»

Antibiotika-Verbrauch in Bayern unter dem Niveau vor der Pandemie

Tabletten

Antibiotika-Verbrauch in Bayern unter dem Niveau vor der Pandemie

Patientenversorgung

2 MIN

AOK-Analyse: Fast jedes zweite Antibiotikum ist Reservemedikament

München. Die Zahl der Antibiotika-Verordnungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Bayern ist 2022 nach den Rückgängen in den Jahren 2020 und 2021 wieder angestiegen. Langfristig zeigt sich allerdings eine positive Entwicklung: Während 2019 – also vor Beginn der Corona-Pandemie – noch 4,8 Millionen Antibiotika ambulant verordnet wurden, waren es 2022 nur noch 4,3 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang von gut zehn Prozent. Auch der Anteil der Reserveantibiotika – sie gelten als letztes Mittel gegen multiresistente Bakterien – sank in diesem Zeitraum von 51 Prozent auf 46 Prozent. Für die Analyse hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns ausgewertet.

Reserveantibiotika immer noch zu oft verordnet

Insgesamt wurden 2022 in Deutschland 31 Millionen Verordnungen von Antibiotika zu Lasten der GKV abgerechnet. Das entspricht fast jeder 25. ambulanten Verordnung. Der Anteil der Reserveantibiotika lag bundesweit bei 42 Prozent – und damit etwas unter dem Wert in Bayern (46 Prozent). „Trotz der positiven Entwicklung werden Reserveantibiotika immer noch zu oft verordnet“, sagt Christina Ruckert, Geschäftsbereichsleiterin Ambulante Versorgung der AOK Bayern. Dabei sollten Reserveantibiotika den Leitlinien entsprechend nur im Bedarfsfall bei schweren bakteriellen Erkrankungen eingesetzt werden. „Je sorgloser sie verordnet werden, desto resistenter werden Bakterien gegen Antibiotika“, so Ruckert.

Quelle: AOK Bayern

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Kindernotarzt-Team Klinikum Leverkusen

Kindernotarzt-Team am Klinikum Leverkusen: 45 Einsätze in 100 Tagen belegen hohen Bedarf

Leverkusen. Das Klinikum Leverkusen zieht nach 100 Tagen eine erste Bilanz seines spezialisierten Kindernotarzt-Teams – und das Ergebnis ist eindeutig: Das Team wurde in diesem Zeitraum zu insgesamt 45 Einsätzen gerufen, darunter Fälle mit schwersten Verletzungen und Wiederbelebungsmaßnahmen.

Patientenversorgung

Beitrag lesen
Tele-Kasper Antibiotikaresistenzen Kinder

Tele-Kasper: Telemedizinisches Antibiotic-Stewardship-Projekt für Kinder soll in die Regelversorgung

Halle (Saale). Ein innovatives Versorgungsmodell zur gezielteren Antibiotikagabe bei Kindern und Jugendlichen steht vor der Überführung in die dauerhafte Regelversorgung. Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat eine entsprechende Empfehlung für das Projekt „Tele-Kasper" ausgesprochen.

Patientenversorgung

Beitrag lesen
Nordrhein-Westfalen Landarztquote

Nordrhein-Westfalen weitet Landarztquote aus

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen verstärkt seine Bemühungen gegen den Hausärztemangel auf dem Land: Ab dem Wintersemester 2026/27 stehen im Rahmen der Landarztquote (LAQ) 227 Medizinstudienplätze zur Verfügung.

Patientenversorgung

Beitrag lesen