Idar-Oberstein. Die kommunalen Gesellschafter des Klinikums Idar-Oberstein haben den offiziellen Startschuss für die Suche nach einem neuen Trägerpartner gegeben. Das Verfahren wurde am 19. August 2026 im Rahmen einer vollbesetzten Mitarbeiterversammlung eingeleitet. Gesucht wird ein etablierter Krankenhausträger, der die Gesellschafteranteile der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG) in Höhe von 50,05 Prozent übernimmt. Alle kommunalen Gesellschafter bleiben unverändert beteiligt; Arbeitsverträge, Arbeitsbedingungen und Tarifrechte der Beschäftigten bleiben vollumfänglich erhalten.
Hintergrund: SHG scheidet aus kommunalaufsichtlichen Gründen aus
Der Anlass für die Partnersuche liegt in kommunalaufsichtlichen Vorgaben: Die SHG kann die langfristigen finanziellen Sicherheitsleistungen für das geplante Großbauprojekt – den Ergänzungsneubau des Klinikums – nicht im geforderten Umfang mittragen. Die einvernehmlich getroffene Vereinbarung zwischen den kommunalen Gesellschaftern und der SHG schafft nun die nötige Klarheit für einen geordneten Übergang. Bereits im November des vergangenen Jahres hatten die kommunalen Gesellschafter ein starkes Bürgschaftspaket auf den Weg gebracht, das die Gesamtfinanzierung des Ergänzungsneubaus dauerhaft absichert. Auf diesem Fundament geht das Verfahren nun planmäßig in die Umsetzung.
Klare Kriterien für den künftigen Partner
Bei der Auswahl des neuen Partners setzen die kommunalen Gesellschafter – der Landkreis Birkenfeld, die Stadt Idar-Oberstein sowie die Stadt und Verbandsgemeinde Baumholder – auf ein gemeinsam abgestimmtes, transparentes Verfahren. Gesucht wird ein Träger mit wirtschaftlicher Kraft, der die Sicherung des Ergänzungsneubaus gewährleisten kann und für den modernes Führungsverständnis, verlässliche Strukturen sowie eine wertschätzende Personalentwicklung zentrale Säulen sind.
Unabhängige Begleitung durch Krankenhausexperten
Die Steuerung der Partnersuche liegt in den Händen der Dornbach Health Care GmbH (Mainz), federführend begleitet durch Rechtsanwältin Carola Hollnack. Seit Dezember 2025 verstärkt zudem Diplom-Kaufmann Jörg Mehr als Handlungsbevollmächtigter der kommunalen Gesellschafter die Geschäftsleitung des Klinikums. Er verantwortet die Bereiche Strategie und Unternehmensentwicklung, wirkt maßgeblich an der Partnersuche mit und treibt das Vorhaben rund um den Ergänzungsneubau voran.
Klinikbetrieb läuft stabil – kommunaler Einfluss bleibt gesichert
Der laufende Klinikbetrieb ist vom Verfahren unberührt. Die medizinische Schwerpunktversorgung für die Region läuft ohne Einschränkungen weiter. Ein zentraler Eckpfeiler des gesamten Prozesses ist die dauerhafte Sicherung des kommunalen Einflusses: Das Klinikum Idar-Oberstein soll auch künftig fest in der Region verankert bleiben und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger geführt werden.
„Das Klinikum liegt uns allen sehr am Herzen – als wichtiger Schwerpunktversorger für die Bürgerinnen und Bürger und als einer der größten Arbeitgeber der Region“, betonte Landrat Miroslaw Kowalski in der Versammlung. „Mit dem heutigen Tag und im Beisein unserer Belegschaft wollen wir vor allem unsere tiefe Wertschätzung für die hier geleistete Arbeit zum Ausdruck bringen. Die Beschäftigten sind das Rückgrat dieses Hauses. Sie können absolut sicher sein, dass Ihre Rechte und Rahmenbedingungen vollumfänglich gewahrt bleiben.“
Oberbürgermeister Frank Frühauf würdigte den Einsatz der Beschäftigten: „Das Klinikum Idar-Oberstein ist das medizinische Herzstück unserer Region und für die Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung unverzichtbar. Um diese erstklassige Versorgung Tag für Tag aufrechtzuerhalten, braucht es jeden Einzelnen: Mein ausdrücklicher Dank und meine volle Unterstützung gelten dem gesamten Personal in allen Bereichen, dessen täglicher Einsatz das Fundament unserer medizinischen Sicherheit bildet.“
„Unser Klinikum bleibt der wichtigste Gesundheitsdienstleister der Region – unabhängig von der künftigen Trägerschaft. Ich verspreche mir durch einen Trägerwechsel neben dem Erhalt unseres qualitativ hochwertigen und umfangreichen Angebotes, auch neue Impulse für die medizinische Leistungsentwicklung zum Wohle der Bevölkerung vor Ort“, äußerte sich der Ärztliche Direktor Dr. med. Ulrich Frey zukunftsorientiert.
„Die SHG hat das Klinikum Idar-Oberstein über viele Jahre hinweg eng begleitet“, erklärt Prof. Dr. med. Oliver Adolph, Geschäftsführer der SHG. „Mit der einvernehmlich getroffenen Vereinbarung tragen wir den kommunalaufsichtlichen Vorgaben Rechnung. Wir leisten damit unseren Beitrag dazu, dass sich das Klinikum zukunftssicher aufstellen kann. Eine verlässliche Versorgung und gute Perspektiven für die Beschäftigten sind auch uns ein wichtiges Anliegen.“
Bürgermeister Bernd Alsfasser und Stadtbürgermeister Günther Jung ergänzen: „Hierfür gelten klare Kriterien. Neben wirtschaftlicher Kraft und der Sicherung des Ergänzungsneubaus suchen wir einen Partner, für den ein modernes Führungsverständnis, verlässliche Strukturen und eine wertschätzende Personalentwicklung zentrale Säulen sind.“
Mit dem offiziellen Verfahrensstart setzt das Klinikum Idar-Oberstein auf Transparenz und Kontinuität: Die kommunalen Gesellschafter bleiben aktiv beteiligt, die Versorgung der Region ist gesichert, und die Beschäftigten werden von Beginn an eingebunden. Welcher Träger am Ende die Nachfolge der SHG antritt, wird das laufende Auswahlverfahren zeigen.
Quelle: SHG Klinikum Idar-Oberstein





