»

Vivantes steht weiterhin für konstruktive Verhandlungen und schnellen Tarifabschluss

Vivantes

Vivantes steht weiterhin für konstruktive Verhandlungen und schnellen Tarifabschluss

Aus der Praxis

3 MIN

Unternehmen bekräftigt nochmals bisheriges Angebot: 100 Prozent TVÖD-Entgelt

Berlin. Am Donnerstag, 26. März gehen die Tarifverhandlungen für die Vivantes Tochterunternehmen in die nächste Runde. Vivantes strebt nach wie vor einen schnellen Abschluss mit deutlichen Entgeltsteigerungen für die Beschäftigten an. Das Angebot sieht unter anderem eine stufenweise Angleichung der Entgelttabelle auf 100 Prozent TVÖD bis Ende 2029 vor. Zudem bietet das Unternehmen eine kürzere Arbeitszeit und weitere wichtige TVöD-Komponenten wie z. B. Schichtzulagen an. Wenig Verständnis gibt es bei Vivantes dafür, dass ver.di trotz des lange vereinbarten Verhandlungstermins für das Ende der Woche einen zweitägigen Warnstreik angekündigt hat und in diesem Zusammenhang erneut Verhandlungen über die erforderliche Notdienstbesetzung blockiert.

Vivantes-Geschäftsführerin Personalmanagement Dorothea Schmidt: „Wir bieten ver.di nach wie vor Verhandlungen an jedem zweiten Werktag an mit dem Ziel, nun endlich einen schnellen Abschluss zu erreichen, von dem die Beschäftigten unserer Tochterunternehmen direkt profitieren. Darauf sollten beide Seiten alle Energien richten. Leider war ver.di erneut nicht bereit, mit Vivantes eine Notdienstvereinbarung abzuschließen, welche die Patientensicherheit vollumfänglich gewährleistet. Bedauerlich ist vor allem, dass die Gewerkschaft hierbei genau die Besetzungen unberücksichtigt lässt, die bereits durch das Arbeitsgericht Berlin festgesetzt und durch das Landesarbeitsgericht bestätigt wurden. Vivantes ist daher gezwungen, erneut die Notdienstbesetzung für den essentiellen Bereich der Zentralsterilisation im einstweiligen Rechtsschutz gerichtlich festsetzen zu lassen. Dies ist wirklich bedauerlich: Streiks und Gerichtstermine bringen uns einem schnellen und ausgewogenen Verhandlungsergebnis kein Stück näher. Ergebnisse erzielt man lediglich am Verhandlungstisch und an keiner anderen Stelle. Wir stehen daher weiterhin für kontinuierliche Verhandlungen zur Verfügung – für unsere Beschäftigten, für Vivantes und für Berlin.“

Konkrete Beispiele: Was das Angebot von Vivantes ab Mai 2026 bedeutet

Von dem Vivantes-Angebot würden die Beschäftigten direkt profitieren. Es führt schon in diesem Jahr zu Steigerungen von bis zu 8% und liegt mehr als 10% über dem vergleichbaren Tarifvertrag für die Charité Facility Management GmbH (CFM).

Angelernte Mitarbeiter*innen, z.B. Reinigungskraft oder Küchenhilfe:

  1. Beschäftigungsjahr: 2.546,14 €
  2. Beschäftigungsjahr: 2.784,96 €
  3. Beschäftigungsjahr: 3.002,44 €
    Eine angelernte Reinigungskraft oder Küchenhilfe im 1. Berufsjahr würde damit 196,37 € mehr pro Monat verdienen.

Angelernte Mitarbeiter*innen, z.B. Reinigungskraft im OP oder Servicemitarbeiterin:

  1. Beschäftigungsjahr: 2.716,88 €
  2. Beschäftigungsjahr: 2.958,33 €
  3. Beschäftigungsjahr: 3.147,42 €
    Eine angelernte Reinigungskraft im OP oder Servicemitarbeiter*in oder Küchenhilfe im 1. Berufsjahr würde damit 202,83 € mehr pro Monat verdienen.

Betriebshandwerker*innen (Elektro, SHK):

  1. Beschäftigungsjahr: 3.196,13 €
  2. Beschäftigungsjahr: 3.572,21 €
  3. Beschäftigungsjahr: 3.849,98 €
    Eine Betriebshandwerker*in im 1. Berufsjahr würde damit 224,71 € mehr pro Monat verdienen.

Vivantes behandelt aktuell mit insgesamt mehr als 20.000 Beschäftigten jährlich rund 750.000 Patient*innen, verzeichnet dabei immer noch ein hohes strukturelles Defizit von mehr als 120 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat des größten kommunalen Klinikkonzerns hatte vor diesem Hintergrund im Sommer 2024 mit den Stimmen der Arbeitnehmer ein Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept beschlossen. Es sieht die stufenweise Verringerung des Defizits bis 2029 vor – ohne Einschnitte beim Entgelt oder betriebsbedingte Kündigungen.

Quelle: Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Behandlungsfehler Krankenhaus MD-Jahresbericht 2025

MD-Jahresbericht 2025: DKG sieht Behandlungsqualität in Krankenhäusern auf hohem Niveau – und widerspricht Milliarden-Schadensrechnung

Berlin. Der Jahresbericht des Medizinischen Dienstes (MD) für das Jahr 2025 weist erneut rückläufige Behandlungsfehlerzahlen aus: Mit 11.735 gemeldeten Verdachtsfällen im gesamten Gesundheitswesen sank die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 569 Fälle.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
Klinikum Idar-Oberstein Trägerpartner Partnersuche

Klinikum Idar-Oberstein sucht neuen Trägerpartner – offenes Verfahren gestartet, Beschäftigtenrechte gesichert

Idar-Oberstein. Die kommunalen Gesellschafter des Klinikums Idar-Oberstein haben den offiziellen Startschuss für die Suche nach einem neuen Trägerpartner gegeben. Das Verfahren wurde am 19. August 2026 im Rahmen einer vollbesetzten Mitarbeiterversammlung eingeleitet. Gesucht wird ein etablierter Krankenhausträger, der die Gesellschafteranteile der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG) in Höhe von 50,05 Prozent übernimmt.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
Crew Resource Management Klinikum Lüneburg

Crew Resource Management am Klinikum Lüneburg: Aus der Luftfahrt in den Klinikalltag

Lüneburg. Das Klinikum Lüneburg führt Crew Resource Management (CRM) ein – ein Trainings- und Arbeitskonzept, das ursprünglich für Cockpit-Besatzungen entwickelt wurde und heute weltweit in Hochrisikobereichen eingesetzt wird.

Aus der Praxis

Beitrag lesen