»

Hitzeschutz in den Kliniken gemeinsam stärken

Arzt sitzt hinter Holzwürfeln mit Aufschrift "Hitze"

Hitzeschutz in den Kliniken gemeinsam stärken

Gesundheitspolitik

3 MIN

Anpassung an Hitzeperioden und Klimawandel setzt Investitionen voraus

Hannover. Die Themen Hitzeschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind für die Krankenhäuser in Niedersachsen von großer Bedeutung. Zunehmende Hitzeperioden belasten die Kliniken, ihre Mitarbeitenden und die Patientinnen und Patienten. Darauf weist die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) im Vorfeld des diesjährigen bundesweiten Hitzeaktionstages hin.

„Effektive Hitzeschutzmaßnahmen sind wichtig, um kranke und pflegebedürftige Menschen sowie die Mitarbeitenden in den Kliniken bestmöglich zu schützen. Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist für die Krankenhäuser eine enorme Herausforderung. Hierbei benötigen sie Unterstützung. Hitzeschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betont NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke.

Bereits heute setzen die Krankenhäuser in Niedersachsen eigeninitiativ vielfältige Maßnahmen zum Schutz von Patienten und Mitarbeitenden vor hohen Temperaturen um. Die Kliniken sind bereit, ihren Beitrag für zusätzlichen Hitzeschutz zu leisten. Ein besonders effektiver Schutz vor Hitze setzt jedoch vielfach umfassende bauliche Maßnahmen voraus.  Diese sind mit hohen Kosten verbunden. Ziel solcher baulichen Maßnahmen ist es, für eine ausreichende Isolation und Wärmedämmung sowie Kühlungsmöglichkeiten zu sorgen. Hierzu gehören beispielsweise der Einsatz von Verschattungen, wärmedämmende Fenster, Dach- und Fassadenbegrünungen, der Umbau von Gartenanlagen, die Entsiegelung verschlossener Flächen und der vermehrte Einsatz von Trinkwasserspendern. Hinzu kommen Maßnahmen wie der Einsatz von Belüftungstechnik, Raumventilatoren oder von Klimaanlagen in sensiblen Bereichen.

„Angesichts der wirtschaftlichen Schieflage vieler Krankenhäuser ist fraglich, wie diese verstärkt in kostenintensive Maßnahmen für zusätzlichen Hitzeschutz investieren sollen. Neben einer auskömmlichen regelhaften Investitionsförderung des Landes müssen die Kliniken in die Lage versetzt werden, den Weg in Richtung Klimaanpassung und Hitzeresilienz erfolgreich zu beschreiten. Hierfür sind zusätzliche finanzielle Mittel erforderlich. Hitze- und Klimaschutzmaßnahmen müssen bei Investitionen in die Krankenhausinfrastruktur gesondert berücksichtigt werden. Bislang ist dies nicht der Fall. Das Sondervermögen Infrastruktur bietet hierfür eine Chance. Zum Nulltarif sind Hitze- und Klimaschutzmaßnahmen nicht zu haben“, unterstreicht Helge Engelke. Als energieintensive Großverbraucher bieten Krankenhäuser ein großes Potential Klimaschutzziele erfolgreich umzusetzen. Beispielsweise mittels energetischer Gebäudesanierung, der Installation energieeffizienter Technik, der vermehrten Nutzung von Photovoltaik oder der Wärme- und Kälteerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien. Voraussetzung auch hierfür sind in der Regel erhebliche Investitionen.

Quelle: NKG

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Krankenhaustransformationsfonds NRW Förderaufruf

NRW startet Förderaufruf: 2,6 Milliarden Euro Landesmittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds – ein Drittel für Klimaanpassung

Düsseldorf. Nordrhein-westfälische Plankrankenhäuser können ab sofort Fördermittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds (KHTF) beantragen. Das Gesundheitsministerium NRW hat am 18. August 2026 den entsprechenden Förderaufruf an die Kliniken versandt. Für Vorhaben in NRW stehen insgesamt 7,2 Milliarden Euro zur Verfügung, davon rund 2,6 Milliarden Euro Landesmittel.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Kabinett

Kabinett in Schleswig-Holstein stimmt Reform des Landeskrankenhausgesetzes zu

Kiel. Das Kabinett hat am 18. August in zweiter Befassung dem Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Krankenhausversorgung zugestimmt. Mit dem Gesetzesentwurf wird das Landeskrankenhausgesetz (LKHG) neu ge­fasst.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Judith Gerlach Entbürokratisierung Krankenhäuser

Bayerns Gesundheitsministerin Gerlach fordert raschen Bürokratieabbau für Krankenhäuser

München. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat sich direkt an Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann gewandt und eine zügige Umsetzung des angekündigten Entbürokratisierungsgesetzes für Kliniken gefordert.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen