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Klinikum Ernst von Bergmann rechnet 2027 mit Ergebnisrisiko von bis zu 36 Mio. Euro

Klinikum Ernst von Bergmann

Eingangsbereich zur Zentralen Notaufnahme des Klinikum Ernst von Bergmann und zur Ärztlichen Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg

Klinikum Ernst von Bergmann rechnet 2027 mit Ergebnisrisiko von bis zu 36 Mio. Euro

Aus der Praxis

3 MIN

Potsdam. Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Krankenhausreform und GKV-Stabilisierungsgesetz könnten dem kommunalen Haus im Jahr 2027 nach ersten groben Schätzungen ein Ergebnisrisiko von bis zu 36 Millionen Euro bescheren. Während das laufende Geschäftsjahr 2026 planmäßig verläuft und mit einem deutlich verbesserten Ergebnis abschließen soll, bereitet sich die Geschäftsführung bereits jetzt aktiv auf die drohenden Einbußen vor. Eine eigens eingerichtete Taskforce soll Gegenmaßnahmen entwickeln. Über diese berät der Aufsichtsrat am 9. Oktober 2026 erstmals.

Veränderte Rahmenbedingungen belasten Krankenhausfinanzierung

Die Ursachen des prognostizierten Ergebnisrisikos liegen in geänderten gesetzlichen Vorgaben zur Krankenhausfinanzierung. Konkret werden sich die Vergütung erbrachter Krankenhausleistungen sowie die Refinanzierung der Pflegepersonalkosten verändern. Hinzu kommt eine steigende Prüfquote des Medizinischen Dienstes. Diese Kombination aus Erlöseinbußen und Mehrkosten trifft das Klinikum Ernst von Bergmann in einem Moment, in dem das Haus gerade eine Phase wirtschaftlicher Stabilisierung durchläuft.

Wir sind im laufenden Geschäftsjahr voll im Plan und werden, wie prognostiziert, 2026 mit einem deutlich besseren Ergebnis abschließen, als das in den Vorjahren der Fall war.

Tomislav Gmajnic, Sprecher der Geschäftsführung

Für diesen Erfolg dankte Gmajnic ausdrücklich den Mitarbeitenden, die mit großem Engagement Veränderungsprozesse vorangetrieben, Erlöse gesteigert und Einsparpotenziale erschlossen hätten. Vor diesem Hintergrund sei es besonders frustrierend, dass die veränderten politischen Rahmenbedingungen nun erneut erheblichen Druck auf das Ergebnis ausübten.

Taskforce entwickelt Maßnahmenpaket

Um den absehbaren Erlöseinbußen frühzeitig entgegenzuwirken, hat das Klinikum eine interne Taskforce ins Leben gerufen. In diesem Gremium sind Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen – darunter Pflege, ärztlicher Dienst und Therapie – sowie Mitglieder des Betriebsrats vertreten. Die Taskforce wird in Kürze ihre Arbeit aufnehmen und ein Maßnahmenpaket mit konkreten Einsparmöglichkeiten erarbeiten. Am 9. Oktober 2026 befasst sich der Aufsichtsrat erstmals mit diesem Plan; eine abschließende Entscheidung soll im Laufe der folgenden Wochen fallen.

Unser Ziel ist und bleibt es, unser Klinikum in eine sichere Zukunft zu führen und das in kommunaler Trägerschaft. Das ist der Auftrag unserer Gesellschafterin und damit unsere Aufgabe als Geschäftsführung. Deshalb stellen wir uns jetzt frühzeitig den drohenden Erlöseinbußen entgegen.

Tomislav Gmajnic

Gesamtes Klinikum auf dem Prüfstand

Die Geschäftsführung macht deutlich, dass die anstehende Überprüfung keine Teilbereiche ausnehmen wird. Ob und in welchem Umfang Stellen wegfallen, welche Bereiche Einsparungen schultern müssen und ob das Leistungsangebot angepasst wird, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch vollständig offen. Erschwerend kommt hinzu, dass die in früheren Jahren realisierbaren, schnell umsetzbaren Effizienzgewinne bereits weitgehend ausgeschöpft sind.

Wir stellen das gesamte Klinikum noch einmal auf den Prüfstand. Es wird kein leichter Weg werden und sicher auch schmerzhafte Einschnitte mit sich bringen. Wenn Mitarbeitende und Geschäftsführung weiterhin an einem Strang ziehen und die Bevölkerung versteht, dass es ohne Veränderungen keine Zukunft geben wird, kann es uns gelingen, den wirtschaftlichen Folgen der immer schwieriger werden gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen frühzeitig und effizient gegenzusteuern.

Dr. Christian Unzicker, Geschäftsführer

Das Klinikum Ernst von Bergmann steht mit seiner Situation nicht allein: Krankenhäuser bundesweit sehen sich durch das Zusammenwirken von Krankenhausreform und GKV-Stabilisierungsgesetz mit strukturellen Finanzierungsrisiken konfrontiert. Die frühzeitige Reaktion des Potsdamer Hauses – mit einer breit aufgestellten Taskforce und einer transparenten Kommunikation gegenüber Aufsichtsrat und Öffentlichkeit – zeigt, dass das Management die Herausforderung aktiv annimmt, auch wenn konkrete Entscheidungen noch ausstehen.

Quelle: Klinikum Ernst von Bergmann gemeinnützige GmbH

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