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Bundes-Klinik-Atlas als „Beta-Version“ ausweisen

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Bundes-Klinik-Atlas als „Beta-Version“ ausweisen

Gesundheitspolitik

3 MIN

Stellungnahme der Ad-hoc-Kommission Versorgungsstrukturen der AWMF

Berlin. Die Ad-hoc-Kommission Versorgungsstrukturen der AWMF begrüßt Transparenz und vertrauenswürdige laienverständliche Informationen über die im Gesundheitswesen vorgehaltenen Versorgungsstrukturen inklusive deren Qualitätseinschätzung.

Aus diesem Grund wird das Anliegen des Krankenhaustransparenzgesetzes im Grundsatz unterstützt. Das Informationsangebot des am 17. Mai veröffentlichten Bundes-Klinik-Atlas (1) halten die Mitglieder der AWMF ad hoc Kommission allerdings derzeit nicht für vertrauenswürdig. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) als Betreiber der Online-Informationsplattform sollte dringend die Unvollständigkeit und Vorläufigkeit der Daten an prominenter Stelle deutlich machen, indem die Webseite in laienverständlicher Form als „Beta-Version“ (Testversion) ausgewiesen wird.

Den wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften ist der hohe Zeitdruck bekannt, unter dem die Veröffentlichung des Bundes-Klinik-Atlas aufgrund der gesetzlich festgeschriebenen zeitlichen Vorgaben stand. Die aktuelle Umsetzung des Bundes-Klinik-Atlas scheint nicht geeignet, Patientinnen in Auswahlprozessen adäquat zu beraten. Im Gegenteil können Patientinnen fehlgeleitet werden. Auch Kliniken könnten Schaden nehmen. Die Vorläufigkeit der Daten einerseits und die mangelnde Qualitätsüberprüfung der Daten andererseits wird nicht ausreichend deutlich. Handwerkliche Fehler bestehen u.a. in der fehlenden Trennung von Haupt- und Nebendiagnosen und der schlechten Verknüpfung von Diagnosen und Prozeduren.

Die erste Einschätzung der beteiligten Fachgesellschaften war überwiegend, dass der Bundes-Klinik-Atlas wieder abgeschaltet werden sollte, bis er verlässlichere Informationen aufweist. Die AWMF Ad-hoc-Kommission empfiehlt deshalb zumindest die gut sichtbare und laienverständliche Ausweisung als „vorläufig“ bzw. „Beta-Version“ im Sinne von „Testversion“. Die AWMF und die Fachgesellschaften in der Ad-hoc-Kommission Versorgungsstrukturen bieten zeitnah einen konstruktiven Austausch mit dem BMG an.

Den wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften ist bewusst, dass Daten zur Veröffentlichung kommen, die nicht zum Zweck der Information von Patient*innen erhoben wurden. Dass die Kodierung von Fachabteilungsschlüsseln regional und zwischen Bundesländern sehr unterschiedlich ist und Änderungen mit Planungsbehörden und Kostentragenden besprochen werden müssen, war aus Stellungnahmen bekannt. Aus diesen Angaben sind demzufolge derzeit nicht flächendeckend valide Zuteilungen ableitbar. Die Gründe für die aktuelle Dokumentationspraxis in Kliniken sollten mit dem BMG besprochen werden, sowie Lösungen für eine Änderung vereinbart werden.

Im Vorfeld eines Austausches übermitteln wir die von einzelnen Fachgesellschaften erhobenen Kritikpunkte gesammelt zur Berücksichtigung und ggf. Korrektur (siehe „Synopse mit Stand 30.05.2024“ in Anlage). Die kommentierenden Fachgesellschaften verstehen sich in diesem Fall als „ß-Testende“. Die Testungen fanden seit 20.05. statt.

Auf der Seite des Bundes-Klinik-Atlas sind Informationen über bereits kurzfristig erfolgte Aktualisierungen und welche Änderungen vorgenommen wurden, leider nicht auffindbar, d.h. ein Versionsverlauf fehlt. Die unter „Datengrundlage“ aufgeführten Angaben zu den geplanten Aktualisierungen sind u.E. nicht ausreichend (2). Die Angaben zur Vollständigkeit auf der Seite der häufig gestellten Fragen sind vage (3). Falls angesprochene Fehler bereits behoben wurden, ziehen wir in diesen Punkten gerne die Kritik zurück.

Quelle: AWMFhttps://www.awmf.org/

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