»

ARC Innovation Center an der Charité beschleunigt Innovationen

ARC Innovation Center

Das ARC-Projektteam (v. l.): Dr. Thiago Ramos Dos Santos, Tim Huse, Avner Shahal (Managing Director), Prof. Surjo R. Soekadar (Chief Innovation Officer), Dr. Anke Knauf, Thomas Gazlig, Dr. Claudia Keil-Dieckmann, Dr. Johanna Nothacker, Dr. Florentine Kaniess, Martin Viestenz, Dr. Kornelia Johann

ARC Innovation Center an der Charité beschleunigt Innovationen

Aus der Praxis

4 MIN

Von der Idee in die Versorgung

Berlin. Mit der Gründung eines ARC Innovation Centers schafft die Charité – Universitätsmedizin Berlin gemeinsam mit dem Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) einen neuen organisatorischen Rahmen. Medizinische Innovationen sollen so schnell und gezielt voranzubringen. ARC steht für Accelerate, Redesign, Collaborate. Das Zentrum bündelt medizinische Expertise, wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung unter einem Dach. Es verkürzt den Weg von der Idee in den klinischen Alltag.

„Der demografische Wandel stellt unser Gesundheitssystem vor beispiellose Herausforderungen. Wir müssen deshalb medizinische Innovationen deutlich schneller in die Praxis bringen und lange Forschungs- und Entwicklungszyklen beschleunigen. Das ARC Innovation Center ermöglicht es uns, anhand konkreter Fragestellungen aus dem Versorgungsalltag interdisziplinär Lösungen zu entwickeln, die medizinisch sinnvoll sowie technisch machbar sind und schnell den Patientinnen und Patienten zugutekommen“, sagt Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité.

Prof. Christopher Baum, Vorsitzender des BIH-Direktoriums und Vorstand des Translationsforschungsbereichs der Charité, ergänzt: „Neue Ansätze in Prävention, Diagnose und Therapie sollten risiko-adaptiert entwickelt werden und so rasch wie möglich zu Patientinnen und Patienten gelangen. Das ARC-Modell wird hierbei viele wichtige Impulse geben. Wir werden es mit Bedacht an die hiesigen Rahmenbedingungen adaptieren, gerne in Wechselwirkung mit weiteren Partnern unseres Innovations-Ökosystems.“

Mitarbeitende als Innovationsmotor

Die Idee des ARC Innovation Centers geht auf ein am Sheba Medical Center in Israel entwickeltes Konzept zurück, das mittlerweile weltweit von Kliniken aufgegriffen wird. Ausgangspunkt sind konkrete Herausforderungen aus dem Klinikalltag, die Mitarbeitende aus allen Bereichen einbringen. Das ARC Innovation Center sammelt und priorisiert diese Bedarfe, entwickelt erste Lösungsansätze und testet sie anschließend direkt in der medizinischen Versorgung. Es verbessert die Zusammenarbeit mit externen Partnern, Aufsichtsstellen und Investoren und stellt den Zugang zu Daten, Testumgebungen und klinischer Expertise sicher.

„Die Mitarbeitenden einer Klinik sind die entscheidenden Akteure für echte Transformation im Gesundheitswesen. Das neue Zentrum und das internationale Netzwerk der ARC Center geben ihnen dafür die notwendige Struktur und Reichweite“, sagt Prof. Surjo Soekadar, Chief Innovation Officer und maßgeblich für den Aufbau des neuen ARC Centers verantwortlich. Er entwickelt das Zentrum gemeinsam mit dem Geschäftsführer Avner Shahal und einem interdisziplinären Kernteam.

Sind die Entwicklungen erfolgreich, können die Erlöse zurück in die Forschung fließen – ein Kreislauf, der langfristig der Patientenversorgung zugutekommt. Das ARC Innovation Center ist damit ein Ökosystem, das Menschen, Wissen und Ressourcen zusammenbringt, um das Gesundheitswesen weiterzuentwickeln.

Erste Projekte in den Startlöchern

Das Berliner ARC Innovation Center bringt Kliniken, Forschung, Start-ups und Industriepartner in thematischen Open Innovation Hubs zusammen. Diese Hubs sind offene Entwicklungsräume, in denen Innovationen gemeinsam mit externen Partnern praxisnah entwickelt und erprobt werden. Geplant ist unter anderem der Aufbau eines NeuroTech Open Innovation Hubs. Über den Förderfonds Wissenschaft in Berlin und die Einstein Stiftung Berlin können Förderer und Investoren die Vorhaben unterstützen. Ihr Engagement wird dabei durch öffentliche Mittel des Landes Berlin ergänzt. Bei diesem sogenannten Matching-Funds-Modell stellt das Land für jeden Euro, den Industriepartner oder Start-ups in gemeinsame Projekte mit der Charité investieren, zusätzlich 50 Prozent an Fördermitteln bereit.

Die ersten Aktivitäten des Berlin ARC Innovation Centers beginnen bereits in der ersten Jahreshälfte 2026. Geplant sind beispielsweise Ideenwettbewerbe, in denen konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze aus Klinik, Forschung und Verwaltung systematisch erfasst werden. Zudem startet ein Innovator-Programm, das Mitarbeitende und externe Teams strukturiert bei der Entwicklung und Umsetzung unternehmerischer Ideen unterstützt.

Die Idee der ARC Innovation Center

Das Konzept des ARC Innovation Centers wurde 2019 am Sheba Medical Center in Israel entwickelt. Die Idee basierte auf der Erkenntnis, dass traditionelle Gesundheitssysteme aufgrund steigender Kosten und Personalmangel zunehmend instabil werden und eine tiefgreifende Transformation benötigen. Innovationen werden dabei nicht nur als Motor für skalierbaren Patientennutzen und wirtschaftliches Wachstum begriffen, sondern auch als globale Verantwortung. Mittlerweile hat sich die ARC-Idee zu einem rasch wachsenden internationalen Netzwerk entwickelt. Partner sind unter anderem UCL Partners (London), Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles, SingHealth in Singapore und Albert Einstein Hospital in São Paulo.

Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Vivantes

Vivantes bietet 100 Prozent TVöD-Entgelt und kürzere Arbeitszeit

Berlin. Die Verhandlungen über einen Tarifvertrag für die Vivantes-Tochterunternehmen mit der Gewerkschaft ver.di sollen spätestens am 6. März fortgesetzt werden.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
Clinotel

Clinotel-Krankenhausverbund zieht positive Bilanz für 2025

Köln. Der Clinotel-Krankenhausverbund hat sich trotz des für die Branche schwierigen Jahres weiter positiv entwickelt.

Aus der Praxis

Beitrag lesen
Nachhaltig

Nachhaltig, sozial, transparent

Essen. Im ersten Nachhaltigkeitsbericht fassen die Evang. Kliniken Essen-Mitte (KEM) Erfolge und Bemühungen im Bereich Nachhaltigkeit zusammen.

Aus der Praxis

Beitrag lesen