gerade im letzten Jahr haben wir nochmals kritisch auf die Transformation innerhalb der AOK Bayern geblickt. Vorstand und Gesamtpersonalrat haben in einem strukturierten Plan Schmerzpunkte beseitigt, der Verwaltungsrat begrüßt diesen Plan ausdrücklich“, so Firsching. „Überaus positiv sind die Angebote zum ehrlichen Austausch zwischen Mitarbeitenden, Personalräten, Führungskräften und Vorstand. Diese haben die AOK Bayern weitergebracht“, ergänzt Firsching. Dazu fanden im letzten Jahr flächendeckend Austausche an allen bayerischen Standortgemeinschaften der AOK Bayern statt, die in diesem Jahr mit einem neuen Format weitergeführt werden.

Quelle: AOK Bayern

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Krankenhaustransformationsfonds NRW Förderaufruf

NRW startet Förderaufruf: 2,6 Milliarden Euro Landesmittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds – ein Drittel für Klimaanpassung

Düsseldorf. Nordrhein-westfälische Plankrankenhäuser können ab sofort Fördermittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds (KHTF) beantragen. Das Gesundheitsministerium NRW hat am 18. August 2026 den entsprechenden Förderaufruf an die Kliniken versandt. Für Vorhaben in NRW stehen insgesamt 7,2 Milliarden Euro zur Verfügung, davon rund 2,6 Milliarden Euro Landesmittel.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Kabinett

Kabinett in Schleswig-Holstein stimmt Reform des Landeskrankenhausgesetzes zu

Kiel. Das Kabinett hat am 18. August in zweiter Befassung dem Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Krankenhausversorgung zugestimmt. Mit dem Gesetzesentwurf wird das Landeskrankenhausgesetz (LKHG) neu ge­fasst.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Judith Gerlach Entbürokratisierung Krankenhäuser

Bayerns Gesundheitsministerin Gerlach fordert raschen Bürokratieabbau für Krankenhäuser

München. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat sich direkt an Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann gewandt und eine zügige Umsetzung des angekündigten Entbürokratisierungsgesetzes für Kliniken gefordert.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen