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Medizinkonzept für die Zukunft

Ärzte im Krankenhaus

Medizinkonzept für die Zukunft

Aus der Praxis

6 MIN

Langfristige Perspektiven für die Krankenhäuser in Lauf und Altdorf

Lauf an der Pegnitz. Mit Blick auf die geplante Krankenhausreform sowie auf gesellschaftliche Veränderungen sind Umwandlungen in der deutschen Krankenhauslandschaft zu erwarten. Insbesondere Grund- und Regelversorger im ländlichen Raum stehen vor der Herausforderung, Pläne für eine zuverlässige und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Die Krankenhäuser Nürnberger Land mit ihren Standorten in Lauf und Altdorf haben jetzt ein umfassendes Medizinkonzept vorgestellt, um sich für die Zukunft zu rüsten. Zentrale Bestandteile dabei: eine Fokussierung auf bedarfsgerechte Leistungen, ein Ausbau der ambulanten Angebote und die Stärkung des standortübergreifenden Verbunds mit dem Klinikum Nürnberg.

Patientenzentriert, qualitativ wettbewerbsfähig, bedarfsorientiert, attraktiv für Mitarbeitende und dauerhaft wirtschaftlich: Das sind die Kernpunkte im neuen Medizinkonzept der Krankenhäuser Nürnberger Land. „Jede Patientin und jeder Patient in der Region soll ganz unabhängig vom Wohnort auch in Zukunft die beste verfügbare Versorgung erhalten und in die jeweils geeignete Klinik geleitet werden“, fasst Marco Zipfel zusammen, Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land. „Gleichzeitig haben wir Lösungen erarbeitet, mit denen wir unsere Standorte in Lauf und Altdorf auf eine wirtschaftlich solide Basis stellen und Versorgungsstrukturen schaffen, die auf die Region abgestimmt sind.“

Wann das Medizinkonzept vollständig umgesetzt wird, ist mit Blick auf zahlreiche Unwägbarkeiten seitens des Gesetzgebers noch offen. Im Herbst soll die Krankenhausreform verabschiedet werden – dann kann der neue strategische Fahrplan für die Krankenhäuser in Lauf und Altdorf endgültig finalisiert werden. „Wir haben frühzeitig eine Strategie erarbeitet, um gerüstet zu sein für eine möglichst schnelle Umsetzung des Konzepts“, sagt Marco Zipfel weiter.

Win-Win-Situation für die Krankenhäuser in Nürnberg, Lauf und Altdorf

Um Synergien weiter auszubauen, werden die Krankenhäuser Lauf und Altdorf künftig noch enger mit dem Klinikum Nürnberg zusammenarbeiten als bisher. Zudem werden ambulante Angebote ausgebaut – zum Beispiel im Bereich der Kardiologie. Geplant ist auch eine Intensivierung von sogenannten Dachstrukturen, analog zum Zentrum für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Die Abteilungen für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, die Unfallchirurgie und Orthopädie sowie die Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie sollen enger mit den entsprechenden Kliniken des Klinikums Nürnberg verzahnt werden.

Kürzere Wartezeiten durch Verlagerung der elektiven Orthopädie ins Krankenhaus Lauf

So werden hochkomplexe Eingriffe im Klinikum Nürnberg durchgeführt, umgekehrt können kleinere Eingriffe verstärkt ins Nürnberger Land verlagert werden. „Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten, weil es auch den Nürnberger Patientinnen und Patienten zugutekommt, die von einer besseren Planbarkeit und kürzeren Wartezeiten profitieren“, erklärt Prof. Dr. Bert Reichert, Medizinischer Direktor des Klinikums Nürnberg. Beispielsweise ist im Bereich der Hüft- und Kniegelenksendoprothetik geplant, die elektiven Eingriffe vom Campus Süd komplett ins Krankenhaus Lauf zu verlagern. „Die elektive Orthopädie bietet das größte Entwicklungspotenzial für die Profilierung der Krankenhäuser Nürnberger Land“, erklärt Marco Zipfel. „Zudem schaffen wir für die Kolleginnen und Kollegen im Klinikum Nürnberg eine Entlastung, sodass sie sich auf die komplexen Operationen konzentrieren können.“

Insgesamt wird das Krankenhaus Lauf ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit den Schwerpunkten Allgemeinchirurgie, Altersmedizin und Orthopädie sein. Erhalten bleiben im stationären Bereich neben der Notfallmedizin die Abteilungen Orthopädie und Unfallchirurgie, die Innere Medizin, die Anästhesiologie und Intensivmedizin, die Allgemeinchirurgie sowie die Gynäkologie und die Geburtshilfe „Die Geburtshilfe ist uns sehr wichtig“, so Marco Zipfel. „Gerade für junge Familien in der Region schafft das eine hohe Versorgungssicherheit. Hier erhoffen wir uns aber auch eine dauerhafte Unterstützung im Zuge der Krankenhausreform in Form einer kostendeckenden Vergütung.“

Die Innere Medizin wird in drei Departments strukturiert: in die Kardiologie, die Gastroenterologie und die Akutgeriatrie – dieser Bereich soll ebenso wie die Kardiologie, die einen eigenen Chefarzt erhält, ausgebaut werden.

Was dagegen aufgegeben wird, ist die Urologie. „Wir müssten laut aktuellen Vorgaben der Krankenhausreform drei eigene Fachärzte vorhalten. Das ist leider nicht darstellbar“, erklärt Marco Zipfel. „Urologische Patientinnen und Patienten können sich weiterhin auf eine hochqualifizierte Versorgung bei unseren niedergelassenen Partnern sowie im Ambulanten BehandlungsCentrum am Bahnhof Altdorf und natürlich im Klinikum Nürnberg verlassen.“

Krankenhaus Altdorf soll Schwerpunkt für Altersmedizin erhalten

Im Krankenhaus Altdorf sieht das Medizinkonzept größere Umwandlungen vor. „Unsere Prämisse ist es, den Standort zu erhalten“, fasst Marco Zipfel zusammen. „Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, das Krankenhaus Altdorf langfristig in eine Klinik mit ambulanten und ausgewählten stationären Angeboten umzuwandeln, die eng mit Partnern aus dem stationären und ambulanten Bereich zusammenarbeitet“, sagt Marco Zipfel. Konkret wird es eine Kombination sein aus ambulanter und stationärer Versorgung mit den Eckpunkten Altersmedizin und Allgemeine Innere – hier geht es um die sogenannten Tagesfälle, also Patientinnen und Patienten, die zum Beispiel nach einer endoskopischen Untersuchung kurzzeitig versorgt werden müssen.

Sofern es die künftigen politischen Rahmenbedingungen ermöglichen, soll insbesondere auch an dem in Altdorf besonderen und erfolgreichen Versorgungsangebot für den qualifizierten Alkoholentzug festgehalten werden. Chirurgische Patientinnen und Patienten werden im Krankenhaus Lauf oder im Klinikum Nürnberg behandelt. Die Innere Medizin wird in die ambulante Versorgung mit stationären Überwachungsbetten umgewandelt und soll eng mit den entsprechenden Kliniken und Abteilungen des Klinikums Nürnberg und des Krankenhauses Lauf zusammenarbeiten.

Aufbruchstimmung: Mitarbeitende sind in den Änderungsprozess eingebunden

Die Mitarbeitenden der Krankenhäuser Nürnberger Land sind in die Änderungsprozesse eingebunden. „Wir verstehen, dass mögliche Neuerungen zunächst zu Unsicherheit und Sorgen führen“, fasst Marco Zipfel zusammen. „Deshalb haben wir alle Kolleginnen und Kollegen sowie die ambulanten Partner so frühzeitig wie möglich informiert und in die Planung einbezogen.“ Inzwischen sei der Rückhalt groß. „Mit Blick darauf, dass sich die Krankenhauslandschaft unausweichlich und gravierend verändern wird, verspüren wir eine Art von Aufbruchstimmung und Dankbarkeit, dass wir uns rechtzeitig auf den Weg machen. Wir möchten für unsere Beschäftigten an beiden Standorten langfristige Perspektiven schaffen“, so Marco Zipfel.

Auch für das Klinikum Nürnberg ist dies von hoher Bedeutung. Prof. Reichert: „Wir sind ein Konzern und dank des starken Verbunds optimal aufgestellt, um auch in Zukunft eine bestmögliche Versorgung der Menschen sowohl in Nürnberg als auch im Nürnberger Land zu garantieren. Das gelingt nur mit engagierten, zufriedenen und gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Quelle: Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH

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