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Hitze-Resilienz in Kliniken und Praxen: ÄKWL fordert verbindliche Standards und gemeinsames Investitionsprogramm

Hitzeschutz Gesundheitseinrichtungen Investitionsprogramm

Hitze-Resilienz in Kliniken und Praxen: ÄKWL fordert verbindliche Standards und gemeinsames Investitionsprogramm

Gesundheitspolitik

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Münster. Sommerliche Hitzewellen stellen Gesundheitseinrichtungen vor wachsende Herausforderungen – und die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) zieht daraus klare politische Konsequenzen. ÄKWL-Präsident Dr. Hans-Albert Gehle fordert, Hitze-Resilienz als festen Bestandteil der gesundheitlichen Daseinsvorsorge zu verankern. Konkret verlangt die Kammer verbindliche Mindeststandards für Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sowie ein gemeinsames Investitionsprogramm von Bund und Land zur Klimaanpassung.

Hitze als systemische Belastung für Versorgung und Personal

Extreme Temperaturen beeinträchtigen nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung, sondern belasten auch den laufenden Betrieb von Gesundheitseinrichtungen erheblich. Überhitzte Behandlungsräume, unzureichender Sonnenschutz, fehlende nächtliche Abkühlung und nicht angepasste Arbeitsabläufe wirken sich negativ auf Patientinnen und Patienten sowie auf Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte aus. Als besonders gefährdet gelten ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sowie Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen.

Die ÄKWL betont, dass regelmäßige und umfassende Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren von Hitzeperioden ebenso notwendig ist wie die strukturelle Vorbereitung der Einrichtungen selbst.

Mindeststandards und Hitzeschutzkonzepte als Pflicht

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe spricht sich dafür aus, den Schutz vor Hitze verbindlich in Planung, Finanzierung und Betrieb von Gesundheitseinrichtungen zu integrieren. Für Krankenhäuser, Arztpraxen, Medizinische Versorgungszentren und Pflegeeinrichtungen sollen nachvollziehbare Mindeststandards entwickelt werden – sowohl für bauliche und technische Maßnahmen als auch für organisatorische Hitzeschutzkonzepte. Neben diesen strukturellen Anforderungen fordert die ÄKWL kurzfristig umsetzbare Erstmaßnahmen.

Investitionsprogramm gefordert – Transformationsfonds reicht nicht aus

Zur Finanzierung der notwendigen Klimaanpassung plädiert die ÄKWL für ein gemeinsames Investitionsprogramm von Bund und Land. Dieses soll Krankenhäusern, Arztpraxen und Medizinischen Versorgungszentren unbürokratisch Mittel bereitstellen – nicht nur für große Bauvorhaben, sondern auch für kleinere, kurzfristig realisierbare Maßnahmen wie außenliegende Verschattungen, Lüftungstechnik, Trinkwasserversorgung, Begrünung oder den Umbau besonders belasteter Räume.

Den Transformationsfonds des Bundes zur Umsetzung der Krankenhausreform – der über zehn Jahre bis zu 50 Milliarden Euro bereitstellt, davon zehn Milliarden für NRW – bewertet Gehle zwar als wichtige Investitionsquelle für die Häuser. Allerdings sei dieser kein dezidiertes Klimaschutzprogramm: Hitze- und Klimaschutz zählen nicht zu den acht Fördertatbeständen des Fonds und können darüber folglich nicht finanziert werden.

„Längere Hitzewellen werden auch zukünftig immer wieder auftreten. Deshalb muss Hitze-Resilienz ein Teil der gesundheitlichen Daseinsvorsorge sein“, fordert ÄKWL-Präsident Dr. Hans-Albert Gehle.

Gehle abschließend: „Wer hitzeresiliente Krankenhäuser und Praxen will, muss hierfür dauerhaft und verlässlich Geld bereitstellen. Klimaanpassung entscheidet zunehmend darüber, ob medizinische Versorgung auch während längerer Hitzeperioden sicher erbracht werden kann. Hitzeschutz ist Patientenschutz, Beschäftigtenschutz und ein wesentlicher Bestandteil einer krisenfesten Gesundheitsversorgung. Die in der Landesgesundheitskonferenz 2022 formulierten Ziele müssten endlich konsequent umgesetzt werden.“

Die ÄKWL positioniert sich damit als eine von mehreren Stimmen, die eine strukturelle und finanzielle Antwort auf die zunehmende Hitzebelastung im Gesundheitswesen einfordern. Ob und in welcher Form Bund und Land ein entsprechendes Investitionsprogramm auf den Weg bringen werden, bleibt offen – die politische Debatte darüber dürfte angesichts weiterer Hitzesommer an Dringlichkeit gewinnen.

Quelle: ÄKWL

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