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23. KU Kodierfachkräftekongress

Das Onlineseminar

4. April 2023
9.00 – 16.00 Uhr

Programm

9.00 – 9.15 Uhr
Begrüßung

9.15-10.15 Uhr
Aktuelles aus dem MD zu Strukturprüfungen und Qualitätskontrollen – Erfahrungen und Vorschau aus Sicht des MD
Dr. Kerstin van Rüth

10.25-11.25 Uhr
ORPHAcodierung: Grundlagen und Erfahrungen aus der Kodierpraxis
Dr. Holm Graeßner

11.35-12.00 Uhr
Entscheidungen des Schlichtungsausschusses Bund
Dr. Erwin Horndasch

12.00-12.45 Uhr
Mittagspause

12.45-13.45 Uhr
Die wichtigsten Änderungen des AOP-Vertrags §115
Renate Tief

13.55-14.55 Uhr
FoKA: Expertise zwischen Anfragen und Kodierempfehlungen
Dr. Lars Schäfer

15.05-16.05 Uhr
Kodierung in der Pädiatrie
Dr. Christian Voll

Im Frühjahr 2023 fand der inzwischen 23. Kodierfachkräftekongress der KU Gesundheitsmanagement statt. Die Veranstaltung wurde wie die Male zuvor als Online-Seminar abgehalten. Am 4. April kamen daher zahlreiche interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Expertinnen und Experten online zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen und gesetzliche Neuerungen zum Thema Kodierung zu informieren und weiter fortzubilden. Die Begrüßung übernahm Anette Nazarenko, Teamleitung healthcare der mgo Fachverlage. Sie moderierte im Anschluss gemeinsam mit Dr. Erwin Horndasch, Leiter Medizincontrolling der Diakoneo Kliniken Neuendettelsau und Schwabach, den Kongress. Die Referentinnen und Referenten kamen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen zum Thema Kodierung.

Dr. Kerstin van Rüth, stellvertretende Leiterin des Krankenhaus Region Süd, MD Bayern, eröffnete mit ihrem Vortrag den Kongress. Sie referierte über aktuelle Tendenzen und Neuerungen aus dem Medizinischen Dienst (MD) zu Strukturprüfungen und Qualitätskontrollen. Aus Sicht des MD zeigte sie bisherige Erfahrungen aus den letzten Strukturprüfungen auf. Nach der Richtlinie von 2022 bildete sie beispielsweise in einem Diagramm ab, wie viele Vor-Ort-Prüfungen, Dokumentenprüfungen und Strukturprüfungen sowohl Vor-Ort als auch mittels Dokumente stattfanden. In diesem Zusammenhang informierte sie auch über die Top 5 der am häufigsten beantragten Kodes und Kodes, deren Strukturmerkmale nicht erfüllt wurden.

Im Anschluss berichtete Dr. Holm Graeßner, Geschäftsführer des Zentrums für Seltene Erkrankungen am Universitätsklinikum Tübingen, über die ORPHA–Codierung. Anhand detailreicher Beispiele direkt aus Tübingen gab er Einblicke in die Praxis des Kodiersystems OrphaCode, wobei er am Ende auch Ergebnisse und auftretende Probleme zusammenfasste. Im Vortrag stellte der Geschäftsführer dar, wie das Kodiersystem, basierend auf einer Orphanet-Nomenklatur, eindeutig seltene Erkrankungen (SE) mittels sogenannter OrphaKennnummern (OKn) erlauben kann. Der Vortrag basierte auf eigenen Erfahrungen, die seit 2019 am Universitätsklinikum Tübingen zusammenkamen. Danach durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen stellen.
Als nächstes informierte Dr. Erwin Horndasch in seinem Vortrag über die letzten Entscheidungen des Schlichtungsausschusses Bund. Dabei ging er auf Vereinbarungen des GKV-Spitzenverband und der Deutschen Krankenhausgesellschaft ein. Außerdem erläuterte er an abgeschlossenen und aktuellen Verfahren wie Thrombektomie ZE 133, Adhäsiolyse oder Erregerkodierung anschaulich, welche Auswirkungen die Entscheidungen auf die Abrechnung haben. Dabei gibt Dr. Horndasch auch Begründungen für die Ablehnung bestimmter Anträge an. Seinen Vortrag schließt er mit einer subjektiven Bewertung.

Nach der darauffolgenden Mittagspause kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erneut online zusammen, um dem Vortrag von Renate Tief zuzuhören. Sie ist Geschäftsführerin der CPG Tief. Frau Tief referierte über die wichtigsten Änderungen des AOP-Vertrags §115 zwischen dem GKV-Spitzenverband, DKG e.V. und KBV. In ihrem Vortrag gab sie auch einen Überblick über die neuen Kontextfaktoren und zeigte die Übergangsregelung des AOP Vertrag §24.

Anschließend ging Dr. Lars Schäfer, Leiter des Fachausschuss für ordnungsgemäße Kodierung und Abrechnung (FoKA) der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling (DGfM) e.V., auf somatische sowie PEPP-Anfragen und SEG-4 Kodierempfehlungen ein. Dies zeigte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anschaulich anhand der DGfM-Webseite. Am Ende des Vortrags stellte er sich für Fragen bereit.

Dr. Christian Voll, Oberarzt in der Kinderklinik Dritter Orden Passau, bildete mit seinem Vortrag den Abschluss des Kongresses. Er informierte über die Kodierung in der Pädiatrie. Dr. Voll gab Einblicke in relevante Neuerungen der Diagnostik bei Verdacht auf Kindswohlgefährdung, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale sowie intrakranielle Blutung beim Fetus und NG. Weitere Themen waren das Kodieren einer Sepsis und Neonatologie.

Der Kongress war trotz digitaler Ausführung wieder ein voller Erfolg und eine gelungene Veranstaltung sich im Bereich Kodierung auf den neuesten Stand zu bringen. Es gab reichlich positives Feedback. Der nächste Kodierfachkräftekongress findet am 21. November 2023 statt.

Redaktion KU Gesundheitsmanagement

Referenten

Foto von Dr. Holm Graeßner
Dr. Holm Graeßner
Geschäftsführer des Zentrums für Seltene Erkrankungen, Universitätsklinikum Tübingen

Holm Graessner hat einen Abschluss in Biomedizintechnik, Elektrotechnik, Germanistik, Philosophie und Betriebswirtschaft. Er promovierte 2004 mit „Summa cum laude“ und erlangte 2008 seinen MBA-Abschluss.
Seit 2010 ist er Geschäftsführer des Zentrums für Seltene Erkrankungen an der Universität und dem Universitätsklinikum Tübingen. Er ist Koordinator des European Reference Network for Rare Neurological Diseases (ERN-RND). Zusammen mit Olaf Riess koordiniert er zudem das europäische Forschungsprogram Solve-RD zum Thema „Solving the unsolved rare diseases“. Seit 2020 ist er als Fellow der European Academy of Neurology (EAN) Mitglied des Management Teams des Neurogenetics Panel und des Rare Neurological Disease Coordinating Panel. Im Jahr 2021 war er Mitbegründer der Initiative 1 Mutation 1 Medicine (1M1M), die mutationsspezifische Antisense-Oligonukleotid-Therapien (ASO) für Patienten mit schwer beeinträchtigenden oder lebensbedrohlichen seltenen neurologischen Erkrankungen entwickelt.

ORPHAcodierung: Grundlagen und Erfahrungen aus der Kodierpraxis
Im deutschen Gesundheitssystem erfolgt die Kodierung von Erkrankungen bzw. Diagnosen mittels ICD-10-GM. Die ICD-10- GM-Kodierung erlaubt allerdings nur für wenige Seltene Erkrankungen (SE) eine eindeutige Identifikation. Eine durch Orphanet entwickelte Nomenklatur erlaubt die eindeutige Kodierung von SE mittels sogenannter OrphaKennnummern (OKn). Mit Inkraftreten des Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz wird eine Kodierung von SE mithilfe der OKn ab dem 1.4.2023 im stationären Bereich verbindlich vorgeschrieben. Der Vortrag erläutert die Grundlagen der ORPHAcodierung und stellt die Erfahrungen dar, die seit 2019 am Zentrum für seltene Erkrankungen des Universitätsklinikums Tübingen mit der Um- und Durchsetzung der ORPHAcodierung gesammelt werden konnten.

Foto Erwin Horndasch
Dr. Erwin Horndasch
Leitung Medizincontrolling Diakoneo Kliniken Neuendettelsau und Schwabach

Seit Beginn des DRG-Zeitalters ist Dr. Horndasch als Medizincontroller und DRG-Berater tätig. Er ist Mitglied beim Fachausschuss für ordnungsgemäße Kodierung und Abrechnung. Zudem ist er als Sachverständiger bei Abrechnungsstreitigkeiten vor Sozial- und Zivilgerichten tätig. Er kann deshalb als Spezialist für die Kodierung und Abrechnung von Krankenhausleistungen bezeichnet werden. 

Entscheidungen des Schlichtungsausschusses Bund
Es werden die letzten Entscheidungen des Schlichtungsausschusses Bund vorgestellt und die derzeit anhängigen Verfahren. Zudem wird darauf eingegangen, welche Auswirkungen die Entscheidungen auf die Dokumentation und Abrechnung haben.

Foto Dr. Lars Schäfer
Dr. Lars Schäfer
Leitung Fachausschuss für ordnungsgemäße Kodierung und Abrechnung (FoKA)

Dr. med. Lars Schäfer hat seine medizinische Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Dortmund abgeschlossen. Seit dem Jahr 2007 ist er im Medizincontrolling tätig. Nach der Leitung des Medizincontrollings bei der GSG Consulting GmbH ist er seit Februar 2023 als Projektmanager bei der Dedalus Healthcare AG angestellt. Seit 2013 ist er Mitglied der FoKA Steuerungsgruppe und sitzt dieser seit 2022 vor.

FoKA: Expertise zwischen Anfragen und Kodierempfehlungen
In dem Vortrag wird der Vorsitzende des Fachausschuss für ordnungsgemäße Kodierung und Abrechnung (FoKA) der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling (DGfM) Dr. med. Lars Schäfer die Arbeit des Ausschusses vorstellen. Welche Themen werden vom FoKA behandelt und wie wird der Kontakt zum Ausschuss hergestellt? Wie versteht sich der FoKA in Bezug auf BfArM, InEK, SEG-4 und Bundesschlichtungsausschuss? Die Arbeitsweise des FoKA wird anhand exemplarischer Fragen vorgestellt. 

Foto Renate Tief
Renate Tief
Geschäftsführerin der CPG Tief

Renate Tief ist als Beraterin, Referentin und externe Autorin im Gesundheitswesen seit über 35 Jahren bundesweit tätig. Ihre Schwerpunkte sind die Beratungen von Arztpraxen und Krankenhäusern zu folgenden Themen:

  • Ambulante Abrechnung: GOÄ/EBM/UV-GOÄ etc.
  • Qualitäts- und Risikomanagement sowie Praxis- und Personalmanagement

Die wichtigsten Änderungen des AOP-Vertrags §115

Zum 1. Januar 2023 haben sich die Vertragspartner des AOP-Vertrages auf umfassende Änderungen des Vertrag zur Durchführung ambulant durchführbarer Operationen, sonstiger stationsersetzender Eingriffe und stationsersetzender Behandlungen gem. § 115b Abs. 1 SGB V inklusive der dazugehörigen Anlagen geeinigt.
Die wichtigsten Änderungen des AOP-Vertrags §115 zusammengefasst:

Neue OPS-Kodes in Abschnitt 1 und 2 (einschl. Übergangsregelung)

Die neuen Kontextfaktoren kennenlernen

die neuen Zuschlagspositionen und Nachbeobachtungsziffern

Foto Kerstin van Rüth
Dr. Kerstin van Rüth
Stv. Leiterin Krankenhaus Region Süd, MD Bayern

Dr. Kerstin van Rüth verantwortet als stv. Leiterin “Krankenhaus” Süd überwiegend die Planung und Durchführung der Strukturprüfungen und Qualitätskontrollen bayernweit. Sie begleitet den Prozeß der Umsetzung seit dem gesetzlichen Inkraftreten der Strukturprüfungsrichtlinie und MD-Qualitätskontrollrichtlinie.
Auf Bundesebene ist sie im Bereich SEG 4 in der AG  Strukturprüfungen vertreten und hat bis Anfang des Jahres in der AG Qualitätskontrollen an der Vorbereitung der Unterlagen zur Durchführung der Qualitätskontrollen mitgearbeitet.
Frau van Rüth ist Fachärztin für Anästhesie, war langjährig in der Klinik tätig und hat Ende 2016 als ärztlicher Gutachterin ihre Tätigkeit beim medizinischen Dienst begonnen.

Aktuelles aus dem MD zu Strukturprüfungen und Qualitätskontrollen  – Erfahrungen und Vorschau aus Sicht des MD

Mit dem Krankenhaus-Struktur-Gesetz (KHSG) hat die Bundesregierung in 2015 eine Krankenhausreform auf den Weg gebracht. Dem Thema Qualität wird im Gesetz hohe Priorität zugesprochen.
Der Medizinische Dienst prüft im Auftrag der gesetzlichen Kassen im Rahmen von Qualitätskontrollen die Umsetzung der Qualitätsvorgaben des G-BA. Mit der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 137 Absatz 3 SGB V zu Kontrollen des Medizinischen Dienstes nach § 275a SGB V (MD-QK-RL) sind die Einzelheiten zur Durchführung der Kontrollen geregelt.
Neu eingeführt wurde in 2021 die Prüfung von Strukturmerkmalen.  Grundlage der Begutachtung ist die Richtlinie des Medizinischen Dienstes Bund nach § 283 Absatz 2 Satz 1 Nr.3 SGB V über die regelmäßigen Begutachtungen zur Einhaltung von Strukturmerkmalen von OPS-Kodes nach § 275d SGB V. In dieser Richtlinie sind die Liste aller prüfungsrelevanten OPS-Kodes und die notwendigen Informationen für die Antragsstellung und Durchführung der Prüfung enthalten.
Rückblick auf zwei Jahre Prüferfahrung und Ausblick auf weitere Aufgaben zum Thema Qualität im Krankenhaus, Optimierung der Vorbereitung und Durchführung der Prüfungen durch transparente Kommunikation.

Vortrag: Komplikationen kodieren & DRG-Update 2025 in O&U

Implantatversagen, Infektionen, Pseudarthrosen – die korrekte Kodierung orthopädischer und unfallchirurgischer Komplikationen ist oft mit Herausforderungen verbunden. In diesem Vortrag werden typische Komplikationen praxisnah und mit wertvollen Tipps für den Kodieralltag erläutert. Anschließend folgt ein kompakter Überblick über die wichtigsten Neuerungen im DRG-System 2025.

Informationen

Datum
4. April 2023, 9.00-16.00 Uhr

Ort
Online über Zugangslink

Gebühr
Normaltarif: 416,50 Euro inkl. MwSt.
für jede weitere Person des gleichen Hauses: 357,00 Euro inkl.. MwSt.
DGfM-Mitglieder erhalten 10 Prozent Rabatt

Alle Teilnehmer erhalten die Deutschen Kodierrichtlinien 2023 mit MD-Kommentar und Seminarunterlagen inklusive!
Die Anmeldung ist verbindlich, aber jederzeit übertragbar. Die Stornierungsbedingungen entnehmen Sie bitte unseren AGBs.

Kooperationspartner

Logo DGfM e.V.

Ihre Ansprechpartnerin

Foto Anette Nazarenko

Anette Nazarenko
Leiterin Healthcare
Tel. 09221 949 320
Mail: a.nazarenko@mgo-fachverlage.de