Mitarbeitende der Notaufnahme im Klinikum am Gesundbrunnen probten mit der Bundeswehr in einer außergewöhnlich realistischen Übung
Heilbronn. So realitätsnah wie möglich: Das war die Vorgabe für eine gemeinsame Übung von SLK und des im baden-württembergischen Calw stationierten „Kommando Spezialkräfte“ (KSK) der Bundeswehr Mitte vergangener Woche. Das Szenario: Die Frontlinie befindet sich nur noch wenige Kilometer südlich von Stuttgart entfernt.
Im Mittelpunkt stand die medizinische Erstversorgung von im Gefecht schwer verletzten Soldaten am Ort der Verwundung. Ebenso der Transport in die SLK-Kliniken als ziviles Krankenhaus. Dort wurden die Verwundeten zunächst an Schockraumteams übergeben. Danach verlegte man sie seitens SLK noch intern auf die Intensivstation. Im weiteren Verlauf wurden die Verwundeten dann wieder abgeholt. Um den Ernstfall tatsächlich so wirklichkeitsgetreu, wie möglich nachzustellen, wurden die verletzten Soldaten von professionellen „Simulationsakteuren“ aus Großbritannien dargestellt. Diese sorgten für täuschend echte Darstellungen.
Erkenntnisse gewonnen, Vertrauen aufgebaut
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem fachlichen Austausch zwischen militärischer Einsatzmedizin und SLK-Mitarbeitenden als Vertreter einer zivilen Klinik. Der Sanitätsspezialzug des KSK konnte dabei seine umfangreiche Expertise bei der Behandlung von Verwundungsmustern und Verletzungen, wie sie typischerweise in militärischen Einsatzszenarien auftreten, einbringen. Die SLK-Teams, die im Alltag vor allem mit anderen Verletzungsmustern konfrontiert sind, profitierten gleich zweifach: Zum einen bot sich eine besondere Gelegenheit, die eigenen Abläufe einem Realitätscheck zu unterziehen und zum anderen war es eine große Chance, Fähigkeiten im Umgang mit komplexen Traumata sowie speziellen Verfahren wie beispielsweise der Warm- oder Vollblutspende weiterzuentwickeln.
Für Prof. Wolfgang Linhart, Ärztlicher Direktor des Klinikums am Gesundbrunnen, unter dessen Leitung auch die Zentrale Notaufnahme mit allen Schockräumen steht, brachte die Übung „einen ungemeinen Erkenntnisgewinn für beide Seiten“. Gleichzeitig profitieren auch die militärischen Kräfte von der Zusammenarbeit. Der Verantwortliche, der die Übung seitens des KSK leitete, hob hervor, wie wichtig die Schnittstelle zwischen militärischer und ziviler Notfallmedizin sei: „Im Ernstfall müssen Abläufe Hand in Hand greifen – unabhängig davon, ob jemand Uniform oder Kittel trägt. Diese Übung hat gezeigt, dass das grundsätzlich funktioniert und wir uns aufeinander verlassen können – mein Dank gilt allen ‚SLK’lern‘ für ihr großes Engagement.“ Für Prof. Linhart war die „präzise Vorbereitung und Professionalität der Bundeswehr beeindruckend. „Die Zusammenarbeit mit dem KSK war durchweg konstruktiv und geprägt von gegenseitigem Respekt und Offenheit.“
Zentrale Rolle für SLK
Dem SLK-Verbund kommt als leistungsfähiger ziviler Maximalversorger im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung eine zentrale Rolle bei der weiterführenden Versorgung von Verletzten zu. „Dann zu wissen, wie das KSK vorgeht, ist für uns sehr hilfreich“, sagt Linhart und ergänzt: „Für unsere Mitarbeitenden war das eine außergewöhnliche Erfahrung – emotional, fachlich und menschlich.“ Denn neben medizinischen und organisatorischen Aspekten stand auch die psychologische Betreuung im Fokus. Der Umgang mit schwer verletzten oder traumatisierten Patienten im Schockraum erfordert höchste Konzentration und Empathie.
Gut zu wissen
Die Übung ist zum einen Teil der Vorbereitung im Rahmen des „Operationsplan Deutschland“. In diesem Kontext kommt dem zivilen Gesundheitswesen eine wesentliche Rolle zu. Die Verzahnung militärischer und ziviler Fähigkeiten ist entscheidend, um im Verteidigungsfall eine durchgängige medizinische Versorgung sicherzustellen. Zum anderen diente sie aber auch der Vorbereitung einer Zusammenarbeit bei Elementarereignissen, wie zum Beispiel bei Naturkatastrophen wie im Ahrtal oder auch der Corona-Krise, die in der Vergangenheit bewältigt werden mussten.
Quelle: SLK-Kliniken Heilbronn GmbH
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