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Zukunft der Qualitätsmedizin: Lösungen für ein unterfinanziertes System

Sparschwein

Zukunft der Qualitätsmedizin: Lösungen für ein unterfinanziertes System

Gesundheitspolitik

2 MIN

Finanzierung der ambulanten Versorgung neu gedacht

Die finanzielle Lage der ambulanten Medizin in Deutschland ist kritisch. Angesichts einer alternden Bevölkerung und komplexer Erkrankungen reichen die moderaten Budgeterhöhungen nicht aus, um den steigenden medizinischen Bedarf zu decken. Dr. med. Susanne Dörr von Helios spricht über die Herausforderungen und mögliche Lösungen.

Probleme des aktuellen Vergütungssystems

Das System der Quartalspauschalen vergütet nicht die tatsächlich erbrachten Leistungen, wodurch viele Behandlungen unterfinanziert bleiben. „Von einer Behandlung bleiben oft nur wenige Euro übrig, was wirtschaftliches Arbeiten schwierig macht“, erklärt Dr. Dörr. Hinzu kommt ein kleinteiliges und kompliziertes Abrechnungssystem, das Fehlanreize setzt und Prävention nicht vergütet.

„Es gibt einige Faktoren, die ein gleichermaßen wirtschaftliches wie medizinisch sinnvolles Arbeiten erschweren. Das macht es für junge Ärzte immer weniger attraktiv, sich niederzulassen, was in vielen Regionen den Ärztemangel zusätzlich verschärft.“ (Dr. med. Susanne Dörr)

So gelingt Qualitätsmedizin

Ein Hebel zur Verbesserung ist die Optimierung der Abrechnung. Bei Helios unterstützen Computerprogramme die Mitarbeitenden dabei, abrechenbare Leistungen nicht zu übersehen. Regelmäßige Schulungen und Standard Operating Procedures (SOP) helfen dabei, Versorgungslücken zu erkennen und zum Beispiel den Impfstatus der Patienten standardisiert zu überprüfen. Auch künstliche Intelligenz (KI) kommt in verschiedenen Bereichen zum Einsatz, wie beim Hautkrebsscreening oder der Mustererkennung in der Pathologie, was die Arbeit erleichtert und die Patientensicherheit erhöht.

Das Digitale Versorgungsgesetz hat die Begrenzung für Videosprechstunden aufgehoben. Diese werden von Patienten zunehmend gewünscht und ermöglichen flexible Arbeitsmodelle, besonders für Mitarbeitende mit familiären Verpflichtungen. Auch die Versorgung in Pflegeheimen wird durch digitale Lösungen verbessert, wodurch unnötige Krankentransporte vermieden werden. Neben der Ärztin oder dem Arzt der einmal pro Quartal zur Visite kommt, besuchen nicht-ärztliche Mitarbeitende die Patienten wöchentlich. Bei Bedarf wird ein Arzt digital dazugeschaltet. „Solche Projekte helfen nachweislich, Krankenhausaufenthalte von älteren Patienten zu verhindern, ohne, dass die Versorgungsqualität leidet“, weiß Susanne Dörr.

Fazit Qualitätsmedizin in einem unterfinanzierten System

Dennoch dürfen positive Entwicklungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Modernisierung der Vergütungsstrukturen dringend gebraucht wird, damit weiterhin bestmögliche Qualität für die Patienten angeboten und sichergestellt werden kann.

Angepasster Artikel aus KU Gesundheitsmanagement Ausgabe 03-2024
Entdecken Sie die ausführliche Variante in unserem KU-Archiv
Autoren und Autorinnen: Enrico Jensch, Dr. med Susanne Dörr

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