Dialogprozess mit Bürgerinnen und Bürgern sowie politische Beratungen bis zur Entscheidung im September
Kreis Minden-Lübbecke. Der Kreis Minden-Lübbecke und die Mühlenkreiskliniken haben am 24.4. im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz den weiteren Zeitplan vorgestellt. Es ging um die finalen Entscheidungen zu den geplanten Krankenhausneubauten im Lübbecker Land und in Bad Oeynhausen. Ziel ist es, die Weichen für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung im gesamten Kreisgebiet transparent, nachvollziehbar und unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit zu stellen.
Den formalen Auftakt bildet die Einbringung der Beschlussvorlage in den Kreistag am 29. Juni 2026. Danach soll der Kreistag in seiner Sitzung am 14. September 2026 die finale Entscheidung über die beiden Neubauprojekte treffen. „Wir wollen diese richtungsweisende Entscheidung gemeinsam mit den Menschen im Mühlenkreis vorbereiten. Transparenz und Dialog sind für uns dabei keine Floskeln, sondern gelebte Praxis – und das seit Beginn des Prozesses im Jahr 2021. Alle Gutachten wurden öffentlich präsentiert und sind in den Langfassungen online einsehbar.“ Dies betont Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, Ali Doğan. „Es geht um die medizinische Versorgung der Zukunft – und die betrifft uns alle.“
Bedeutung für die Mühlenkreiskliniken
Auch Dr. Olaf Bornemeier, Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, unterstreicht die Bedeutung des Prozesses. „Die Anforderungen an Krankenhäuser verändern sich rasant. Mit den Neubauten schaffen wir die Voraussetzungen dafür, auch in Zukunft eine hochwertige, leistungsfähige und wirtschaftlich tragfähige Versorgung sicherzustellen. Die Gebäude des Krankenhauses Bad Oeynhausen und des Krankenhauses Lübbecke sind nicht zukunftsfähig – weder baulich noch medizinstrategisch. Das sagen unsere Fachleute und das ist in mehreren Gutachten bestätigt worden“, so Dr. Olaf Bornemeier.
Ein zentraler Bestandteil des weiteren Verfahrens ist ein umfangreicher Bürgerdialog. Die Mühlenkreiskliniken und der Kreis Minden-Lübbecke laden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu vier öffentlichen Informationsveranstaltungen ein. Darin stellt man die Planungen vor und beantwortet Fragen direkt Parallel dazu hat man interne Informationsveranstaltungen für Mitarbeitende der Mühlenkreiskliniken sowie der Kreisverwaltung vorgesehen.
Der Bürgermeister der Stadt Bad Oeynhausen Lars Bökenkröger empfiehlt allen Kreistagsmitgliedern, nun den letzten Schritt zu gehen. „Wir haben viel miteinander diskutiert und hart gearbeitet. Wir als Bad Oeynhausener mussten schmerzhafte Einschnitte hinnehmen, beispielsweise mit dem Wechsel von einem Neubau hin zu einem Anbau an der AVK. Auch der Verlust der Geburtshilfe tut weh. Aber in der Gesamtschau halte ich dieses Projekt, so wie es jetzt ist, für das Beste, was wir für die medizinische Versorgung unsere Bürgerinnen und Bürger herausholen können. Wenn wir diese Chance nicht ergreifen, ist der Zug vermutlich abgefahren“, sagt Lars Bökenkröger.
Bedeutung der Zustimmung
Dr. Henning Vieker, Bürgermeister der Stadt Espelkamp, plädiert ebenfalls für eine Zustimmung: „Fakt ist, das Gesundheitswesen muss sparen und es werden Klinikstandorte geschlossen werden. Mit dem Projekt, fünf Klinikstandorte in drei zu fusionieren, setzen wir genau diese politischen Vorgaben um. Wer davon träumt, dass wir im Kreis einfach weiter fünf Krankenhäuser betreiben werden können, irrt gewaltig. Wir müssen jetzt agieren, bevor am Ende Standort um Standort geschlossen werden muss. Wenn wir das mit der wohnortnahen Versorgung ernst meinen, dann führt an einem zukunftsfähigen Neubau in Espelkamp kein Weg vorbei. Andernfalls sind wir im Lübbecker Land tatsächlich von der stationären Versorgung abgeschnitten,“ sagt Dr. Vieker.
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Olaf Bornemeier erinnert daran, dass das den Bauplänen zu Grunde liegende medizinstrategische Konzept mit vielen Akteuren fachlich diskutiert wurde. „Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützt unseren Plan, befürwortet ihn und will die Umsetzung mit 178 Mio. Euro unterstützen Das ist, soweit ich weiß, die größte Fördermittelzusage in der Geschichte der Krankenhausplanung für ein Einzelprojekt. Auch die Krankenkassen als Kostenträger sind Befürworter unserer geplanten Strukturveränderung“, so Dr. Bornemeier.
Mit dem vorgestellten Zeitplan setzen der Kreis Minden-Lübbecke und die Mühlenkreiskliniken wie seit Beginn des Projektes im Jahr 2021 bewusst auf einen offenen, transparenten und dialogorientierten Prozess. Die kommenden Monate sollen genutzt werden, um umfassend zu informieren, Fragen zu beantworten und unterschiedliche Perspektiven in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.
Die finale Entscheidung über die Neubauprojekte ist im Kreistag für den 14. September 2026 nach langer und intensiver gesellschaftlicher und politischer Debatte geplant.
Quelle: Mühlenkreiskliniken AöR
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