Medizinisches Konzept für die geplante Holding des Klinikum Darmstadt und des AGAPLESION ELISABETHENSTIFT nimmt Gestalt an
Darmstadt. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die AGAPLESION gAG planen vor dem Hintergrund der Krankenhausstrukturreform eine Kooperation des Klinikum Darmstadt und des AGAPLESION ELISABETHENSTIFT. Unter dem Dach einer neuen Holding soll aus den beiden Darmstädter Krankenhäusern ein gemeinsames neues Krankenhaus an den beiden Traditions-Standorten entwickelt werden. Die Vertragsverhandlungen sind an einem entscheidenden Punkt.
Für die Realisierung der Holding sind finanzielle Mittel vor allem für Baumaßnahmen zwingend erforderlich: Nur dann kann aus zwei eigenständigen Krankenhäusern ein neues Krankenhaus mit zwei Standorten entwickelt, können Synergien gehoben und Verbesserungen in der Versorgung erreicht werden. Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege ist intensiv in die Planungen eingebunden und befürwortet das Vorhaben.
„Grundlage der Förderanträge ist die Aufstellung eines medizinischen Konzeptes für das neue Krankenhaus in Darmstadt, das damit Gestalt annimmt“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Klinikum Darmstadt GmbH und Klinikdezernent André Schellenberg. „Klar ist, dass wir als Trägerin eines kommunalen Krankenhauses aufgrund der Haushaltslage und der nicht auskömmlichen dualen Krankenhausfinanzierung nicht in der Lage sind, anstehende Baumaßnahmen zu finanzieren. Deshalb ist die Bewilligung von Fördermitteln durch das Land in Abstimmung mit den Kostenträgern sowie durch das für den Strukturfond zuständige Bundesamt für Soziale Sicherung notwendig. Wenn diese nicht kommen, dann können wir die geplante Holding nicht gründen.“
Konzept soll Versorgungsqualität nachhaltig verbessern
„Unser Vorhaben hat Modellcharakter. Wir möchten dadurch die medizinische Versorgung der Darmstädter Bürgerinnen und Bürger und auch aus der gesamten Region auf ein neues Niveau bringen“, sagt Dr. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender der AGAPLESION gAG. „Das Medizinische Konzept zeigt auf, wie wir die Versorgungsqualität für die Bürgerinnen und Bürger nachhaltig verbessern möchten. Die Projektgruppe hat dafür ein ausdifferenziertes und breit aufgestelltes medizinisches Leistungsangebot erarbeitet – von hochkomplexer Intensivmedizin bis hin zu ambulanten Eingriffen und Hybrid-Leistungen. Am Ende des Entwicklungsprozesses steht ein leistungsstarker Maximalversorger mit hervorragenden Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. So sind wir für alle bestehenden und künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein sehr attraktiver Arbeitgeber“, ergänzt Horneber.
Folgende Eckpunkte sind im Medizinischen Konzept aufgeführt: Am Standort Elisabethenstift wird der Fokus auf elektive somatische Behandlungen gelegt. Zukünftig sollen ambulante Operationen dort stattfinden, Geriatrie und Orthopädie verbleiben. Die Augen- und die Hautklinik des Klinikums Darmstadt wechseln dorthin. Zudem wird die Psychosomatik des Klinikums Darmstadt künftig die psychiatrische Klinik am Standort Elisabethenstift komplettieren. An den Standort des Klinikums wechseln die Innere Medizin, die Kardiologie, die Gastroenterologie sowie die stationäre Viszeral- und Unfallchirurgie. Die Notaufnahme des Klinikums Darmstadt wird erweitert und gestärkt.
All dies macht umfangreiche bauliche Maßnahmen notwendig, die 2027 beginnen und voraussichtlich vier Jahre dauern werden. Die Rochade startet mit Baumaßnahmen, die zur Zusammenführung aller Intensivstationen zu einem Intensivmedizinischen Zentrum mit 63 Betten am Standort Grafenstraße führen. Diese ersten Umzüge und Zusammenlegungen sind vorsichtig optimistisch für 2028 vorgesehen.
Quelle: Klinikum Darmstadt
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