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Bürokratiekosten im Krankenhaus: DGfM veröffentlicht Streitschrift zur Prüflast

Bürokratiekosten im Krankenhaus, Prüflast

Bürokratiekosten im Krankenhaus: DGfM veröffentlicht Streitschrift zur Prüflast

Gesundheitspolitik

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Hockenheim. Die Deutsche Gesellschaft für Medizincontrolling e. V. (DGfM) hat eine Streitschrift veröffentlicht. Darin analysiert sie die wachsenden Bürokratiekosten im Krankenhaus wissenschaftlich und erstmals quantifizierbar. Unter dem Titel „Kontrolle außer Kontrolle – Die Vermessung des Unmessbaren“ beleuchtet die Publikation, welche Kosten das bestehende Prüf- und Kontrollregime für Krankenhäuser erzeugt. Außerdem zeigt sie, warum diese Kosten in der offiziellen Krankenhausfinanzierung bislang nicht berücksichtigt werden.

Bürokratiekosten im Krankenhaus: ein Schattenhaushalt ohne Effizienzanforderungen

Im Mittelpunkt der Schrift steht ein strukturelles Problem. Einerseits fordert die Politik von Krankenhäusern zunehmend Effizienz. Andererseits wächst ein Prüf- und Kontrollapparat, der selbst keinen Effizienzanforderungen unterliegt. MD-Prüfungen, Strukturprüfungen, Leistungsgruppenprüfungen binden erhebliche Ressourcen. Hinzu kommen zahlreiche Dokumentations- und Nachweispflichten. Diese Ressourcen sind weder patientennah eingesetzt noch im Landesbasisfallwert refinanziert.

Die DGfM beschreibt dieses Phänomen als „Schattenhaushalt der Kontrolle“. Dabei handelt es sich um einen milliardenschweren Kostenblock, der außerhalb aller offiziellen Budgets existiert. Somit bleibt er politisch bislang weitgehend folgenlos.

Zwei neue Kennzahlen für mehr Transparenz

Ein zentrales Anliegen der Streitschrift ist es, die bislang unsichtbare Bürokratiebelastung messbar zu machen. Zu diesem Zweck entwickelt die DGfM zwei neue Kennzahlen:

  • Bürokratiekostenindex (Bₖ): Bildet die ökonomische Belastung pro Fall ab und macht die gesamtgesellschaftlichen Kosten des Prüfregimes quantifizierbar.
  • Prüfintensität (Iₚ): Misst die Anzahl der Abrechnungsprüfungen je 1.000 vollstationäre Fälle und ermöglicht damit erstmals einen skalierbaren Vergleich der Prüfaktivität.

Beide Kennzahlen sollen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen sowie der Gesundheitspolitik eine belastbare Grundlage für die Diskussion über das Ausmaß der Kontrolllast bieten.

Bürokratiekosten in Milliardenhöhe modellierbar

Auf Basis von Daten des GKV-Spitzenverbands und des Statistischen Bundesamts modelliert die Schrift die aktuellen und künftigen Bürokratiekosten. Ausgangspunkt sind rund 1,0 bis 1,2 Millionen MD-Einzelfallprüfungen pro Jahr bei einer realistischen Prüfquote von etwa 7–8 Prozent (Annahme). Bei konservativen Kostenschätzungen von 300 bis 500 Euro je Prüfung ergeben sich Bürokratiekosten von 330 bis 550 Millionen Euro jährlich – allein für die Einzelfallprüfung.

Sollte die Prüfquote auf 12 bis 15 Prozent steigen, könnten die Prüfungen auf 1,6 bis 2,0 Millionen anwachsen. Die damit verbundenen Bürokratiekosten würden auf bis zu einer Milliarde Euro steigen – eine Kostensteigerung von bis zu 450 Millionen Euro gegenüber dem Status quo.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Medizincontrolling (DGfM) e.V. / KU Gesundheitsmanagement

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