»

Agenda 2027 soll Kreiskliniken zukunftssicher machen

Würfel die mit Pfeilen Reihenfolge angeben

Agenda 2027 soll Kreiskliniken zukunftssicher machen

Aus der Praxis

4 MIN

Mit Konsolidierungsprogramm wollen sich die Kreiskliniken für die Zukunft aufstellen

Groß-Umstadt / Seeheim-Jugenheim. Mit einem Konsolidierungsprogramm, das auf den Namen „Agenda 2027“ getauft wurde, wollen die Kreiskliniken sich für die Zukunft aufstellen. Zum einen geht es darum, das Defizit, das Ende des vergangenen Jahres noch mit 20,3 Millionen Euro kalkuliert worden war, zu reduzieren. Zum anderen geht es darum, das Haus angesichts der anstehenden Krankenhausreform zukunftssicher zu machen.

„Obwohl einige Faktoren, die zu dieser Bilanz geführt haben, von uns nur bedingt beeinflussbar sind, weil die Kosten der Kliniken bundesweit weit stärker steigen als die Erlöse, die sie für die Patientenbehandlung von den Krankenkassen erhalten, wollten wir nicht warten, bis die Ergebnisse der 2024 beschlossenen Krankenhausreform greifen“, sagt Betriebsleiter Christoph Dahmen: „Anders als die meisten Unternehmen können Krankenhäuser ihre Preise nämlich nicht kurzfristig an die Inflationsentwicklung anpassen. Die Politik hat die jährlichen Preisanpassungen gesetzlich festgelegt und damit stark begrenzt.“

Betriebsleiterin Pelin Meyer ergänzt: „Ab 2026 werden Fördermittel zur Verfügung gestellt, so der Zeitplan. Dennoch wissen wir derzeit noch gar nicht, in welcher Form wir davon profitieren. So lange zu warten, bis das feststeht, können wir unseren Patienten und den Mitarbeitern gegenüber nicht verantworten. Auf der anderen Seite müssen wir auch die möglichen Veränderungen durch die bevorstehende Krankenhausreform mit einfließen lassen und bewerten. Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten alles dafür tun, um das Haus noch zukunftsfester zu machen.“

Umsetzung der Agenda ist bereits gestartet

Der Agenda-Prozess startete bereits kurz nach Bezug des neuen Bettenhauses im September 2024 unter Beratung des Clinotel-Krankenhausverbunds, in dem die Kreiskliniken Mitglied sind. Aus dem Haus heraus wurde ein Projektteam aufgestellt, das die Konsolidierung in den Strukturen des neuen Bettenhauses nun vorantreiben soll, denn das neue Bettenhaus schafft neue Möglichkeiten, die im Altbestand begrenzt waren. „Wir haben uns bewusst gegen einen externen Berater entschieden, weil wir der Überzeugung sind, dass wir die dazu nötige Expertise hier im Haus haben. Anders ausgedrückt: Wir sind überzeugt, dass wir uns am besten kennen und darum auch genau wissen, wo wir die Hebel ansetzen müssen“, sagt Christoph Dahmen. „Um den Fortschritt messbar zu machen, werden spezifische, wirtschaftlich relevante Ziele definiert, die wir als Team gemeinsam erarbeiten und erreichen wollen – und müssen, um die Ziele gemeinsam zu erreichen“, erklärt Pelin Meyer. Einen positiven Aspekt gab es bereits: Das für 2024 prognostizierte Defizit der Kreiskliniken konnte um 5,3 Millionen Euro reduziert werden.

„Weil sich an den Rahmenbedingungen bislang nichts geändert hat, sind wir zuversichtlich, dass die Effekte des Neubaus zusammen mit der engagierten Arbeit unserer Mitarbeiter und natürlich auch der des Projektteams der Agenda 2027 bewirken wird, dass unser für dieses Jahr kalkuliertes Defizit auch geringer ausfallen könnte“, sagt Pelin Meyer. „Denn unsere Arbeit ist noch lange nicht beendet.“ Ziel ist es, wieder das Umsatzniveau aus dem Jahr 2019, also vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, zu erreichen. Das lag um 17 Prozent höher als 2024.

Zusammensetzung des Lenkungsausschusses

Der Lenkungsausschuss des Projektteams der „Agenda 2027“ setzt sich aus den führenden Köpfen der Krankenhausbetriebsleitung zusammen: Christoph Dahmen, Pelin Meyer sowie der ärztliche Leiter Prof. Dr. Peter Schräder und Pflegedienstleiter Jens Müller-Laupert. Die Projektleitung und damit auch -verantwortung obliegt den Betriebsleitern Christoph Dahmen und Pelin Meyer. Für das Projektmanagement sind Christina Hubert und Meike Eiermann verantwortlich. Um den Themenbereich Personal/Umsatz kümmern sich Prof. Dr. Peter Schräder, Dr. Patrick Schmenger, Philipp Koniordos und Bettina Ludwig und um das Controlling Zakariae Benkabbou, Martin Czech, Katharina Chatzialexiou sowie Thomas Eckert.

Quelle: Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Jüdisches Krankenhaus

Jüdisches Krankenhaus Berlin im Eigenverwaltungsverfahren

Berlin. Das Jüdische Krankenhaus Berlin (JKB) hat am 4. Dezember 2025 einen Antrag auf die Einleitung eines vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens gestellt.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
VdDD

VdDD: Wirtschaftliche Lage in diakonischen Unternehmen trübt sich ein

Berlin. Nur etwas mehr als jedes dritte diakonische Unternehmen (36,4 Prozent) erwartet im noch laufenden Geschäftsjahr ein positives Jahresergebnis. Knapp jedes fünfte Unternehmen schreibt in 2025 voraussichtlich rote Zahlen.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
EKK plus

EKK plus und AGKAMED: Weg frei für Fusion

Köln. Die Gesellschafterversammlung der AGKAMED Holding GmbH hat sich für die Fusion mit der EKK plus entschieden. Zuvor hatte bereits die GDEKK GmbH den Weg freigemacht

Aus der Praxis

Beitrag lesen