Patientenzahl und Erträge steigen deutlich gegenüber dem Vorjahr
Kreis Minden-Lübbecke. Die Mühlenkreiskliniken haben den aktuellen Quartalsbericht für das erste Halbjahr 2025 sowie den vorläufigen Wirtschaftsplan für das Jahr 2026 in der jüngsten Verwaltungsratssitzung öffentlich vorgestellt. Die Zahlen belegen sowohl deutliche Erfolge bei der wirtschaftlichen Konsolidierung als auch die weiterhin große finanzielle Herausforderung, vor der der mit Abstand größte Gesundheitsversorger der Region steht.
Im ersten Halbjahr 2025 konnten die Mühlenkreiskliniken ihre Erträge gegenüber dem Vorjahr um rund 7,6 Prozent auf rund 263,6 Millionen Euro steigern. Gleichzeitig stiegen jedoch auch die operativen Aufwendungen um 6,1 Prozent auf 264,1 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBITDAR) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich, verbleibt jedoch mit -0,5 Millionen Euro im negativen Bereich. Das prognostizierte Jahresergebnis für das Jahr 2025 liegt bei minus 18,4 Millionen Euro.
Steigende Kosten, insbesondere für Personal und Energie, sowie eine unzureichende Finanzierung und sinkende Patientenzahlen setzen den Kliniken in Deutschland zu. Nach einer aktuellen Umfrage der auf Krankenhäuser spezialisierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Curacon“ berichten 40 Prozent aller Krankenhäuser von Finanzierungsschwierigkeiten und 25 Prozent rechnen im Jahr 2025 sogar mit einer Insolvenz. Vor dem Hintergrund der katastrophalen allgemeinen wirtschaftlichen Lage von Krankenhäusern, ist die Entwicklung bei den Mühlenkreiskliniken durchaus positiv. Insbesondere hebt der Vorstandsvorsitzende der Mühlenkreiskliniken Dr. Olaf Bornemeier die steigende Zahl der stationären Patientinnen und Patienten sowie die für die Abrechnung relevante Erhöhung der Fallschwere (Casemix-Index) hervor. Gegenüber dem Vorjahr wurden in den Standorten der Mühlenkreiskliniken 1,2 Prozent mehr stationäre Patientinnen und Patienten behandelt. Die erlösrelevanten DRG-Casemix-Punkte stiegen sogar um 4,9 Prozent. „Die Patientinnen und Patienten vertrauen uns, insbesondere bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen. Das zeigt, wir sind auf dem richtigen Weg“, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Olaf Bornemeier. Jedoch zeigt sich, dass das wirtschaftliche Umfeld im Gesundheitswesen nach wie vor äußerst schwierig ist – auch wenn unsere Maßnahmen greifen und sich Erfolge abzeichnen“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Wir befinden uns in einem Marathon, nicht in einem Sprint.“
Mühlenkreiskliniken befinden sich in einem umfassenden Transformationsprozess
Der vorgelegte vorläufige Wirtschaftsplan 2026 macht deutlich, dass sich die Mühlenkreiskliniken in einem umfassenden Transformationsprozess befinden. Der Plan, der bewusst frühzeitig eingebracht wurde, soll nicht nur die strategische Ausrichtung des Konzerns festlegen, sondern auch eine fundierte Grundlage für die Haushaltsberatungen im Kreis Minden-Lübbecke schaffen.
„Die Herausforderungen sind gewaltig – aber wir werden sie mit geeinten Kräften bewältigen“, betont Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender Ali Doğan. „Möglicherweise ist es zu früh, von einer Trendwende zu sprechen, aber im ersten Quartalsbericht dieses Jahres lag die Hochrechnung für 2025 bei -25,2 Millionen Euro, mit dem zweiten Quartalsbericht nun bei -18,4 Millionen, das ist eine Verbesserung von 6,8 Millionen Euro und geht in die richtige Richtung. Die kommenden Monate werden nun entscheidend sein, um die Weichen für eine nachhaltige und zukunftssichere Gesundheitsversorgung im Mühlenkreis zu stellen. Als kommunaler Krankenhausverbund sind wir sowohl den Patientinnen und Patienten sowie den Mitarbeitenden als auch den Steuerzahlern im Kreis Minden-Lübbecke verpflichtet. Der Kreis Minden-Lübbecke wird die Mühlenkreiskliniken auch weiterhin finanziell unterstützen. Aber letztlich sprechen wir hier über Steuergeld, welches über die Kreisumlage von den kreisangehörigen Städten und Gemeinden und damit direkt von den Bürgerinnen und Bürgern aufgebracht werden muss“, sagt Ali Doğan.
Zu den Maßnahmen zählen unter anderem eine Reduktion von Personalkosten bei gleichzeitiger gezielter Investition in versorgungsrelevante Bereiche, die Konzentration medizinischer Leistungen an spezialisierten Standorten, eine Effizienzsteigerung im Verweildauermanagement sowie die geplante Umsetzung der strategischen Neubauvorhaben in Espelkamp und Bad Oeynhausen.
Ziel für 2026 wurde noch einmal angehoben
Der Wirtschaftsplan 2026 sieht ein deutlich verbessertes EBITDAR von 6,8 Millionen vor. Die Verbesserungen reichen jedoch noch nicht aus, um bereits in 2026 wieder ein positives Jahresergebnis zu erzielen. „Wir haben mit dem Entwurf des Wirtschaftsplans 2026 unser Ziel nochmal angehoben. Gegenüber der Mittelfristplanung aus den Vorjahren wollen wir neun Millionen Euro besser sein als wir es in der Vergangenheit prognostiziert haben. Wir gehen diesen Weg mit dem festen Ziel, die medizinische Versorgung im Kreis Minden-Lübbecke langfristig zu sichern. Dabei setzen wir auf Transparenz, Entschlossenheit und das Vertrauen unserer Beschäftigten, Partner und der Politik“, sagt der Vorstandsvorsitzende.
Zur Unterstützung der weiteren Transformation hat der Verwaltungsrat die Berufung eines Sanierungsvorstands beschlossen. Dieser soll ab Herbst dieses Jahres die eingeleiteten Maßnahmen mit Nachdruck weiterführen und neue Impulse für den nachhaltige Umstrukturierung setzen. Eine Vorstellung des neuen Sanierungsvorstands ist in den nächsten Tagen geplant.
Quelle: Mühlenkreiskliniken AöR
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