»

Mehr ambulante Behandlungen am Krankenhaus als Chance für die Versorgung

Chance

Mehr ambulante Behandlungen am Krankenhaus als Chance für die Versorgung

Gesundheitspolitik

3 MIN

DKG zun Positionspapier Ambulantisierung

Berlin. Angesichts der demografischen Herausforderung mit einer wachsenden Zahl älterer Menschen, die mehr Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen, muss das Gesundheitssystem alle Potentiale ausschöpfen, um die Versorgung effizienter zu gestalten. Dazu zählt auch die Ambulantisierung von bisher stationär erbrachten Krankenhausbehandlungen. Die ambulante Nutzung von Krankenhausressourcen, ihrer Infrastruktur und ihrer fachlichen Kompetenz ist eine der der zentralen Chancen für die Gesundheitspolitik der kommenden Jahre. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft ein neues Positionspapier zur Ambulantisierung vorgelegt. Der Verband stellt darin seine Vorschläge vor und Forderungen zur politisch gewollten Ausweitung ambulanter Behandlungen in Krankenhäusern auf.

Das Papier behandelt dabei drei Kernthemen: Hybrid-DRGs zur Finanzierung der komplexen ambulanten Leistungen, ambulantes Operieren und sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen. Die DKG kritisiert die unüberlegte Einführung der Hybrid-DRGs in der geplanten Form und fordert, die im Gesetz angelegte perspektivische Ausweitung auf der Basis von Kurzlieger-Fallpauschalen umzusetzen. Ein Kurzlieger-Katalog würde die notwendigen Anreize setzen, Behandlungen mit geringerem Aufwand und mit kürzerer Liegedauer zu gestalten, was gleichzeitig auch im Interesse der Patientinnen und Patienten liegt.

Die Leistungen nach dem Katalog für Ambulantes Operieren müssen aufwandsgerecht finanziert werden, um künftig noch mehr ambulante Behandlungen zu ermöglichen. Aktuell tritt die Entwicklung auf der Stelle, weil viele potentielle Behandlungen nicht kostendeckend erbracht werden können. Notwendig ist deshalb, die Krankenhäuser mit ihren Kostenstrukturen an den Verhandlungen gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung zu beteiligen.

Konzept der sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen sollte wieder aufgenommen werden

Die geplanten sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen müssen zu verlässlichen Anlaufpunkten für die ambulante und stationäre Grundversorgung entwickelt werden. Dazu braucht es einen ebenso verlässlichen Rahmen für deren Behandlungsspektrum und die Refinanzierung der sektorübergreifenden Versorgung. Die DKG schlägt zudem vor, das Konzept der medizinisch-pflegerischen Versorgung durch sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen wieder aufzunehmen. Durch die Möglichkeit, erweiterte pflegerische Leistungen anzubieten, würde sich so die wohnortnahe Versorgung älterer, multimorbider oder anderweitig pflegebedürftiger Patientinnen und Patienten verbessern. Nicht zuletzt fordert die DKG, die Versorgungseinrichtungen ausreichend und angemessen zu finanzieren.

„Mehr ambulante Behandlungen im Krankenhaus sind eine Chance, das Gesundheitssystem besser, effizienter und kostengünstiger zu gestalten, auch im Interesse der Patientinnen und Patienten. Vieles an den Plänen zur Ambulantisierung ist allerdings noch unausgegoren oder von teils völlig überzogenen Vorstellungen vom Ausmaß ambulant möglicher Behandlungen in niedergelassenen Arztpraxen getrieben. Es wird Zeit, dass mehr Sachlichkeit und Rationalität in die Debatte kommen, damit wir die Reformchancen nicht verspielen. Dazu wollen wir unseren Beitrag leisten“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß.

Quelle: DKG

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Krankenhaustransformationsfonds NRW Förderaufruf

NRW startet Förderaufruf: 2,6 Milliarden Euro Landesmittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds – ein Drittel für Klimaanpassung

Düsseldorf. Nordrhein-westfälische Plankrankenhäuser können ab sofort Fördermittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds (KHTF) beantragen. Das Gesundheitsministerium NRW hat am 18. August 2026 den entsprechenden Förderaufruf an die Kliniken versandt. Für Vorhaben in NRW stehen insgesamt 7,2 Milliarden Euro zur Verfügung, davon rund 2,6 Milliarden Euro Landesmittel.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Kabinett

Kabinett in Schleswig-Holstein stimmt Reform des Landeskrankenhausgesetzes zu

Kiel. Das Kabinett hat am 18. August in zweiter Befassung dem Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Krankenhausversorgung zugestimmt. Mit dem Gesetzesentwurf wird das Landeskrankenhausgesetz (LKHG) neu ge­fasst.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen
Judith Gerlach Entbürokratisierung Krankenhäuser

Bayerns Gesundheitsministerin Gerlach fordert raschen Bürokratieabbau für Krankenhäuser

München. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat sich direkt an Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann gewandt und eine zügige Umsetzung des angekündigten Entbürokratisierungsgesetzes für Kliniken gefordert.

Gesundheitspolitik

Beitrag lesen