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Gekommen, um zu bleiben – Recruiting, Qualifizierung und Integration internationaler Pflegekräfte

Siloh St. Trudpert Klinikum

Gekommen, um zu bleiben – Recruiting, Qualifizierung und Integration internationaler Pflegekräfte

Aus der Praxis

3 MIN

Der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal in Pflegeberufen stellt für viele Krankenhäuser einen entscheidenden limitierenden Faktor der Leistungserbringung dar. Gleichzeitig gibt es in einigen Ländern hochqualifizierte Pflegekräfte, die auf dem heimischen Arbeitsmarkt keine Beschäftigung finden oder mit den Verdienstmöglichkeiten nicht in der Lage sind, ihre Familien zu versorgen. Viele von ihnen suchen nach besseren beruflichen Perspektiven. Das Siloah St. Trudpert Klinikum in Pforzheim hat mit der SILOAH International Academy ein innovatives Vorreiterprogramm ins Leben gerufen, das diesen Fachkräften neue Chancen bietet und gleichzeitig dem Personalmangel in der Pflege nachhaltig entgegenwirkt. Durch gezielte Rekrutierung, Qualifizierung und Integration gelingt es, internationale Fachkräfte langfristig an das Klinikum zu binden und die Versorgungsqualität zu sichern.

Das SILOAH-Programm: Fünf Säulen für den Erfolg

Aktuell werden fünf Anerkennungskurse pro Jahr mit jeweils rund 15 Teilnehmern durchgeführt. Die Fachkräfte absolvieren ein begleitetes, strukturiertes und kompaktes Programm, das sie nach acht bzw. zwölf Monaten dazu befähigt, die Kenntnisprüfung abzulegen.

Abb.: Die fünf Abschnitte des Programms der SILOAH International Academy
  1. Personalauswahl – Vielfalt von Anfang an
    Die SILOAH International Academy setzt auf gemischte Kurse, in denen Pflegekräfte aus zwei bis drei Herkunftsländern gemeinsam lernen. Die hohe Internationalität macht es notwendig, sich ab dem ersten Tag in deutscher Sprache zu verständigen. Gleichzeitig sorgen Mitstudenten aus dem eigenen Heimatland für ein Sicherheits- und Verbundenheitsgefühl. Bei der Personalansprache arbeitet die Academy mit kommerziellen Anbietern sowie staatlichen Institutionen (Triple Win) zusammen. Inzwischen stammen zusätzlich rund 10 Prozent der Bewerber aus Direktbewerbungen, die auf die Bekanntheit des Programms in der Region und bestehende Kontakte von Absolventen zurückzuführen sind.
  2. Onboarding – Ein guter Start in Deutschland
    Eine vierwöchige Onboarding-Phase hilft den neuen Mitarbeitenden, sich zu orientieren und sprachlich sowie organisatorisch vorzubereiten. In dieser Onboarding-Phase findet noch kein Einsatz auf der Station statt. Wichtig: Die Unterkunft wird vom Klinikum bereitgestellt. Ein ehemaliges Hotel in Kliniknähe, dient nun als zentraler Ort des Austauschs und erleichtert den Start in der neuen Heimat.
  3. Prüfungsvorbereitung
    Während der acht- bis zwölfmonatigen Anerkennungsphase absolvieren die Pflegekräfte eine intensive praktische Ausbildung auf einer fest zugeteilten Station. Darüber hinaus bereitet ein strukturiertes Mentoring-Modell sowie Sprach- und Fachunterricht in enger Zusammenarbeit mit dem eigenen Bildungszentrum optimal auf die Kenntnisprüfung vor.
  4. Prüfung und Nachbegleitung
    Um die Berufsurkunde zu erhalten, gilt es, das B2-Niveau in Deutsch sowie die Kenntnisprüfung zu bestehen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Nachbegleitung, etwa durch Mentoring auf den Stationen und die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung. Familienzusammenführungen und die Integration von Angehörigen werden aktiv unterstützt, um eine langfristige Bindung zu sichern.

Integration – Willkommenskultur und kultureller Austausch

Eine offene und wertschätzende Atmosphäre ist zentral für den Integrationserfolg. Gemeinsame Aktivitäten wie Klinikfeste und kulturelle Workshops fördern den Austausch. Ein Kulturgremium sorgt zudem dafür, dass interkulturelle Besonderheiten berücksichtigt werden, etwa durch die Anpassung von Angeboten in der Cafeteria oder durch Informationsveranstaltungen.

Mit 82 % der 160 Pflegekräfte, die seit 2018 ausgebildet wurden und weiterhin im Klinikum tätig sind, zeigt das Programm eindrucksvoll seinen Erfolg. Dies gelingt nur durch Investitionen in Wohnraum, Infrastruktur und die Schaffung von optimalen Lernbedingungen. Ein dedizierter Programmmanager koordiniert sämtliche organisatorischen Abläufe und unterstützt die Pflegekräfte individuell.

Angepasster Artikel aus KU Gesundheitsmanagement 11-2024
Autoren: Dr. Ulrich Schulze und Ann-Katrin Prang

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