Hannover. Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi hat dem Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende (EKW) einen Förderbescheid in Höhe von 151 Millionen Euro aus dem Krankenhaustransformationsfonds überreicht. Die Mittel fließen in die Zusammenlegung mit dem Krankenhaus Neu-Mariahilf und sollen bis 2031 einen modernen Krankenhausneubau in Weende ermöglichen. Knapp 96 Millionen Euro stammen aus Bundesmitteln, rund 55 Millionen Euro trägt das Land Niedersachsen als Kofinanzierung bei.
Neubau auf dem Gelände des EKW bis 2031 geplant
Kernstück des Vorhabens ist ein rund 33.000 Quadratmeter großer Neubau auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses in Weende. Dort sollen künftig die Zentrale Notaufnahme, die Radiologie, mehrere Operationssäle sowie die Intensivstation unter einem Dach vereint werden. Der Baubeginn ist für Ende 2026 vorgesehen, die Fertigstellung für das Jahr 2031. Durch die räumliche Zusammenführung beider Häuser sollen Versorgungsangebote gebündelt und kostenintensive sowie personalaufwendige Parallelstrukturen abgebaut werden.
Bei seinem Besuch ließ sich Minister Philippi von EKW-Geschäftsführer Hauke Heißmeyer über den aktuellen Planungsstand informieren. Heißmeyer dankte dabei ausdrücklich dem Land Niedersachsen, der Stadt Göttingen, den Kostenträgern, dem Planungsausschuss sowie dem Niedersächsischen Landesamt für Bauen und Liegenschaften (NLBL) für die konstruktive Begleitung des Prozesses, der bereits im Jahr 2023 angestoßen wurde.
Förderung als Signal für wohnortnahe Versorgung
Es freut mich sehr, dass die Zusammenlegung beider Standorte nun in die entscheidende Phase geht.. Die Mittel aus dem Transformationsfonds leisten dabei einen wichtigen Beitrag, um das stationäre Leistungsangebot nachhaltig auf sichere Beine zu stellen. Auf diese Weise wird nicht nur die Qualität der Angebote gestärkt, sondern es wird das ganz klare Zeichen gesetzt, dass sich die Menschen vor Ort weiterhin auf eine wohnortnahe Versorgung verlassen können. Denn am Standort Weende wird bereits jetzt umgesetzt, was die Krankenhausreform mit Blick auf die Zukunft vorsieht: Eine bedarfsgerechte Neustrukturierung im Sinne der Patientinnen und Patienten.
Gesundheitsminister Philippi
„Mit der Förderung schaffen das Land Niedersachsen und das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende gemeinsam die Voraussetzungen für eine moderne, verlässliche und zukunftsfähige Patientenversorgung“, betont EKW-Geschäftsführer Heißmeyer. „Zugleich ist er für uns Auftrag und Verpflichtung, die Baumaßnahme verantwortungsvoll und mit klarem Blick auf die Bedürfnisse der Menschen in unserer Region umzusetzen. Besonders hervorheben möchte ich auch den großen Einsatz aller Nutzerinnen und Nutzer aus den medizinischen, pflegerischen und administrativen Bereichen unseres Krankenhauses sowie die Arbeit der beteiligten Architektinnen und Architekten, Fachplanerinnen und Fachplaner. Sie alle haben ihre Erfahrung und ihre unterschiedlichen Perspektiven in die Planung eingebracht.“
Aufsichtsrat und Trägerverein unterstreichen langfristige Perspektive
Mit den baulichen Maßnahmen am EKW sichern wir unseren Versorgungsauftrag auch in den kommenden Jahrzehnten zuverlässig und auf hohem Niveau. Wir bleiben mit unserer Entwicklung nah bei den Menschen hier in Südniedersachsen. Mit dem Neubau stärken wir unsere medizinischen Angebote, schaffen hervorragende Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden und verbessern zugleich die Aufenthalts- und Unterbringungsqualität für unsere Patientinnen und Patienten. Wir investieren nachhaltig in die Zukunft unseres Krankenhauses und damit in die stationäre und ambulante Gesundheitsversorgung der gesamten Region.
Jörg Schnitzerling, Vorsitzender des Aufsichtsrates
„Das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende hat sich in den vergangenen Jahrzehnten unter sehr volatilen und herausfordernden Rahmenbedingungen kontinuierlich und nachhaltig weiterentwickelt“, so der Vorsitzende des Trägervereins, Frank Wiegelmann. „Dabei konnten wir neben dem hohen Engagement der Mitarbeitenden stets auf die verlässliche Unterstützung des Landes Niedersachsen bauen. Nach der Zusammenführung mit dem Standort Lenglern schaffen wir damit die Voraussetzungen, künftig auch den Standort Neu-Mariahilf mit seinen Mitarbeitenden am Standort Weende effizient zu integrieren. Damit führen wir zusammen, was über viele Jahre gewachsen ist, und schaffen am Zukunftsstandort Weende eine starke gemeinsame Basis für die kommenden Jahrzehnte.“
Rechtlicher Rahmen: Transformationsfonds und Antragsverfahren
Grundlage der Förderung ist § 12b des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG), der im Zuge der Krankenhausreform neu gefasst wurde und die Einrichtung eines Transformationsfonds beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) vorsieht. Die näheren Fördervoraussetzungen regelt die Krankenhaustransformationsfonds-Verordnung (KHTFV), die am 18. April 2025 in Kraft trat und zuletzt am 9. April 2026 geändert wurde. Bundesmittel aus dem Fonds werden ausschließlich über die Länder beantragt: Diese koordinieren und priorisieren die Vorhaben in ihrem Zuständigkeitsbereich und reichen die Anträge beim BAS ein. In Niedersachsen müssen Plankrankenhäuser gemäß § 108 Ziffer 2 SGB V dafür einen Förderantrag beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung stellen.
Das Vorhaben in Göttingen-Weende steht exemplarisch für den strukturellen Wandel, den die Krankenhausreform in der deutschen Kliniklandschaft anstoßen soll: Durch die Konzentration von Standorten und Leistungen auf leistungsfähige Einheiten soll die stationäre Versorgung langfristig gesichert und qualitativ weiterentwickelt werden. Mit dem geplanten Baubeginn Ende 2026 tritt das Projekt in Göttingen nun in eine konkrete Umsetzungsphase ein.
Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung





