Gläubiger stimmen verbleibenden Insolvenzplänen zu
Nürnberg. Die Gläubiger haben den Insolvenzplänen für die REGIOMED-Einrichtungen in den Kreisen Sonneberg, Coburg, Neustadt und Lichtenfels zugestimmt. Damit steuern nun die verbleibenden Gesellschaften des REGIOMED-Verbunds auf den Abschluss der Sanierungsverfahren zu. Für alle Einrichtungen der REGIOMED-Gruppe konnte die Geschäftsführung zusammen mit der Eigenverwaltung durch die Kanzlei ECKERT Rechtsanwälte, Herrn Dr. Hubert Ampferl von der Kanzlei Dr. Beck & Partner als gerichtlich bestellten Sachwalter sowie den eingesetzten Beratungsteams im Rahmen eines umfassenden M&A- und Sanierungsprozesses neue Investorenlösungen finden. Die jeweiligen Einrichtungen sollen planmäßig zum 1. November 2024 auf die neuen Träger übergehen. Die Bestätigung der Insolvenzpläne durch das Amtsgericht Nürnberg werden in wenigen Tagen erwartet.
Michael Musick, Geschäftsführer von REGIOMED, sagt: „Mit der Zustimmung der Gläubiger zu den übrigen Insolvenzplänen können wir die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Transformation von REGIOMED abschließen. Es ist uns gelungen, in einem komplexen Verfahren mit zahlreichen Einrichtungen und Beteiligten zukunftsfeste Lösungen für alle Bereiche zu finden. Insbesondere die Sicherung von Arbeitsplätzen und der Versorgungsinfrastruktur für die gesamte Region sind große Erfolge. Die vergangenen Wochen und Monate waren geprägt von großem Zusammenhalt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dieser hat mich zutiefst beeindruckt und hierfür möchte ich mich bei der Belegschaft bedanken. Ich bin zuversichtlich, dass die neuen Träger die Einrichtungen in eine nachhaltig tragfähige Zukunft führen werden.“
Beteiligte im Sanierungsprozess
Das Team der Sanierungsexperten um Dr. Rainer Eckert von der Kanzlei ECKERT Rechtsanwälte begleitet das Verfahren in der Rolle der Generalhandlungsbevollmächtigten. „Die Zustimmung der Gläubigerversammlungen ist Ausdruck großen Vertrauens in die erreichten Zukunftsmodelle für die REGIOMED-Einrichtungen. Vor dem Hintergrund der Größe und Komplexität des Prozesses unter Beteiligung von vier Landkreisen in zwei Bundesländern ist es ein Erfolg, dass nachhaltige Lösungen für sämtliche Konzernbereiche gefunden werden konnten. Für die konstruktive Zusammenarbeit bedanken wir uns bei allen Verfahrensbeteiligten,“ erklärt Dr. Rainer Eckert.
Dr. Hubert Ampferl von der Kanzlei Dr. Beck & Partner, der das Verfahren als gerichtlich bestellter Sachwalter begleitet, ergänzt „Die erreichten Zukunftsmodelle bieten den Gläubigern eine gute Perspektive und sichern die unter dem REGIOMED-Dach gewachsene Versorgungsstruktur für die Region nachhaltig ab.“
Die Entwicklung der Sanierungs- und Zukunftskonzepte betreute die auf Restrukturierung und Sanierung von Gesundheitseinrichtungen spezialisierte Beratung WMC Healthcare. „Bei der Erarbeitung langfristig tragfähiger Strategien für die REGIOMED-Einrichtungen war uns wichtig, den Verbundcharakter zu stützen. So sind die einzelnen Standorte gut auf die anstehenden Branchenherausforderungen vorbereitet und können die Versorgung der Region im Netzwerk sicherstellen und gestalten“, so WMC-Partner Burkhard Holz.
Anträge auf Durchführung (vorläufiger) Eigenverwaltungsverfahren wurden Anfang 2024 gestellt
Zu Beginn des Jahres 2024 stellte REGIOMED für die betroffenen Gesellschaften Anträge auf Durchführung (vorläufiger) Eigenverwaltungsverfahren. Wesentlicher Grund dafür war, dass unter den Gesellschaftern kein Konsens über die Zukunftsausrichtung des Verbundes erreicht werden konnte, wodurch die Fortführungsprognose für den Betrieb der Einrichtungen entfiel und der Weg in die Sanierung angestoßen werden musste. Mithilfe des im Eigenverwaltungsverfahren üblichen sog. Dual Track M&A-Prozesses konnten für sämtliche Geschäftsbereiche des REGIOMED-Verbundes strategische Investoren im Sinne einer langfristig wirtschaftlich tragfähigen Neuaufstellung der einzelnen Bereiche gefunden werden.
Die Gestaltung des Investorenprozesses für die REGIOMED-Gruppe verantwortete das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte. „Durch die engagierte und konstruktive Zusammenarbeit aller Verfahrensbeteiligten konnten trotz des aktuell sehr herausfordernden Marktumfelds und der hohen Komplexität der Verfahren für sämtliche Einrichtungen der REGIOMED-Gruppe gemeinsam mit unterschiedlichen Trägern aus dem Gesundheits- und Sozialwesen tragfähige Zukunftsperspektiven geschaffen werden“, sagt Martin Hohmann, projektverantwortlicher Partner bei Deloitte.
Weitere Entwicklung
Die Sana Kliniken AG übernimmt mit den bayerischen Standorten den größten Teil des Versorgungsverbundes, dazu gehören insbesondere die Kliniken in Coburg, Lichtenfels und Neustadt sowie die angegliederten MVZ, die REGIOMED Kliniken GmbH inkl. Zentralverwaltung, die Medical School sowie der operative Geschäftsbetrieb der Speisenversorgung und Reinigung des bayerischen Teils der REGIOMED Service GmbH.
Die Kliniken Sonneberg und Neuhaus gehen inklusive der angegliederten MVZ des Ambulanten Zentrums Henneberger Land im Landkreis Sonneberg auf den Landkreis über. Die Reinigungsleistungen der REGIOMED Service GmbH im Landkreis Sonneberg werden durch das Akutklinikum übernommen, für die Speisenversorgung werden aktuell Verträge mit der Sana Kliniken AG verhandelt.
Der benachbarte Landkreis Hildburghausen übernimmt das Akutklinikum des Kreises, das Ambulante Zentrum Henneberger Land im Landkreis Hildburghausen, die Reinigungsleistungen der REGIOMED Service GmbH im Landkreis Hildburghausen sowie die nicht vom Eigenverwaltungsverfahren betroffene REGIOMED REHA-Klinik Masserberg übernommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Reinigung werden zukünftig über das Ambulante Zentrum Henneberger Land beschäftigt, auch hier werden aktuell Verträge für die Speisenversorgung mit der Sana Kliniken AG verhandelt.
Der Freistaat Thüringen hatte den Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen die finanzielle Unterstützung zur Fortführung der Kliniken in kommunaler Trägerstruktur zugesichert.
Der Rettungsdienstbetrieb wechselte in die Trägerschaft der ASB Rettungsdienst Thüringen gGmbH. Die Seniorenzentren und Wohnheime sind bereits im September 2024 auf die AWO AJS gGmbH übergegangen.
Quelle: REGIOMED KLINIKEN GmbH
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