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Historische Weichenstellung: Klinikfusion in Landshut

Klinikfusion

Historische Weichenstellung: Klinikfusion in Landshut

Aus der Praxis

3 MIN

Stadtrat und Kreistag bekräftigen einstimmig Transformation der Gesundheitsversorgung

Landshut. In einer gemeinsamen Sitzung haben der Stadtrat der kreisfreien Stadt Landshut und der Kreistag des Landkreises Landshut am Mittwochnachmittag in der Sparkassen-Arena einstimmig den Weg für die Fusion des Klinikums Landshut, der LAKUMED Kliniken des Landkreises und des Kinderkrankenhauses St. Marien freigemacht. Bereits zum 1. Januar 2026 schließen sich damit das städtische Klinikum, das Kinderkrankenhaus, die beiden Kreiskrankenhäuser Landshut-Achdorf und Vilsbiburg, die Schlossklinik Rottenburg sowie das Hospiz Vilsbiburg in einem gemeinsamen Kommunalunternehmen unter Trägerschaft von Stadt und Landkreis zusammen. „Dieser Beschluss ist ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung im gesamten westlichen Niederbayern“, sind sich Oberbürgermeister Alexander Putz und Landrat Peter Dreier einig. „Mit der Fusion entsteht ein leistungsfähiger Klinik-Verbund, der auf Jahrzehnte hinaus das Fundament für eine optimale und wohnortnahe medizinische Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger bilden wird. Insofern wird sich die heutige, in großer Einigkeit getroffene Entscheidung, die den krönenden Abschluss eines jahrelangen und konstruktiven Prozesses markiert, nachhaltig positiv auf die Lebensqualität in unserer Region auswirken.“

Der Zusammenschluss der Krankenhäuser ist die Antwort von Stadt und Landkreis Landshut als Klinikträger auf die bekannt schwierige wirtschaftliche Situation, in der sich das gesamte Gesundheitswesen in Deutschland seit vielen Jahren befindet. Unter objektiver wissenschaftlicher Beratung entwickeln die Verantwortlichen daher derzeit ein fachliches Konzept, das die Stärken und individuellen Besonderheiten der einzelnen Klinikstandorte betont, Kompetenzen bündelt und die weithin positive Verbundenheit der Region zu ihren Versorgern erhält. „Auch wenn die endgültigen Entwicklungen der überfälligen bundesweiten Krankenhausreform noch nicht absehbar sind, sehen wir die Neuausrichtung der einzelnen Standorte als Chance und  schaffen mit der Fusion eine starke Grundlage, um die Gesundheitsversorgung in unserer Region auf dem bereits vorhandenen hohen Niveau kontinuierlich weiterzuentwickeln“, sind sich Landrat und Oberbürgermeister sowie die Klinikum-Vorstände André Naumann und Prof. Dr. Dr. h.c. Florian Löhe, Kinderkrankenhaus-Geschäftsführer Heiner Kelbel und Jakob Fuchs, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der LAKUMED Kliniken, einig. 

Umsetzung des Medizinkonzepts in Stufen

Zur Erarbeitung des fachlichen Konzepts wurde die Münchner Strategieberatung Inspiring Health beauftragt. Sie bewertete Kapazitäten, Medizin und Ökonomie gleichermaßen und analysierte die Auswirkungen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) einschließlich der Strukturvoraussetzungen der Leistungsgruppen mit dem Ziel, medizinische Qualität und wirtschaftliche Effizienz optimal zu verbinden.

Ab dem 1.1.2026 wird die Strategie standortbezogen und schrittweise umgesetzt: Zentralisierungen erfordern je nach Ausgangslage personelle, strukturelle und bauliche Vorbereitungen. Alle Partner heben gemeinsam wirtschaftliche Potenziale, der Transformationsprozess verläuft dabei fließend.

Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

Die Fusion bildet die Voraussetzung, das heutige Versorgungsniveau zu sichern, gezielt auszubauen und die künftigen Strukturvorgaben – inklusive Leistungsgruppen – zu erfüllen. Der Abbau von Doppelstrukturen stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und macht Arbeitsplätze zukunftssicher. Zugleich gilt: Trotz spürbarer Synergien braucht es eine verlässliche, bundesweit verbesserte Refinanzierung medizinischer Leistungen. Stadt und Landkreis stehen dabei als Träger des gemeinsamen Gesundheitsversorgers geschlossen hinter dem Prozess. Ein gemeinsam mit den Mitarbeitervertretungen erarbeiteter Personalüberleitungsvertrag sorgt für einen fairen, gut geregelten Übergang. Das neue Team aus annähernd 5.000 Beschäftigten lebt den Verbund bereits heute: Fachliche Teams rücken zusammen, Silodenken weicht Zusammenarbeit – die Fusion geht nun in ihre entscheidende Umsetzungsphase.

Quelle: Klinikum Landshut

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