»

Konzept für Erhalt der Nationalen VersorgungsLeitlinien vorgelegt

Best practice standard and guidelines for developing solutions and implementing changes to increase productivity and profitability.

Konzept für Erhalt der Nationalen VersorgungsLeitlinien vorgelegt

Patientenversorgung

3 MIN

AWMF will Leitlinien-Programm zu Volkskrankheiten fortführen

Berlin. Nach dem überraschenden Aus des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zum Ende des Jahres hat die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) gemeinsam mit ihren Fachgesellschaften ein Konzept entwickelt, um die Nationalen VersorgungsLeitlinien (NVL) fortzuführen.

NVL sind qualitativ hochwertige Leitlinien zu Volkskrankheiten mit unmittelbarer Auswirkung auf Disease-Management-Programme (DMP) für die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Das NVL-Programm war bisher eine gemeinsame Initiative von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und AWMF.

„In ihrer Rolle als zentrale Wissengrundlage für Disease-Management-Programme sind die NVL aus Sicht der AWMF und ihrer 183 Mitgliedsgesellschaften dringend zu erhalten. Um das NVL-Programm fortzuführen, benötigt es einen konkreten Plan. Die AWMF hat jetzt ein Konzept dafür vorgelegt“, erklärt Prof. Rolf-Detlef Treede, Präsident der AWMF.

„Das Konzept der AWMF geht davon aus, dass das Programm unter den von allen bisher an der Entwicklung, Herausgabe und Nutzung von NVL-Beteiligten konsentierten, besonderen methodischen Kautelen fortgeführt werden muss. Prioritär ist dabei die Sicherstellung der unabhängigen Koordination, Moderation und Evidenzaufbereitung sowie einer redaktionellen Corporate Identity. Dazu bedarf es neben einer Projektförderung durch den Gesetzgeber auch einer Strukturförderung“, sagt Prof. Ina Kopp, Leiterin des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement (AWMF-IMWi). „Wichtig ist dabei, dass die künftigen NVL bei methodisch gleich hohen Standards schlank und aktuell im Sinne von „Living Guidelines“ sind, damit sie für die Verbesserung der Versorgung optimal genutzt werden können“.

Um die Unabhängigkeit zu wahren, soll ein übergeordneter Lenkungsausschuss als gestaltendes Organ eingerichtet werden, in welchem alle betroffenen Parteien vertreten sind. Zur Mitwirkung sollen Vertretende der thematisch befassten Fachgesellschaften in der AWMF, der Patientenorganisationen sowie BÄK und KBV eingeladen werden. Zu klären bleibt, wie die notwendige Strukturförderung realisiert werden kann. Die involvierten Fachgesellschaften in der AMMF unterstützen das Konzept.

Im Rahmen des NVL-Programms moderierte und begleitete das AWMF-IMWi die Leitlinien. Dabei motivierte es auch AWMF-Mitgliedsfachgesellschaften, diese inhaltlich zu gestalten und leitete die Weiterentwicklung der Leitlinienmethodik entsprechend internationaler Standards. Die Koordination von NVL erfolgte bisher über das von BÄK und KBV gemeinsam getragene ÄZQ, das zum 31. Dezember 2024 aufgelöst wird. Dadurch gerät die Zukunft der NVL ins Wanken. Für ihren Erhalt sind einerseits eine Projektförderung für einzelne NVL, andererseits eine Strukturförderung für das NVL-Programm insgesamt zwingend erforderlich.

Weitere Informationen: Konzept der AWMF zum Erhalt der Nationalen VersorgungsLeitlinien

Quelle: AWMF

Weitere aktuelle Meldungen erhalten Sie über unseren KU Newsletter: Jetzt anmelden!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Zerbst

Zerbst: Gemeinsame Lösung für den Krankenhausstandort

Köthen. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld und die Helios Kliniken GmbH haben sich nach intensiven und konstruktiven Gesprächen auf erste Eckpunkte für die Zukunft des Krankenhausstandortes Zerbst verständigt.

Patientenversorgung

Beitrag lesen
Notfallambulanzen

13 Millionen Behandlungen in Notfallambulanzen im Jahr 2024

Wiesbaden. An Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr sichern die Notfallambulanzen in Deutschland vielfach die ärztliche Grundversorgung, doch nicht nur dann sind sie oft erste Anlaufstelle.

Patientenversorgung

Beitrag lesen
Klinikum

Klinikum Leverkusen: 73 Millionen Förderung für Wachstumskurs

Leverkusen. Mit 73,3 Mio. Euro fördert das Land NRW den Ausbau und die Modernisierung des Leverkusener Großkrankenhauses.

Patientenversorgung

Beitrag lesen